25. Februar 2021 / 15:07 Uhr

SSC im Pokal-Finale: Es geht um den Pott, Prämien und Prestige

SSC im Pokal-Finale: Es geht um den Pott, Prämien und Prestige

Christian Lüsch
Ostsee-Zeitung
Die Mannschaft des SSC Palmberg Schwerin nach dem Pokalsieg im Jahr 2019. Damals schlug der SSC in Mannheim das Team von Allianz MTV Stuttgart mit 3:0.
Die Mannschaft des SSC Palmberg Schwerin nach dem Pokalsieg im Jahr 2019. Damals schlug der SSC in Mannheim das Team von Allianz MTV Stuttgart mit 3:0. © Michael Dittmer
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Am Sonntag (14.15 Uhr) kämpft der SSC Palmberg Schwerin in Mannheim um den siebten Pokalsieg der Vereinsgeschichte. Die Mecklenburgerinnen sind im Finale gegen den SC Potsdam Favorit. Allerdings hat der Gegner es dem SSC in den vergangenen Duellen zunehmend schwerer gemacht, erfolgreich zu sein. Hier erfahrt Ihr alle Fakten zu den Kontrahenten und zum Endspiel.

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Vor dem Pokal-Finale der Volleyball-Teams aus Schwerin und Potsdam beantwortet der Sportbuzzer die wichtigsten Fragen zum Spiel des Jahres.

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Wer ist der Favorit im Endspiel?

Ganz klar der SSC Palmberg Schwerin. Mit zwölf Meistertiteln und bislang sechs Siegen bei zwölf Teilnahmen im Pokalwettbewerb hat der SSC deutlich mehr vorzuweisen als das Team aus Potsdam, das noch nie in einem Pokal-Endspiel stand. Allerdings haben beide Bundesliga-Spiele dieser Saison gezeigt, dass der SCP ein starker Gegner ist, der auf keinen Fall zu unterschätzen ist. Mit Allianz MTV Stuttgart hat die Mannschaft im Pokal-Halbfinale immerhin einen der Top-Favoriten aus dem Wettbewerb geworfen.

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Wie haben sich die Schwerinerinnen auf das Top-Spiel vorbereitet?

Nach den beiden Auswärtsspielen in Münster und Vilsbiburg hatten die Spielerinnen zwei Tage frei. Am Dienstag ist die Mannschaft wieder ins Training eingestiegen. Sie wird am Freitagabend – schon zwei Tage vor dem Endspiel – per Flugzeug via Hamburg und Frankfurt in Mannheim anreisen. Das ist ungewöhnlich, weil der SSC ansonsten einen Tag zuvor zu Bundesliga-Auswärtsspielen reist. Am Sonnabend wird das Team in der SAP-Arena trainieren. Dann wird es auch die Videoanalyse des Gegners geben.

Wie sieht es beim SC Potsdam aus?

Der Tabellen-Vierte der Bundesliga war am Mittwoch in Straubing im Einsatz und gewann dort 3:0. Das Team reiste nach Heidelberg und bereitet sich dort in einem Kurztrainingslager aufs Finale vor. Am Sonnabend checkt das Team in Mannheim ein. Danach geht es zum Training in die SAP-Arena.

Wie ist die personelle Situation beider Teams?

Ganz tief in die Karten schauen lassen sich beide Trainer nicht. Zu Wochenbeginn hat SSC-Coach Koslowski erklärt, alle Spielerinnen seien bereit. Die Potsdamerinnen haben am Mittwoch in Straubing gespielt und 3:0 gewonnen. Dort kam nach längerer Pause Kapitänin Antonia Stautz wieder zum Einsatz. Sie schlug zwei Asse, und sie wird Sonntag definitiv spielen.

Welche anderen Besonderheiten gibt es?

Ein großes Problem hat der SCP auf der Spielmacher-Position. In der Meisterschaft lenkte zuletzt Neuzugang Jennifer Nogueras die Potsdamer Offensive. Für das Pokalfinale ist die Puerto-Ricanerin aber nicht spielberechtigt, denn sie war beim Halbfinale nicht dabei. Deshalb wird wohl die scheidende Ana Tiemi Takagui gefordert sein. Nach dem Finale wird der Vertrag der Brasilianerin aus persönlichen Gründen aufgelöst. Eigentlich wollte die Spielerin, die Deutschland am 5. März verlassen wird, schon früher gehen. Weil aber der Versuch des SCP, für Nogueras eine Ausnahmegenehmigung fürs Pokalfinale zu erwirken, scheiterte, musste sie bleiben.

Wie wirkt sich die Corona-Pandemie aus?

Am schmerzhaftesten ist der Ausschluss der Öffentlichkeit. Denn das Potenzial des Sportevents ist gewaltig: Die Premiere des DVV-Pokalfinals in der SAP Arena Mannheim bescherte den Veranstaltern einen Rekord: 12 000 Fans strömten am 28. Februar 2016 in die Arena. Der bisherige Rekord stammte aus dem Jahr 2006 (11 100 Zuschauer). Damals fand das Endspiel in Halle/Westfalen statt. In diesem Jahr sind neben den Teams, ihren Betreuern und Helfern lediglich 25 Journalisten zugelassen. Nur rund 100 Menschen werden im Sporttempel sein.

Erfolgreich, ehrgeizig, gut aussehend: Volleyball-Rekordmeister SSC Palmberg Schwerin geht mit vielen Neuzugängen in die Spielzeit 2020/21. Die Mannschaft von Trainer Felix Koslowski tritt in der nationalen Meisterschaft, im Supercup, dem DVV-Pokal und in der Champions-League an.

Die ungarische Nationalspielerin Gréta Szakmáry (28) spielt seit 2017 für den SSC Palmberg. Sie gewann mit dem SSC zweimal den Supercup, den DVV-Pokal und den Meistertitel 2018. Szakmáry hat am 31. Dezember Geburtstag.   Zur Galerie
Die ungarische Nationalspielerin Gréta Szakmáry (28) spielt seit 2017 für den SSC Palmberg. Sie gewann mit dem SSC zweimal den Supercup, den DVV-Pokal und den Meistertitel 2018. Szakmáry hat am 31. Dezember Geburtstag.   ©

Was macht den Pokal so attraktiv?

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Nach der Meisterschaft ist er der zweitwichtigste Titel. Die Trophäe ist ein „Wanderpokal“, den der amtierende Gewinner in Besitz nimmt. Auf den Pokal wird unmittelbar nach dem Finale der Name des Siegers graviert. Die Trophäen für die Frauen und Männer unterscheiden sich in der Farbe: Hellgrau-Rosé (Frauen), Dunkelgrau-Golden (Männer). Beide Pokale sind 8,5 Kilogramm schwer und 61 Zentimeter hoch und bestehen aus Aluminiumguss.

Was bringt der Sieg sportlich?

Die Gewinner haben einen Platz im europäischen CEV-Cup sicher.

Gibt es eine Siegprämie?

Eigentlich schüttet der Verband nach dem Kassensturz einen Teil des Gewinns an die Finalisten aus. Zwar gibt es Sponsoren und eine TV-Übertragung. Durch den Ausschluss der Zuschauer fehlen in diesem Jahr aber Einnahmen in erheblicher Höhe. Einige Spielerinnen haben in ihren Verträgen eine Klausel, die Prämien für Meisterschaftssieg und Pokalerfolg garantiert. Das gilt auch für SSC-Coach Felix Koslowski. Unabhängig von finanziellen Anreizen ist die sportliche Motivation gewaltig.