10. März 2019 / 16:40 Uhr

St.-Pauli-Boss Rettig stocksauer auf eigene Fans - Brych: "Habe so was selten erlebt"

St.-Pauli-Boss Rettig stocksauer auf eigene Fans - Brych: "Habe so was selten erlebt"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Das Hamburger Derby sorgte bei St. Paulis Geschäftsführer Andreas Rettig (kl. Foto, l.) und Schiedsrichter Felix Brych für Ärger.
Das Hamburger Derby sorgte bei St. Paulis Geschäftsführer Andreas Rettig (kl. Foto, l.) und Schiedsrichter Felix Brych für Ärger. © dpa/imago
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Die Derby-Niederlage gegen den HSV schockt die Verantwortlichen des FC St. Pauli. Aber nicht wegen der hochverdienten sportlichen Pleite, sondern wegen der Pyrotechnik, die vor allem von den Pauli-Fans immer wieder gezündet wurde. Schiedsrichter Felix Brych musste die Partie gleich viermal unterbrechen.

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Beim FC St. Pauli geriet der Frust über die klare Derby-Niederlage gegen den Hamburger SV (0:4) rasch in Vergessenheit. Bei den Verantwortlichen überwog der Zorn, nachdem einige Fans während der Partie immer wieder Pyrotechnik zündeten. Zuvor hatten Anhänger der Braun-Weißen den Mannschaftsbus des HSV bei der Ankunft am Stadion mit Flaschen beworfen. St. Paulis Geschäftsführer Andreas Rettig ging mit den Übeltätern scharf ins Gericht und sprach von einer "tiefen Narbe, die einige dem Verein heute zugefügt haben".

Schiedsrichter Felix Brych hatte die Partie gegen den HSV wegen des Einsatzes von Pyrotechnik auf beiden Seiten insgesamt viermal unterbrochen und die Mannschaften in der 82. Minute für fünf Minuten in die Kabinen geschickt. Vor allem Fans des FC St. Pauli setzten Pyrotechnik ein und schossen immer wieder auch Leuchtraketen auf das Spielfeld. "Das war ein heißes Derby, schon an der Grenze", sagte Brych nach dem Spiel bei Sky. "Ich habe so etwas selten erlebt. Es ist meine Aufgabe, alle Mittel auszuschöpfen. Wenn ich die Mannschaften in die Kabinen schicke, ist das die letzte Warnung und mein letztes Mittel."

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Zum Durchklicken: Derby-Sieger HSV in der Einzelkritik gegen den FC St. Pauli. Zur Galerie
Zum Durchklicken: Derby-Sieger HSV in der Einzelkritik gegen den FC St. Pauli. ©
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Brych zu den Trainern: "Wenn noch mal die Kurve brennt, müssen wir in die Kabinen gehen"

Rettig nach dem Spiel bei Sky: "Wir haben es während der 90 Minuten auf den Rängen nicht geschafft, faire Verlierer zu sein." Der Groll war ihm anzumerken - vielleicht auch wegen der drohenden, deftigen Geldstrafe für seinen Klub. Brych sagte den Trainern in der Schlussphase: 'Wenn noch mal die Kurve brennt, müssen wir in die Kabinen gehen.' Ich möchte sagen, dass mir alle Beteiligten sehr geholfen haben, die Partie zu Ende zu bringen."

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Rettig bezeichnete sich zwar grundsätzlich nicht als Gegner von Pyrotechnik, war aber wütend auf die eigenen Fans. "Ich kann mich nur entschuldigen", schimpfte der ehemalige DFL-Offizielle. "Was hier passiert, geht zu weit, das ist eine Selbstinszenierung einiger Leute. Da haben uns einige einen Bärendienst erwiesen." FIFA-Schiedsrichter Felix Brych, der vom DFB eigens für die hochbrisante Partie angesetzt worden war, stellte Rettig ein gutes Zeugnis aus: "Ich muss Brych ein Kompliment machen, wie er das heute gemacht hat. Das war eine rundum gute Leistung von ihm heute."

Die vorrangige Aufgabe sei es für die Verantwortlichen des FC St. Pauli nun, die Übeltäter zu lokalisieren und festzusetzen. Rettig kleinlaut: "Entschuldigung, HSV. Dafür sind wir eigentlich nicht bekannt."

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