07. Januar 2021 / 13:16 Uhr

Trotz Sieglosserie bei St. Pauli: Klub-Boss Oke Göttlich stärkt Trainer Timo Schultz den Rücken

Trotz Sieglosserie bei St. Pauli: Klub-Boss Oke Göttlich stärkt Trainer Timo Schultz den Rücken

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Pauli-Präsident Oke Göttlich  stellt sich ganz klar hinter Trainer Timo Schultz. 
Pauli-Präsident Oke Göttlich stellt sich ganz klar hinter Trainer Timo Schultz.  © imago/Claus Bergmann/foto2press/Montage
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Der FC St. Pauli hat seit Ende September kein Spiel mehr gewonnen und steht auf einem Abstiegsplatz. Trotzdem stärkt Klubchef Oke Göttlich dem Trainer Timo Schultz den Rücken. Ansonsten aber kündigt er "kompromisslose Entscheidungen" und weitere Neuzugänge an.

Die Zwischenbilanz ist besorgniserregend, doch der FC St. Pauli hält auch nach einem Dutzend Spielen ohne Sieg am Trainer fest. "Wir gehen den Weg mit Timo Schultz unbeeindruckt weiter", stellte Klubchef Oke Göttlich am Mittwochabend nach dem 1:1 (0:1) des Tabellenvorletzten bei Schlusslicht Würzburger Kickers fest. Zwar machte der Kiezklub trotz 50-minütiger Unterzahl einen Punkt auf die Konkurrenten gut, steht in der 2. Bundesliga aber weiter auf dem direkten Abstiegsrang 17.

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Die Schuld für die nun schon seit mehr als drei Monate anhaltende Sieglosigkeit geben die Verantwortlichen aber nicht dem Coach. Im Gegenteil: der 43-Jährige genießt weiterhin das Vertrauen. "Es geht nicht um Timo Schultz", betonte Göttlich. "Es geht um Leidenschaft, um das, was auf dem Feld passiert, und darum, dass der FC St. Pauli mehr aus seinen Möglichkeiten macht - mit Timo Schultz."

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Der Teilerfolg in Würzburg wird im Verein positiv bewertet, weil sich die Mannschaft trotz eines frühen Rückstandes (9.) und der Gelb-Roten Karte für Verteidiger Marvin Knoll (41.) sowie je eines Pfosten- und Lattentreffers (14./25.) zurückkämpfte. Der Ex-Würzburger Rico Benatelli (57.) rettete den hochverdienten Zähler.

Pauli-Trainer Schultz: "Ein Punkt für die Moral"

"Alles in allem, mit dem Spielverlauf und einem Mann weniger, ist es ein goldener Punkt, und den nehmen wir gerne mit", sagte Schultz und sprach von einem "Punkt für die Moral". So ähnlich sah es auch Innenverteidiger Philipp Ziereis: "Das Wichtigste heute ist: Wir haben eine überragende Reaktion gezeigt und bewiesen, dass wir auch mit Rückschlägen umgehen können."

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Dies hat St. Pauli in dieser Saison schon öfter unter Beweis gestellt. In sechs der 14 Saisonspiele holten die Hamburger nach einem Rückstand noch einen Punkt. In drei Spielen egalisierte die Mannschaft sogar 0:2-Rückstände. Was ihr aber nun schon seit dem 27. September fehlt, ist ein Sieg. Besonders erschreckend ist: Der letzte Auswärtssieg gelang im Februar 2020 beim Nachbarn HSV. Schlimmer noch: Der letzte Sieg außerhalb Hamburgs datiert vom 2. März 2019.

Verschiedene Positionen auf dem Prüfstand

Während Schultz in seiner ersten Saison als Chefcoach im Profifußball derzeit unantastbar zu sein scheint, stehen andere Positionen auf dem Prüfstand. "Wir sehen, dass wir gewisse Dinge verändern müssen, auch mit kompromisslosen Entscheidungen, für die wir gerne auch kritisiert werden", betonte Göttlich und kündigte an: "Das halten wir weiter aus, und wir werden sie weiter treffen." Davon betroffen war bereits der seit 2012 für St. Pauli spielende Torwart Robin Himmelmann, der nicht nur seinen Stammplatz verlor, sondern in den letzten beiden Spielen nicht mal mehr im Kader stand und möglicherweise abgegeben wird.

Der Tabellen-17. benötigt zudem Verstärkungen: Laut Göttlich kann es kurzfristig noch den "einen oder anderen Neuen" geben. In Torwart Dejan Stojanovic und Stürmer Omar Marmoush, der in Würzburg bereits zu seinem ersten Kurzeinsatz kam, sind schon zwei frische Zugänge da. Der Schwede Eric Smith (KAA Gent) könnte der dringend benötigte Abräumer für das defensive Mittelfeld sein. Große Hoffnungen ruhen zudem auf den lange verletzten Rückkehrern James Lawrence und Guido Burgstaller. Allerdings werden die Aufgaben nicht einfacher: Schon am Samstag ist der Tabellen-Zweite Holstein Kiel im Millerntor-Stadion zu Gast.

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