18. April 2022 / 19:29 Uhr

Stabiler Eindruck: MSV Neuruppin nimmt aus Duellen mit Herthanern einen Punkt mit (mit Galerie)

Stabiler Eindruck: MSV Neuruppin nimmt aus Duellen mit Herthanern einen Punkt mit (mit Galerie)

Marius Böttcher
Märkische Allgemeine Zeitung
Jubel bei den Neuruppinern: Die Fontanestädter knöpften dem Spitzenteam FC Hertha 03 Zehlendorf einen wichtigen Zähler ab.
Jubel bei den Neuruppinern: Die Fontanestädter knöpften dem Spitzenteam FC Hertha 03 Zehlendorf einen wichtigen Zähler ab. © Marius Böttcher
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NOFV-Oberliga Nord: Die Fontanestädter bestätigen den positiven Trend und knöpfen Hertha 03 Zehlendorf einen Punkt ab - Sorgen um Kapitän Marcus Lemke und Sho Otsuka.

Viele positive Signale sendete der MSV Neuruppin am Oster-Wochenende, das die Oberliga-Kicker mit einem Punkt aus den beiden Partien gegen zwei Top-Teams abschlossen. Am Samstag unterlagen Kapitän Marcus Lemke und Co. knapp mit 1:2 beim Charlottenburger FC Hertha 06, am Montag erkämpfte man sich ein 0:0 gegen den FC Hertha 03 Zehlendorf. „Wir machen einen stabilen Eindruck, haben unsere Formation und ein System gefunden, in dem sich die Mannschaft wohlfühlt“, resümierte MSV-Coach Henry Bloch.

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In der Hauptstadt präsentierten sich die Gäste vor 96 Zuschauern vom Anpfiff weg sehr gut. Zwar hatten die Hausherren – gespickt mit einigen Ex-Profis, die Einsätze in den deutschen Top-Drei-Ligen vorweisen können – die Spielkontrolle und viel Ballbesitz, wussten damit auf dem schwer zu bespielenden Rasen auf dem Sportplatz Sömmeringstraße aber zunächst nicht viel anzufangen. Immer wieder warf sich die Neuruppiner Defensive entschlossen in jeden Zweikampf, lediglich Kemal Atici hatte zweimal die Chance, den CFC in Führung zu bringen. So waren es sogar die Schützlinge von Trainer Henry Bloch, die nach 37 Minuten den Torschrei auf den Lippen hatten, als Andrzej Malik nach einem Freistoß von Michael Engel zum Abschluss kam.

In Bildern: MSV Neuruppin unterliegt knapp beim CFC Hertha 06.

Dank der Tore von Rifat Gelici (40. Minute) und Süleyman Kapan (47.) besiegen die Hauptstädter die Gäste aus der Fontanestadt, für die Kevin Blumenthal (45.) zum zwischenzeitlichen Ausgleich traf, mit 2:1. Zur Galerie
Dank der Tore von Rifat Gelici (40. Minute) und Süleyman Kapan (47.) besiegen die Hauptstädter die Gäste aus der Fontanestadt, für die Kevin Blumenthal (45.) zum zwischenzeitlichen Ausgleich traf, mit 2:1. © Marius Böttcher

Das erste Tor fiel dann aber doch auf der anderen Seite. Bei einem Eckball in der 40. Minute stand Rifat Gelici mutterseelenallein und hatte aus fünf Metern keine Mühe, das runde Leder an Sommer vorbei einzuköpfen. Der MSV hatte aber mit dem Pausenpfiff die passende Antwort parat – ebenfalls nach einem Standard, ebenfalls per Kopf. Abwehrchef Kevin Blumenthal war es, der sich nach einem von Sho Otsuka gut getretenen Freistoß hochschraubte und zum 1:1 einnickte.

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Dass die Bloch-Jungs sehr wohl fähig sind, auch aus dem Spiel heraus gute Möglichkeiten zu kreieren, bewiesen sie in den zweiten 45 Minuten, die jedoch alles andere als gewünscht starteten. Keine 120 Zeigerumdrehungen waren absolviert, da lief der MSV erneut einem Rückstand hinterher. Süleyman Kapan nutzte frei vor Arne Sommer die Gelegenheit und schob unter massiven Protesten der Gäste ein. „Der Assistent hob bereits die Fahne wegen Abseits, nahm sie dann aber doch wieder runter. Das ist Mist“, polterte Kapitän Marcus Lemke. Michael Engel sah zudem ein Handspiel.

Henry Bloch: "Trotz der schlechten Platzverhältnisse, ein offener Oberliga-Schlagabtausch“

Beirren ließen sich die Fontanestädter, die von Minute zu Minute mutiger wurden, davon nicht. Zwar boten sich den Charlottenburgern immer wieder Kontermöglichkeiten, dem Tor und dem dann verdienten Ausgleich näher war aber Neuruppin. Len Koch mit einem strammen Schuss aus 16 Metern scheiterte ebenso an CFC-Keeper Ruben Aulig wie Maximilian Janke aus spitzem Winkel. Nur einen Schritt zu spät kam Marc Hacker, kurz zuvor kratzten die Hausherren den Ball von der Linie. „Sehr unglücklich aus unserer Sicht, hier war ein Punkt absolut möglich. Auch dank meiner Mannschaft war das trotz der schlechten Platzverhältnisse ein offener Oberliga-Schlagabtausch“, fand MSV-Coach Henry Bloch.

Dass die jüngste Entwicklung beim Fünftliga-Neuling positiv ist, bewies das Team nur 48 Stunden später. Am Ostermontag knöpfte der Außenseiter dem favorisierten FC Hertha 03 Zehlendorf, bei dem man am 2. Spieltag noch mit 0:4 unterlag, ein torloses Remis ab. Eine kämpferische Glanzleistung bescherte dem MSV vor 129 Zuschauern im Volksparkstadion den „Bonuspunkt“, wie Bloch Saisonzähler Nummer 21 – im Kampf um den Ligaverbleib womöglich ein ganz wichtiger – nannte.

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Dabei verlief der Start ins Duell mit der „kleinen Hertha“ eher suboptimal. Schon nach fünf Minuten musste Marcus Lemke verletzungsbedingt runter, neun Minuten später war es der quirlige Sho Otsuka, der nicht mehr weitermachen konnte. „Wir gingen dadurch auf dem Zahnfleisch. Wie jeder für seinen Mitspieler gefightet hat, war aber total beeindruckend“, sagte Henry Bloch, der den Einsatz der Riehl-Zwillinge Alexander und Florian als „sinnbildlich“ bezeichnete. Zwischen beiden Spielerwechseln ergab sich Andrzej Malik die Riesenchance zur Führung. Nach Flanke von Alexander Riehl setzte er seinen Versuch aber knapp neben das Tor.

In der Folge bestimmte der Gast Ball und Gegner, hatte im ersten Durchgang auch zwei, drei gute Gelegenheiten, um in Führung zu gehen, scheiterte aber immer wieder an der vielbeinigen MSV-Defensive oder dem stark parierenden Arne Sommer. Zweimal forderten die 03er zudem einen Strafstoß, der Pfiff von Schiedsrichter Michael Bernowitz blieb jedoch aus. Auch nach dem Seitenwechsel gefielen die Neuruppiner trotz der Doppelbelastung und der frühen Hiobsbotschaften in puncto Leidenschaft und Wille. Bei einem Ausflug von Gäste-Keeper Tom Köster hätte Florian Riehl beinahe für die große Überraschung gesorgt, er schloss aber zu überhastet ab. Das 0:0 nahm man im MSV-Lager aber gerne mit. „Wir sind im Jahr 2022 auf eigenem Platz weiter ungeschlagen und wollen am Freitag gegen den BSC Süd 05 weiter punkten“, sagte Bloch.