04. Mai 2021 / 17:44 Uhr

Ab nach Tokio! Spelmeyer-Preuß hat Ticket für Olympia sicher, Thiel noch zwei Chancen

Ab nach Tokio! Spelmeyer-Preuß hat Ticket für Olympia sicher, Thiel noch zwei Chancen

Matthias Abromeit
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Ruth Sophia Spelmeyer-Preuß sichert der 400-Meter-Staffel der Frauen den Finaleinzug bei der Staffel-WM in Polen. Kollegin Luna Thiel (eingeklinkt) verpasst mit der Mixed-Staffel das Finale.
Ruth Sophia Spelmeyer-Preuß sichert der 400-Meter-Staffel der Frauen den Finaleinzug bei der Staffel-WM in Polen. Kollegin Luna Thiel (eingeklinkt) verpasst mit der Mixed-Staffel das Finale. © IMAGO/Newspix
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Ruth Sophia Spelmeyer-Preuß kann sich auf Olympia freuen, sie hat bei der Staffel-WM in Chorzow mit der deutschen 4x400-Meter-Quartett das Ticket für Tokio gelöst. Luna Thiel hat mit der Mixed-Staffel noch zwei gute Gelegenheiten, es ihrer Kollegin aus Hannover gleichzutun.

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Ein Olympiaticket haben die deutschen 400-Meter-Frauen schon gebucht, auf ein zweites hoffen sie. Im Finale bei der Staffelweltmeisterschaft im polnischen Chorzow kam das deutsche 4x400-Meter-Quartett mit der hannoverschen Schlussläuferin Ruth Sophia Spelmeyer-Preuß in 3:33,00 Minuten auf den sechsten Platz. Schon das Erreichen des Finales und das dortige Ankommen hatte gereicht, um einen der 16 Plätze für die Olympischen Spiele in Tokio zu ergattern.

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Bei Nieselregen und nur fünf Grad Celsius waren alle froh, heile angekommen zu sein. „Sie sind sogar in langen Hosen gelaufen, um nichts zu riskieren“, sagte Heimtrainer Edgar Eisenkolb. Spelmeyer-Preuß drehte ihre Runde als Zweitschnellste im deutschen Quartett dennoch in guten 53,00 Sekunden und kam sogar noch etwas an die fünftplatzierten Italienerinnen (3:32,69) heran. „Die haben ihr Ding ordentlich gemacht“, lobte Eisenkolb.

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Auch für die zweite Hannoveranerin, Luna Thiel, ist der Zug Richtung Tokio noch lange nicht abgefahren, auch wenn sie mit der 4x400-Meter-Mixed-Staffel in Chorzow das Finale knapp nicht erreichte. „Zum einen gehört sie fest zum 400-Meter-Olympia-Kader, es werden mit Sicherheit nicht nur vier Läuferinnen für die 4x400-Meter der Frauen nominiert. Zum anderen kann es auch die Mixed-Staffel noch schaffen“, sagte Eisenkolb.

Rennen in Polen als Lehrstunde

Die Mixed-Staffel darf sich sogar große Hoffnungen machen. Für die 16 Plätze für Tokio sind die ersten acht der WM 2019 in Doha sowie die ersten acht der Staffel-WM jetzt in Polen qualifiziert. „Doch vier Nationen waren in beiden Finals dabei. Darum werden vier Plätze für Tokio nun über die Zeiten und die Rangliste vergeben“, erklärte Eisenkolb. Das deutsche Mixed-Team hat derzeit noch den letzten Qualifikationsplatz inne.

Und es hat noch eine Chance, die aktuelle Zeit zu verbessern und damit den Tokio-Platz weiter zu festigen. „Hier waren viele Nationen gemeldet, weil es für sie die letzte Chance war, Mixed-Staffel zu laufen. Wir haben aber im Sommer noch einmal in Regensburg die Mixed-Staffel im Programm und werden dort unsere Zeit noch verbessern“, sagt Eisenkolb.

Auch Thiel weiß um ihre Chance. „Sicher sind wir aber noch nicht“, sagte sie. Dennoch gehen die Planungen weiter. Das Rennen in Polen war eine gute Lehrstunde. „Ich bin das erste Mal im meinem Leben um 22 Uhr gerannt. Und das bei fünf Grad und nach fünf Stunden im Zelt, weil ich mich zur Sicherheit ja auch vorher für die 4x400 Meter der Frauen warm machen musste. Dafür bin ich sehr zufrieden, auch wenn wir das Finale mit der Mixed-Staffel nicht erreicht haben“, sagte Thiel.

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Von dem Stadion in Chorzow war sie dennoch begeistert, auch wenn die große Arena diesmal leer war. „In Polen hat Leichtathletik einen ganz anderen Stellenwert. Unter normalen Umständen wäre das hier voll gewesen.“

Vielleicht kann Thiel das aber noch in diesem Jahr erleben. Denn die Team-EM steigt in diesem Jahr Ende Mai auch in Polen – wieder im Stadion in Chorzów. Neben Tokio ist das auch ein Ziel für die 21-jährige aus Hannover.