23. Juli 2020 / 14:49 Uhr

Staffeleinteilung im Göttinger Fußballkreis: Das sagen die Trainer dazu

Staffeleinteilung im Göttinger Fußballkreis: Das sagen die Trainer dazu

Eduard Warda
Göttinger Tageblatt
Auf das Duell zwischen der SV Groß Ellershausen/Hetjershausen (rote Trikots, hier mit Vedat Kaplan) und dem FC Höherberg (Marius Kurth) müssen die Fans in der kommenden Saison verzichten.
Auf das Duell zwischen der SV Groß Ellershausen/Hetjershausen (rote Trikots, hier mit Vedat Kaplan) und dem FC Höherberg (Marius Kurth) müssen die Fans in der kommenden Saison verzichten. © Peter Heller
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Im Fußball-Kreis wird es zukünftig mehr Staffeln geben, damit bei einem coronabedingt späteren Beginn die Spielzeiten beendet werde können – unter anderem zwei Kreisliga- und drei 1. Kreisklasse-Staffeln. Die Trainer sind geteilter Meinung.

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In der kommenden Saison soll die Fußball-Kreisliga coronabedingt in zwei Staffeln aufgeteilt werden, und in der 1. Kreisklasse käme zu den bisherigen zwei Staffeln eine dritte dazu – das hat der Spielausschuss am Mittwoch mitgeteilt. Während das Gros der Göttinger und Eichsfelder Teams dabei in einer Kreisligastaffel aufeinandertreffen würde, ginge die SV Groß Ellershausen/Hetjershausen zusammen mit vielen Mannschaften aus dem Harz in der anderen Staffel auf Punktejagd. Matthias „Matze“ Knauf, Trainer der SVGE, würde die Einteilung jedoch akzeptieren, zumal ihr ein sogenanntes Reißverschlussfahren zugrunde liegt, bei dem stärkere und schwächere Mannschaften aufeinandertreffen. Wir haben Knauf und Kollegen befragt: Was haltet ihr vom Modus für die Kreisliga und 1. Kreisklasse 2020/21 und von der geplanten Staffeleinteilung?

Die SPORTBUZZER-Umfrage:

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Matthias Knauf (Trainer SV Groß Ellershausen/Hetjershausen): „Ich habe von vornherein gesagt: Wir nehmen es, wie es kommt. Die Jungs richten sich nach dem Reißverschlusssystem und haben sich etwas dabei gedacht – wenn einer meckert, soll er einen anderen Vorschlag machen. Die Alternative ist doch, dass eine Staffel stärker ist als die andere. Man wird es nie allen recht machen können. Von der Attraktivität her ist natürlich nicht das, was wir uns erhofft haben. Wir haben intern kurz darüber gesprochen, ob wir uns an den Spielausschuss wenden und um die Einteilung in die andere Staffel bitten sollen. Aber ich glaube erstens nicht, dass es was bringt, und zweitens wollen wir es eben so nehmen, wie es ist. Wir können ja immer noch Testspiele gegen Teams aus der anderen Staffel machen. Die Auf- und Abstiegsspiele finde ich mega, so etwas fordere ich schon seit Jahren und freue mich jetzt drauf. Und im Hinblick auf die Einteilung muss man auch einfach sagen: Der Harz ist schön, und so lange sind die Fahrten auch nicht. Vom Gerechtigkeitsempfinden ist die Lösung so okay.“

Stefan Claus (Trainer FC Höherberg): „Den Modus finden wir grundsätzlich gut. Man weiß außerdem nun, wann es weitergehen soll, und man trainiert nicht einfach so in den blauen Dunst hinein. Die Staffeleinteilung gefällt uns gut, das ist eine ganz gute Lösung so. Die Eichsfeld-Derbys bleiben, und sieben bis acht Spiele pro Hin- und Rückrunde kann man gut spielen – so ist wahrscheinlich gewährleistet, dass wir die Serie gut durchziehen können. In einer Auf- und Abstiegsrunde darf sich keiner große Ausrutscher leisten, das birgt schon ein Risiko. Für die Zuschauer ist so etwas aber eine gute Sache.“

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Jelle Brinkwerth hat den FC Grone verlassen und steht ab Sommer beim Landesliga-Aufsteiger SSV Nörten-Hardenberg an der Seitenlinie ©

Carsten Langar (Teammanager RSV Göttingen 05): „Wir können mit dem Modus gut leben und sind eigentlich absolut zufrieden. Der Modus ist ja der Pandemie geschuldet, und wir ziehen da mit. Auf- und Abstiegsspiele sind vermutlich das Gerechteste, aber da kann man so oder so argumentieren. Dass wir für den Bezirkspokal ausgelost wurden, hat uns tatsächlich sehr gefreut – damit haben wir ein Spiel mehr gegen eine höherklassige Mannschaft.“

Mariusz Burzynski (Grün-Weiß Hagenberg): „Wir spielen natürlich lieber in der Gruppe mit den Göttinger und Eichsfelder Teams als in der anderen, weil die Fahrten kurz sind – ich bin froh, dass wir auf viele Mannschaften aus der Gegend treffen. Ich verstehe allerdings nicht so richtig, warum man keine Göttinger und Harzer Gruppe gemacht hat. Und wenn man im September anfängt, könnte man die Runde auch gleich komplett spielen. Auf die Auf- und Abstiegsspiele bin ich gespannt, das ist mal was anderes. Das Gute daran, dass die Runde später losgeht, ist, dass man im Urlaub mit der Familie mal irgendwohin kommt. Für mich ist es das erste Mal.“

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Martin Wagenknecht (SG Lenglern/Harste/1. Kreisklasse): „Der Modus erscheint mir ähnlich wie im Bezirk. Ich finde drei Staffeln mit neun Teams zwar gut, aber nur 16 Spiele sind einfach viel zu wenig. Warum hat man sich nicht eine weitere Option offen gelassen und plant eine mögliche Playoff-Runde? Zudem kann es bei der Einteilung nach Quotienten zu sehr unterschiedlichen Leistungsstärken in den Staffeln kommen. Dann hätte man trotz einer geringeren Spielanzahl als Tabellenzweiter keine Chancen mehr, in die Kreisliga aufzusteigen. Daher würde ich eine Anschlussrunde präferieren, weil es auch für alle gerechter wäre. Letztlich muss man auch an die Vereine und deren Zuschauer denken. Insgesamt finden zehn Spiele weniger statt, sprich mindestens fünf Heimspiele. Einnahmen für die Klubs fallen weg. In Bezug auf den Kader wird es für die Trainer schwer, allen Spielern gerecht zu werden. Des Weiteren kann ich den Starttermin Mitte September nicht verstehen. Wenn wir Anfang September begonnen hätten, wäre auch eine 13er- oder 14er-Staffel möglich gewesen.“

Dennis Bobbert (Trainer FC SeeBern): „Bei zur Verfügung stehenden verkürzten Zeit finde ich die Lösung mit drei Staffeln sinnvoll. Ich rechne damit, dass die Einteilung ähnlich wie in der Kreisliga nach der Quotientenregel der vergangenen Saison erfolgt. Schade wäre es, wenn die wenigen Eichsfelder Derbys wegfallen würden und wir nur weite Fahrten dazubekämen. Ein Problem mit der Anzahl der Spiele sehe ich eher nicht, weil es grundsätzlich in der heutigen Zeit gilt, dass man um jeden Spieler kämpfen muss.“

Von Eduard Warda und Jan-Philipp Brömsen