10. Dezember 2017 / 12:42 Uhr

Standardtore kosten RB Leipzig viele Punkte – Spieler kritisieren Mentalität

Standardtore kosten RB Leipzig viele Punkte – Spieler kritisieren Mentalität

Anne Grimm
Leipziger Volkszeitung
Der Mainzer Emil Berggreen (M.) trifft per Kopf zum 2:2. Vorausgegangen war ein Freistoß.
Der Mainzer Emil Berggreen (M.) trifft per Kopf zum 2:2. Vorausgegangen war ein Freistoß. © dpa
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Es ist ein Déjà-vu, das die Beteiligten bei RB Leipzig in dieser Saison schon mehrfach erlebt haben. Die vielen Gegentreffer nach ruhenden Bällen sind auch eine Frage der Einstellung, bemängeln mehrere Spieler des Vizemeisters.  

Leipzig. Geht RB Leipzig am Jahresende und nach vielen englischen Wochen etwas die Puste aus? Nach der 0:4-Klatsche in Hoffenheim, der 1:2-Niederlage gegen Besiktas in der Königsklasse und dem unbefriedigenden 2:2 zu Hause gegen Mainz könnte dieser Eindruck entstehen. Doch Yussuf Poulsen sieht die körperliche Müdigkeit nicht als Grund für die fehlenden Siege in den letzten drei Spielen. Denn im Duell mit Mainz fielen am Samstag beide Gegentreffer erneut nach ruhenden Bällen.

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RB Leipzig empfing am 9. Dezember den FSV Mainz 05 zum Duell in der Red Bull Arena. (@ Imago) (2) Zur Galerie
RB Leipzig empfing am 9. Dezember den FSV Mainz 05 zum Duell in der Red Bull Arena. (@ Imago) (2) ©

„Wir haben auch in der Champions League gesehen, dass wir über 50 Prozent unserer Gegentore nach einer Standardsituation bekommen. In der Bundesliga ist das nicht viel anders. Das müssen wir viel besser machen. Letztes Jahr haben wir so wenig zugelassen, das machen wir dieses Jahr nicht gut“, sagte der dänische Nationalspieler. Vor allem der späte Ausgleich in der 86. Minute wurmte den Vizemeister. „Wir haben eine klare Mannzuteilung, die in dem Moment nicht funktioniert hat. Da hat jemand geschlafen“, erklärte Willi Orban.

„Leipzig hat mich vergessen“

Wie einfach es ist, nach Standards einen Treffer gegen RB zu erzielen, verdeutlichte der Mainzer Torschütze Emil Berggreen. „Ich bin fast ein bisschen enttäuscht, weil mich Leipzig total vergessen hat. So war ich ganz frei und das ist natürlich blöd für Leipzig. Da habe ich ein Tor gemacht“, sagte der Däne über seinen Kopfballtreffer nach einer Ecke. Genervt von der fast wöchentlich wiederkehrenden Baustelle meinte RB-Coach Hasenhüttl: „Das 2:2 darf auf die Art und Weise nicht passieren, ist in der Entstehung schon eine Katastrophe. Danach hat die Zuteilung mal wieder nicht gepasst. Es ist mittlerweile ein Thema, dass man nicht mehr hören kann“.

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Peter Gulacsi: Drei Termine, drei Mal pünktlich - guter Mann. Note 2. (@ GEPA Pictures) Zur Galerie
Peter Gulacsi: Drei Termine, drei Mal pünktlich - guter Mann. Note 2. (@ GEPA Pictures) ©

Dabei sind die Rollen in solchen Situationen klar verteilt, sagt der 50-Jährige: „Wenn ich weiß, dass das mein Mann ist, muss ich Manndeckung so praktizieren, wie es angedacht ist. Nämlich am Mann und nicht zwei Meter weg. Das ist Sinn und Zweck der ganzen Geschichte. Aber das war nicht der Fall.“ Zwei Punkte ließen die Leipziger dadurch am Samstag liegen. Wie viele es seit Saisonbeginn wegen Standardtoren insgesamt schon waren, haben der RB-Coach und sein Team in den vergangenen Tagen ausgerechnet. Es müssen so erschreckend viele gewesen sein, dass er die Zahl nicht verraten wollte. In der Winterpause will der Trainer den Finger bei dem Thema nun ganz tief in die Wunde legen.

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„Nicht bereit, alles zu geben“

Deutliche Worte fand Stürmer Poulsen, der als Grund für die vielen Tore nach ruhenden Bällen auch die Einstellung seiner Mannschaft bemängelte: „In meinen Augen sind wir nicht bereit, alles zu geben.“ In die gleiche Kerbe schlug Kapitän Willi Orban: „Es war klar, dass es heute auf die Mentalität ankommt. Wenn du dann in den entscheidenden Momenten nicht scharf genug bist, fehlen mir die Worte.“ Denn auch ohne Stammspieler wie Emil Forsberg, Marcel Sabitzer, Dayot Upamecano und Naby Keita waren die Leipziger gegen Mainz lange auf der Siegerstraße.

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Willi Orban (RB Leipzig): Ich glaube schon, dass der Standard entscheidend war. Wir sprechen das vor dem Spiel immer an und ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll. Ich bin sprachlos. Zur Galerie
Willi Orban (RB Leipzig): "Ich glaube schon, dass der Standard entscheidend war. Wir sprechen das vor dem Spiel immer an und ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll. Ich bin sprachlos." ©

Nach dem 15. Spieltag ziehen die Bayern an der Spitze der Tabelle weiter unbeeindruckt ihre Kreise, haben den Vorsprung auf die Leipziger bereits auf acht Punkte ausgebaut. Mit dem 1:0-Sieg in Frankfurt feierten sie bereits am Samstag die Herbstmeisterschaft. Weil es zwischen den direkten RB-Verfolgern aus Gladbach und Schalke jedoch keinen Gewinner gab, bleibt das Hasenhüttl-Team auch nach diesem Wochenende Tabellenzweiter. Aber auf den internationalen Startplätzen hinter dem Rekordmeister wird es immer kuschliger. Keeper Gulacsi sagt deshalb vor dem Jahresendspurt: „Wir haben noch zwei Spiele und wollen da so viel wie möglich Punkte holen.“ Am Dienstag geht´s nach Wolfsburg, zum Abschluss der Hinrunde ist am dritten Advent Hertha BSC zu Gast.

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