01. Mai 2019 / 21:09 Uhr

Star-Torhüter René Adler hört auf

Star-Torhüter René Adler hört auf

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
René Adler hängt die Torwart-Handschuhe an den Nagel: Der gebürtige Leipziger muss verletzungsbedingt seine Karriere beenden. 
René Adler hängt die Torwart-Handschuhe an den Nagel: Der gebürtige Leipziger muss verletzungsbedingt seine Karriere beenden.  © 2018 Getty Images
Anzeige

Aufgrund diverser Verletzungen legt der gebürtige Leipziger die Comeback-Pläne beiseite und entscheidet sich dafür, seine Karriere zu beenden.

Anzeige

Leipzig. 269 Bundesligaspiele für Bayer Leverkusen (138), den Hamburger SV (117) und Mainz 05 (14), zwölf Länderspiele und zwölf verletzungsbedingte Auszeiten: René Adler ist beziehungsweise war das Stehaufmännchen unter der deutschen Torhüter-Gilde, kämpfte sich immer wieder zurück. Die neuerlichen Comeback-Pläne hat der gebürtige Leipziger, 34, jetzt ad acta gelegt. Der studierte Sportmanager und Unternehmer in Sachen Torwart-Handschuhe muss seine Fußballschuhe wegen eines Knorpelschadens im Knie und diverser anderer irreparabeler Schäden an den Nagel hängen. „Das Vertrauen in den Körper ist nicht mehr da, deshalb höre ich jetzt auf“, so Adler in einem Stern-Interview. Gegenüber dieser Zeitung hatte der Ex-Nationaltorhüter Ende Januar mit einem sinnerweiternden Wechsel ins Ausland geliebäugelt, aber auch ein Karriere-Ende in Betracht gezogen. „Mein Lebensglück hängt nicht davon ab, ob ich es nochmal schaffe, ich will nicht irgendwann mit einem künstlichen Gelenk rumlaufen. Selbstmitleid gibt es bei mir nicht, ich bin stolz auf meine Karriere und vor allem darauf, dass ich die vielen Rückschläge weggesteckt habe. Ein wahrer Champion steht wieder auf, wenn er am Boden liegt. Wenn es mit dem Profifußball vorbei ist, werde ich nicht daheim rumliegen und an die Decke starren.“

Anzeige
Mehr zum Thema

Adler musste mit zarten 15 Jahren seinen VfB Leipzig und seine Heimat in Richtung Leverkusen verlassen, „weil hier kein Geld für Torwarttraining da war“. Die Showbühne Bundesliga betrat der 1.91 Meter große und feingliedrige Torhüter am 25. Februar 2007, hielt beim Leverkusener 1:0-Sieg auf Schalke wie ein junger Gott. Die WM 2010 verpasste der Stammkeeper der Nationalelf wegen einer Rippenverletzung. Seitdem steht ein gewisser Manuel Neuer im deutschen Tor.

Red Bull für Leipzig ein Sechser im Lotto

Dass sich Dietrich Mateschitz 2009 für den Standort Leipzig entschieden hat, hält Adler für clever und nahezu alternativlos. „Super Stadt, große Fußball-Tradition, niedere Spielklasse, Hunger nach Profifußball. Red Bull war und ist für Leipzig wie ein Sechser im Lotto. Mit Zusatzzahl.“



Mainz 05? „Ist ein besonderer Club. Man hat während meiner Verletzungspause nie Druck auf mich ausgeübt, mir viel Freiraum bei der Reha gewährt. Das ist ein positives Beispiel, wie man miteinander umgeht.“

Mainz-Trainer Sandro Schwarz lässt vorm Heimspiel gegen RB Leipzig nichts auf seinen (Ex-)Torhüter kommen. „René ist ein wunderbarer Mensch und war ein Klasse-Keeper. Allein seine Anwesenheit im Training hat das Niveau angehoben. Ich wünsche ihm das Beste, er wird auch nach seiner Profi-Karriere seinen Weg gehen.“

DURCHKLICKEN: Die Bilder zur 0:3-Niederlage am 29. April 2018

FSV Mainz 05 - RB Leipzig (3:0) Zur Galerie
FSV Mainz 05 - RB Leipzig (3:0) ©

Übrigens: Sein letztes Bundesligaspiel bestritt René Adler am 29. April 2018 beim 3:0-Sieg gegen, ja, RB Leipzig. Am Samstag empfängt Mainz wieder RB. Adler gestern gegenüber dem SPORTBUZZER: „Damit schließt sich der Kreis.“ Frohe Botschaft: Im Sommer steigt ein LVZ-Kuppeltalk mit dem prominenten Leipzig-Export Adler. Näheres in Bälde.