01. August 2021 / 15:37 Uhr

Stark erkämpftes 1:1 – Dynamo Dresden holt Punkt in Hamburg

Stark erkämpftes 1:1 – Dynamo Dresden holt Punkt in Hamburg

Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
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Tim Knipping köpfte nach einer Ecke den Ball zum 1:1 in die Maschen. © Getty Images
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Bei Hamburger Schietwetter dominierten die Hausherren das Spiel und Dynamo Dresden geriet früh in Rückstand. Doch mit Mut und Wille kämpften sich die Schwarz-Gelben im Volksparkstadion in die Partie. Am Ende trennten sich die Mannschaften 1:1-Unentschieden.

Hamburg/Dresden. Zweitliga-Aufsteiger Dynamo Dresden ist beim Hamburger SV eine Überraschung gelungen. Die Schwarz-Gelben entführten am Sonntagnachmittag beim 1:1 (0:1) einen Punkt aus der Hansestadt. Vor 17.100 Zuschauern bei schwierigen Bedingungen im verregneten Volksparkstadion traf Reis (5.) zur frühen Führung. Kapitän Tim Knipping gelang nach einem Eckball der Ausgleich (68.). Es war nach vier verlorenen Begegnungen gegen die Hansestädter der erste Zähler gegen den HSV im Fußball-Unterhaus – und ein besonders hart erkämpfter nach starker Defensivleistung.

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HSV bestimmte Anfangsphase

Dynamo-Trainer Alexander Schmidt setzte sein Vertrauen in jene Startelf vom souveränen 3:0-Sieg der Vorwoche im Heimspiel gegen den FC Ingolstadt. Doch schon früh zeigte sich, dass sich die Partie diesmal vor allem in Richtung des eigenen Gehäuses entwickeln würde, wobei Keeper Kevin Broll eine richtig starke Leistung ablieferte. Zwar gab Christoph Daferner den ersten Torschuss ab, doch der Ball rollte am Kasten vorbei und zudem wurde die Situation abgepfiffen, weil der Doppeltorschütze vom Auftakterfolg zuvor mit der Hand dran war (4.).

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Bei Hamburger Schietwetter erkämpfte sich Dynamo Dresden am zweiten Spieltag der 2. Bundesliga einen Punkt beim HSV. Endstand 1:1. Zur Galerie
Bei Hamburger Schietwetter erkämpfte sich Dynamo Dresden am zweiten Spieltag der 2. Bundesliga einen Punkt beim HSV. Endstand 1:1. ©

Der erste ernstzunehmende HSV-Vorstoß hingegen saß. Wintzheimer hatte auf dem linken Flügel viel Platz, doch seine Flanke verpassten Freund und Feind im Strafraumzentrum. Erst im Rückraum stand Ludovit Reis völlig frei und nahm den Ball direkt. Chris Löwe warf sich entgegen und verdeckte Kevin Broll somit etwas die Sicht. Wohl erst im letzten Moment sah der SGD-Schlussmann das Spielgerät – zu spät. Es rutschte ihm durch, die Heimelf bejubelte die Führung (5.). Das war zugleich das erste Gegentor im saisonübergreifend achten Punktspiel unter Alexander Schmidt.

Die Gastgeber bestimmten schon in der Anfangsphase die Begegnung und drängten die Dresdner in die Defensive. Die Innenverteidiger Tim Knipping und Michael Sollbauer hatten Schwerstarbeit zu leisten. Dennoch gab es dicke Möglichkeiten für den HSV, so Robert Glatzels Doppelchance in der 19. Minute, als er erst an Kevin Broll scheiterte und danach knapp rechts vorbeischoss. Immer wieder schenkte Dynamo die Kugel zu schnell wieder her. Die Hansestädter erarbeiteten sich nicht nur ein klares Übergewicht beim Ballbesitz, sondern glänzten auch mit einer besseren Zweikampfquote und deutlich mehr Torschüssen.

In Halbzeit zwei mutiger

Den einzigen halbwegs brauchbaren Versuch der Gäste aufs gegnerische Tor in Durchgang eins konnte Christoph Daferner für sich verbuchen, doch sein Abschluss aus der zweiten Reihe war kein Problem für Daniel Heuer Fernandes (20.). Brandon Borrello und Ransford Königsdörffer auf den Offensivflügeln hatten einen sehr schweren Stand, verloren fast alle Eins-gegen-Eins-Situationen. Vorn kaum Entlastung, die Hintermannschaft dagegen stand weiter unter Dauerdruck. Kevin Broll rettete mit schöner Flugeinlage gegen Wintzheimer (35.) und starkem Reflex gegen Kinsombi (38.) den knappen 0:1-Rückstand in die Halbzeitpause.

Das war auch die einzig positive Nachricht aus Dresdner Sicht beim Seitenwechsel – mit viel Kampf und Einsatz hatte man weitere Hamburger Treffer verhindert. Weil offensiv jedoch fast nichts gegangen war, brachte Schmidt mit Beginn des zweiten Durchgangs Vlachodimos und Mörschel für die blass gebliebenen Borrello und Kade. Und plötzling ging was, denn Dynamo kam mutiger aus den Kabinen: Königsdörffer spielte Doppelpass mit Daferner, doch seinen Schuss aus aussichtsreicher Position blockte Gyamerah (48.). Noch besser die Chance von Vlachodimos, der von Jonas David aber letztlich an einem stärkeren Abschluss gehindert wird – der Keeper hält (52.).


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<b>(1) Kevin Broll:</b> Dynamos Mann des Tages muss lediglich in der 5. Spielminute hinter sich greifen: sieht den Ball beim Abschluss von Ludovit Reis erst im letzten Moment und agiert dann etwas unglücklich, wodurch ihm der Ball durchrutscht – 0:1. In der 18. Minute beim Abschluss von Glatzel zur Stelle. Fliegt nach Wintzheimer-Schuss in der 35. Minute schön und sichert seinen Kasten ab. Hält Kinsombis Torschuss in der 38. Minute stark. In der zweiten Halbzeit phasenweise mit ein paar ruhigeren Minuten, vom HSV kommt etwas weniger. In der 82. Minute mit der Rettung beim Abschluss von Kinsombi. Auch in der 83. Spielminute klärend am Ball. Immer da, wenn er gebraucht wird. Große Aktie am Punkt für die SGD – vor allem auch mit starken Paraden in der Nachspielzeit. Note: 1,5. Zur Galerie
(1) Kevin Broll: Dynamos Mann des Tages muss lediglich in der 5. Spielminute hinter sich greifen: sieht den Ball beim Abschluss von Ludovit Reis erst im letzten Moment und agiert dann etwas unglücklich, wodurch ihm der Ball durchrutscht – 0:1. In der 18. Minute beim Abschluss von Glatzel zur Stelle. Fliegt nach Wintzheimer-Schuss in der 35. Minute schön und sichert seinen Kasten ab. Hält Kinsombis Torschuss in der 38. Minute stark. In der zweiten Halbzeit phasenweise mit ein paar ruhigeren Minuten, vom HSV kommt etwas weniger. In der 82. Minute mit der Rettung beim Abschluss von Kinsombi. Auch in der 83. Spielminute klärend am Ball. Immer da, wenn er gebraucht wird. Große Aktie am Punkt für die SGD – vor allem auch mit starken Paraden in der Nachspielzeit. Note: 1,5. ©

Daferners Abschluss (57.) von der Strafraumgrenze ging dann deutlich übers Tor – bei diesem Konter war mehr drin. Kurz darauf stockte den Hamburger Fans der Atem: Dynamo-Neuzugang Luca Herrmann kam im Luftkampf gegen Meffert zu spät (58.), der zu Boden ging und benommen ausgewechselt werden musste – Gelbe Karte für Herrmann. Bei Dynamo kam in der 61. Minute Neuzugang Michael Akoto zu seinem Debüt, als er für Chris Löwe eingewechselt wurde.

Heiße Schlussphase

Nach dem Seitenwechsel hielten die Dresdner jedenfalls wesentlich besser dagegen und belohnten sich schließlich per Standardsituation dafür. Jonas David hatte eine scharfe Direktabnahme von Morris Schröter zur Ecke geblockt (67.). Die trat Luca Herrmann von rechts und fand den kopfballstarken Innenverteidiger Tim Knipping, der mit seiner ganzen Erfahrung den Ball gekonnt per Kopf im langen Eck versenkte – der 1:1-Ausgleich für Dynamo (68.) war zu diesem Zeitpunkt noch immer eher schmeichelhaft, aber in Addition mit dem besseren Auftritt in Durchgang zwei und der insgesamt starken kämpferischen Leistung auch keinesfalls unverdient.

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<b>Christoph Daferner (Dynamo Dresden):</b> Das war heute ein hartes Stück Arbeit, wir sind nicht so gut ins Spiel gekommen und mussten uns dann erst mal reinkämpfen. Wenn du in Hamburg 0:1 in Rückstand gerätst, wird es natürlich sehr schwer. Am Ende noch mit einem 1:1 hier raus zu gehen, ist natürlich top! Es hat heute nicht alles funktioniert, aber wir haben trotzdem alles reingeworfen, gekämpft und uns am Ende belohnt. Für Tim freut es mich auch, er wollte letztes Jahr schon immer ein Eckballtor schießen. Heute in Hamburg ist es natürlich noch besonderer, dass er da sein erstes Tor schießt. Zur Galerie
Christoph Daferner (Dynamo Dresden): "Das war heute ein hartes Stück Arbeit, wir sind nicht so gut ins Spiel gekommen und mussten uns dann erst mal reinkämpfen. Wenn du in Hamburg 0:1 in Rückstand gerätst, wird es natürlich sehr schwer. Am Ende noch mit einem 1:1 hier raus zu gehen, ist natürlich top! Es hat heute nicht alles funktioniert, aber wir haben trotzdem alles reingeworfen, gekämpft und uns am Ende belohnt. Für Tim freut es mich auch, er wollte letztes Jahr schon immer ein Eckballtor schießen. Heute in Hamburg ist es natürlich noch besonderer, dass er da sein erstes Tor schießt." ©

Nun war das Spiel nicht nur auf dem Papier wieder offen, woran die SGD eine riesige Aktie hatte – der HSV, der seine Chancen nicht genutzt hatte, bekam nun plötzlich die Flatter. Bei den Schwarz-Gelben kamen Hosiner für Königsdörffer (71.) und Aidonis für Schröter (74.). Hamburger Offensivaktionen waren nun phasenweise seltener, dafür konterte Dynamo und hätte damit fast sogar Erfolg gehabt, doch Heuer Fernandes roch bei einem Querpass den Braten und klärte (76.).

In der Schlussphase drehte der HSV genau wie bei seinem Sieg in der Vorwoche auf Schalke noch mal auf, doch Broll entschärfte Kinsombis Großchance zum Siegtor mit einer schönen Parade (82.). Auch die SGD hatte fast die Chance zum entscheidenden Treffer, doch bei einem Konter wollte Hosiner den letzten Pass auf Daferner durchstecken, blieb aber hängen (88.). In der reichlich fünfminütigen Nachspielzeit lieferten sich beide Teams noch mal einen Schlagabtausch, doch die Sachsen retteten den Punkt über die Zeit. Vier Punkte nach zwei Spielen lassen sich zum Zweitliga-Start mehr als sehen!