09. Februar 2020 / 19:16 Uhr

Starke 20 Minuten reichen Babelsberg 03 gegen Viktoria nicht (mit Galerie)

Starke 20 Minuten reichen Babelsberg 03 gegen Viktoria nicht (mit Galerie)

Detlef Braune
Märkische Allgemeine Zeitung
Viktoria Berlin erzielt das 1:0.
Viktoria Berlin erzielt das 1:0. © Jan Kuppert
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Regionalliga Nordost: Die Kiezkicker ziehen bei Viktoria Berlin mit 0:1 den Kürzeren.

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Wind, ein holpriger Rasen, zwei auf dichte Abwehrreihen bedachte Mannschaften – von Fußball konnte beim Regionalliga-Duell FC Viktoria 1889 gegen den SV Babelsberg 03 lange keine Rede sein. Die stimmungslose Begegnung am Sonntag vor 847 Zuschauern im Stadion Lichterfelde am Ostpreußendamm glich lange einem Totentanz, hätten sich nicht wenigstens die 300 Gäste-Fans bemerkbar gemacht.

Doch so trist das Geschehen bis zur Pause war, umso stürmischer ging es im zweiten Abschnitt zu. 20 Minuten lang dominierten die Gäste. Zwei gute Gelegenheiten boten sich den Nulldreiern, doch Daniel Frahn (52.) und Bogdan Rangelov (55.) scheiterten jeweils an Berlins Keeper Stephan Flauder. Rangelov und Fabrice Montcheu hatten Frahn völlig freigespielt, der Flauder anschoss. „Ich hätte in eine Torecke schießen müssen“, ärgerte sich der Rückkehrer. Rangelov bekam den Ball drei Minuten später von Frahn serviert. Der Serbe zwang von der Strafraumgrenze den Keeper zu starker Parade.

In Bildern: Der SV Babelsberg 03 verliert mit 1:0 bei Viktoria Berlin.

Fabrice Montcheu (I.) und Daniel Frahn beim Einlaufen. Zur Galerie
Fabrice Montcheu (I.) und Daniel Frahn beim Einlaufen. © Jan Kuppert

Die nach dem 1:0 gegen den Chemie Leipzig auf drei Positionen anders besetzte Gäste-Elf deutete in dieser Phase an, wozu die Truppe auch spielerisch fähig ist. Die Ängstlichkeit der ersten Hälfte, als sich die Akteure praktisch gegenseitig auf den Füßen standen, war abgelegt. Rangelov zerrte da zwar an den Ketten, doch er bekam gegen die beste Abwehr der Staffel (nur 13 Gegentore) keine Unterstützung. Auf der Gegenseite schoss Christoph Menz von der linken Außenlinie einen gefährlichen Freistoßball, den der reaktionsschnelle Nulldrei-Torwart Dominik Picak um den Pfosten drehte (26.) Die zweite Aufregung gab es sieben Minuten später. Noah Awassi vertändelte im Strafraum den Ball, aber Viktoria-Akteur Mattis Daube schloss kläglich ab.

Nach der Pause lockerten sich die Fronten, doch nach 65 Minuten war es mit der Babelsberger Herrlichkeit vorbei. Die quirligen Hausherren übernahmen das Kommando. Der Mann im gelben Trikot, Picak, rückte mehrmals in den Mittelpunkt, entschärfte Schüsse des Ex-Balelsbergers Tino Schmidt und von Cini Falcao. Auf den Rängen schlichen sich schon Gedanken eines torlosen Ablaufs ein, da passierte es in einer scheinbar harmlosen Situation doch noch. Einen Eckball des eingewechselten Philipp Müller köpfte Patrick Kapp mühelos ein (76.). „Ausgerechnet der Kleinste von Viktoria stand völlig frei“, ärgerte sich der Babelsberger Frahn.

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Eine stürmische Antwort der Filmstädter blieb aus, weil im Abstiegskampf jeder mit sich zu tun hat. „Die Babelsberger mussten aufpassen, sie kannten unsere Geschwindigkeit nach vorn“, meinte Viktoria-Kapitän Marcus Hoffmann, der auch schon einst am Babelsberger Park die Töppen geschnürt hatte.

Nulldrei-Trainer Predrag Uzelac ärgerte sich über „das billige Gegentor“, das seine Mannschaft schlucken musste. Er musste noch mehr Mängel konstatieren. „Wir haben im Mittelfeld vor der Pause zu wenig nach vorn gemacht, Probleme mit den zweiten Bällen sowie mit Kopfbällen gehabt.“ Er erweiterte seine Wunschliste an die Spieler. „Wir müssen präsenter werden, und unsere Zugänge brauchen Spielpraxis.“

In Bildern: Die Brandenburger "Bilder der Woche" der Saison 2019/20.

Die Brandenburger Bilder der Woche der Saison 2019/20. Zur Galerie
Die Brandenburger "Bilder der Woche" der Saison 2019/20. ©

„Der Wind hat genervt“, registrierte Berlins Coach Benedetto Muzzicato. „Es war kein gutes Spiel, aber wir haben den Sieg ein bisschen mehr gewollt.“

„So viele Chancen bekommen wir in unserer Situation nicht, da müssen wir zuschlagen“, so das Fazit des zurückgekehrten verlorenen Nulldrei-Sohns Frahn, der nach halbjähriger Pause beim zweiten Einsatz durchspielte. Sein Wunsch: an alte Leistungen anknüpfen und sich mit den kritischen Fans aussprechen. „Ich freue mich auf die Aussprache am Donnerstag, um Ruhe reinzubringen.“

Viktoria 89: Flauder – Gunte, Hoffmann, Kapp – Daube (71. Yamada), Menz, Röcker, Becker – Brand (62. Müller), Schmidt (88. Ndualu), Falcao.

Babelsberg 03: Picak – Awassi, Lela, Rode – Montcheu (81. Wolf), Koch, Danko, Siebeck – Rangelov (85. Müller), Nattermann, Frahn.