13. Dezember 2021 / 15:26 Uhr

Starke Hinrunde: Vorsfeldes Coach über Kunstrasen im Hochsommer und "Hans Dampf"

Starke Hinrunde: Vorsfeldes Coach über Kunstrasen im Hochsommer und "Hans Dampf"

Julian Voges
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Zuverlässiger, aber unauffälliger Arbeiter: Vorsfeldes Coach Willi Feer weiß, was er an Ferhat Oral (M.) hat.
Zuverlässiger, aber unauffälliger Arbeiter: Vorsfeldes Coach Willi Feer weiß, was er an Ferhat Oral (M.) hat.
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Der SSV Vorsfelde ist nach der Hinrunde in der Fußball-Landesliga das Maß der Dinge, ist Tabellenerster und spielte bisher eine starke Saison. Dabei ist Coach Willi Feer gerade die einzige Niederlage in besonderer Erinnerung geblieben - und der Trainer spricht einem Spieler ein Lob aus, der „immer ein wenig unter dem Radar läuft“.

Die Landesliga-Hinrunde ist beendet und für Spitzenreiter SSV Vorsfelde hätte es kaum besser laufen können. 14 Spiele hat die Mannschaft von Willi Feer absolviert – lediglich die Partien bei Nörten-Hardenberg (Corona-Fall aufseiten des SSV) und das Heimspiel gegen Göttingen 05 (Pandemie-bedingte Absage), fielen aus. Vorsfelde grüßt mit 37 Zählern von der Tabellenspitze, hat mit 47 Treffern den besten Angriff sowie mit lediglich zehn Gegentoren die beste Abwehr der Liga. Doch ausgerechnet die einzige SSV-Niederlage bleibt Feer in besonderer Erinnerung.

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Das besondere Spiel

Am vierten Spieltag unterlag der SSV bei Vahdet Braunschweig überraschend mit 1:2. „Da haben wir im Hochsommer auf Kunstrasen spielen müssen“, erinnert sich Feer, räumt aber ein: „Das Spiel haben wir aber auch verdient verloren. So ein Spiel hast du immer mal dabei.“

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Die Hinrunde

Ansonsten war Vorsfeldes Hinrunde, bis auf das 1:1 in Lengede, makellos. Insbesondere das heimische Drömlingstadion ist eine Festung, aus acht Begegnungen wurde die maximale Punkteausbeute eingefahren, kein Team ist in seinem Wohnzimmer stärker. „Es ist schon sehr ordentlich. Die Heimbilanz ist sehr gut“, lobt Feer, der aber auch die Auswärtsauftrittegut bewertet: „Man muss da berücksichtigen, wir hatten auswärts Kracher wie Lengede, Eintracht II und den Tabellenzweiten Schöningen, insofern muss man das etwas relativieren.“

Die Verfolger

Schöningen ist ärgster SSV-Verfolger, hat sechs Punkte Rückstand und ein Spiel weniger absolviert. Die Zweitvertretung von Eintracht Braunschweig hat sogar noch vier Nachholspiele – sollten diese allesamt gewonnen werden, hätte das Team von Trainer Marcus Danner nur noch einen Zähler Rückstand. Deshalb bleibt Feer vorsichtig und mahnt: „Wir dürfen nicht anfangen zu träumen und uns zurücklehnen. Es ist überhaupt noch gar nichts passiert. Eine Meisterschaft entscheidet sich meist April, Anfang Mai.“

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Das wird angepackt

Zurücklehnen wird sich im SSV-Trainerteam in der Winterpause keiner, denn „Stillstand ist Rückschritt. Wir ruhen uns auch deshalb nicht aus, weil wir in allen Bereichen auch noch Verbesserungspotenzial haben“, sagt Feer. Doch wo genau wird der 59-Jährige seine Mannschaft anpacken? Feer: „Wir haben im Spiel noch zu viele einfache Ballverluste. Positionsspezifisch können wir uns auch noch steigern, indem wir zum Beispiel Räume noch schneller erkennen. Zudem können wir auch im läuferischen Bereich noch zulegen.“ Bis zum Vorbereitungsstart am 3. Januar haben Feers Schützlinge erstmal frei, jeder Spieler arbeitet bis dahin individuell und in Eigenverantwortung.

Die Säulen

Eine Ruhepause hat sich jeder Feer-Schützling verdient - einen Akteur herausheben möchte Vorsfeldes Coach eigentlich nicht – denn, „jeder Spieler habe das gebracht, was wir im Trainerteam von ihm auch erwartet haben“. Trotzdem ragten mit Torjäger Dustin Reich (zwölf Treffer), Kapitän und Innenverteidiger Michel Haberecht (stand in allen Begegnungen auf dem Feld) oder Mittelfeldstratege Melvin Kick (sechs Treffer) einige feste Säulen des Teams heraus.

Das Sonderlob

Ein Sonderlob für Sommer-Neuzugang Ferhat Oral, der als Sechser „immer ein wenig unter dem Radar läuft“, ließ sich Feer dann doch entlocken. „Das ist ein Spieler, der uns auf der Sechs noch mal so richtig guttut. Gerade aufgrund seines Temperaments, seiner fußballerischen Klasse und seiner Fähigkeiten, die er sonst noch besitzt. Das hat uns auf jeden Fall noch gefehlt“, so Feer. „Das ist ein Hans Dampf in allen Gassen: der möchte am liebsten hinten aufbauen, den finalen Pass spielen und den Ball am Ende auch noch versenken.“

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