24. März 2019 / 19:57 Uhr

Starker und disziplinierter Auftritt des SV Atlas Delmenhorst

Starker und disziplinierter Auftritt des SV Atlas Delmenhorst

Nico Nadig
Weser-Kurier
Ginge es nach Olaf Blancke, dem Trainer des SV Atlas Delmenhorst, dann wären für sein Team auch drei Punkte möglich gewesen.
Ginge es nach Olaf Blancke, dem Trainer des SV Atlas Delmenhorst, dann wären für sein Team auch drei Punkte möglich gewesen. © Ingo Moellers
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Oberligist holt einen Punkt gegen das Spitzenteam HSC Hannover - 0:0

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Der SV Atlas Delmenhorst hat einen Punkt aus Hannover entführt – das Duell mit dem als Spitzenreiter in die Partie gestarteten HSC endete torlos. Ein Ergebnis, das der Fußball-Oberligist im Vorfeld wohl sofort unterschrieben hätte. Nach den 90 gespielten Minuten sah das etwas anders aus: "Wir hatten die klar besseren Torchancen. Drei Punkte hätten wir heute holen können", meinte SVA-Coach Olaf Blancke. Einen Vorwurf wollte er seinem Team jedoch keinesfalls machen. Schließlich war die Personalsituation äußerst angespannt.

So war bereits im Vorfeld klar, dass Blancke seine Startelf im Vergleich zur Vorwoche auf einigen Positionen verändern wird. Oliver Rauh spielte für den rotgesperrten Marco Prießner im Sturm. Musa Karli lief nach überstandener Grippe von Anfang an auf der Zehn für den verletzten Tom Schmidt auf. Auf der linken Seite startete Leon Lingerski, auf der rechten Patrick Degen. Dahinter bekleideten Nick Köster und Thade Hein die Sechser-Position. In der Abwehr rückte Keisuke Morikami in die Startelf und verdiente sich für seine Leistung als Rechtsverteidiger ein Sonderlob von Olaf Blancke. "Er und Thade haben das, was ich ihnen noch im Bus erzählt habe, wirklich super umgesetzt. Ich bin sehr zufrieden", meinte der Coach.

Wenig überraschend richtete er seine Mannschaft recht defensiv aus. Atlas stand 90 Minuten lang sehr tief und eng gestaffelt – die Blau-Gelben verdichteten die Räume über weite Strecke wirklich gut. "Es war insgesamt so angeordnet, dass der HSC mehr Ballbesitz hat. Wir haben unsere Ordnung gehalten. Das war super diszipliniert", lobte Blancke. Über weite Strecke ließ Atlas die Gastgeber bis zur Mittellinie recht frei gewähren, aber die Blau-Gelben verkrochen sich keineswegs nur in die eigene Hälfte. Bei Ballgewinnen im Mittelfeld schalteten sie schnell um und probierten häufig, Oliver Rauh zu schicken. Bei einigen Abspielversuchen in die Schnittstelle der HSC-Abwehr haperte es jedoch an der Präzision.

Insgesamt war Atlas an diesem Tag die vor allem zweikampfstärkere Mannschaft: Die Blancke-Elf presste situativ geschickt an und eroberte so einige Bälle. Und die Abwehr um das Innenverteidiger-Duo Marlo Siech/Karlis Plendiskis ließ fast keine Chance zu. Blancke: "Unser Plan, die Offensive lahmzulegen, ist aufgegangen." Allerdings sollte an dieser Stelle erwähnt werden, dass die Gastgeber auch nicht den allergrößten Druck entfalteten. Sie wussten mit ihrem Ballbesitz nichts anzufangen. Die Hannoveraner schoben das Spielgerät 40, 50 Meter vor dem Atlas-Gehäuse hin und her, drangen aber nur selten in die gefährlichen Zonen vor. Ihnen fehlten Tempo und Ideen. Das bemängelte auch ihr Trainer Martin Polomka: "Wir hatten viel Ballbesitz in Zonen, die für mich nicht relevant sind. Optisch waren wir so vielleicht überlegen. Das war von uns kein gutes Spiel", haderte der HSC-Coach im Anschluss mit der Leistung seiner Elf. Er hätte sich von seiner Mannschaft mehr Ideen und Lösungen gewünscht. Auch nachdem er das in der Halbzeitpause angesprochen hatte, änderte sich kaum etwas am Spiel der Gastgeber.

Tatsächlich lassen sich die Torchancen der Hannoveraner an einer Hand abzählen. Wirklich gefordert wurde Atlas-Schlussmann Florian Urbainski jedenfalls nur ein einziges Mal: In Minute 75 entschärfte er einen Kopfball von Fabian Weigel. Nun war es keinesfalls so, dass Atlas sich eine Vielzahl an Möglichkeiten erspielte. Aber die Blau-Gelben hatten – wie bereits erwähnt – die besseren Chancen. Allein Musa Karli hätte in Durchgang ein, zwei Tore machen können. Lingerski flankte von rechts auf den zweiten Pfosten, dort stand Karli relativ frei und zog ab. Sein Schuss rauschte knapp vorbei (10.). Nur zwei Minuten später schickte Hein den auf der Außenbahn durchgestarteten Oliver Rauh, der eine gute Übersicht bewies und das Leder zurücklegte. Aus etwa zwölf Metern setzte Karli den Ball über das HSC-Gehäuse. "Einen davon hätte ich machen können", meinte Karli im Anschluss und ergänzte: "Den Punkt nehmen wir gerne mit. Wir haben gut gekämpft, aber spielerisch ist da noch Luft nach oben."

Bis zur Pause hatten die Gäste noch zwei weitere gute Möglichkeiten. Zuerst verpasste Lingerski hauchdünn eine Degen-Flanke, die noch so beinahe ins Tor gegangen wäre (33.). Kurz vor der Halbzeit war es dann genau andersherum: Nach einem Einwurf von Lingerski scheiterte Degen aus kurzer Distanz und aus dem Getümmel heraus am HSC-Schlussmann. "Wir haben uns einfach nicht belohnt", sagte Blancke, der auch in Durchgang zwei mitansehen musste, wie sein Team einige Chancen liegen ließ. Lingerski schoss in Minute 55 knapp über das Tor, nachdem er von Verteidiger Siech geschickt worden war. Genau zehn Zeigerumdrehungen später rauschte Degen an einer Lingerski-Flanke vorbei.

In der Folge blieben die ganz großen Chancen allerdings erst mal aus. Viel spielte sich im Mittelfeld ab. Atlas schaffte es nicht mehr, ganz so zielstrebig nach vorne zu spielen. Defensiv stand die Blancke-Elf aber weiterhin sehr gut gestaffelt und ließ Hannover, das ohnehin schon mit einer hohen Fehlpassquote zu kämpfen hätte, kaum Platz. In den Schlussminuten der Partie hätte Atlas sich dann doch noch beinahe für die vor allem starke erste Hälfte belohnt: Der eingewechselte Aladji Barrie legte zurück auf Musa Karli, doch erneut ging der Schuss drüber (87.). Thade Hein verpasste in der Schlussminute eine Flanke von Linksverteidiger Dennis Mooy.

Zwischen diesen zwei Möglichkeiten tauchte auch der Gastgeber einmal vor dem Gehäuse von Florian Urbainski auf, doch der Schuss von Torben Deppe verfehlte das Ziel. So blieb es beim 0:0-Unentschieden. "Atlas hat sich diesen Punkt wirklich mehr als verdient", erkannte auch HSC-Trainer Polomka an.

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