06. Dezember 2021 / 16:42 Uhr

Starkes Fünf-Punkte-Wochenende für die Grizzlys: Nur der Start war "grottenschlecht"

Starkes Fünf-Punkte-Wochenende für die Grizzlys: Nur der Start war "grottenschlecht"

Benno Seelhöfer
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Im Gespräch mit Toto Rech: Grizzlys-Coach Mike Stewart (l.) lobte den Stürmer, der nun seine Tor-Flaute beenden konnte.
Im Gespräch mit Toto Rech: Grizzlys-Coach Mike Stewart (l.) lobte den Stürmer, der nun seine Tor-Flaute beenden konnte. © City-Press GmbH/Grizzlys Wolfsburg
Anzeige

Das Auftakt-Drittel in das DEL-Wochenende gegen die Iserlohn Roosters lief für die Grizzlys alles andere als rund. Doch das Team fand schnell in den Rhythmus - nicht zuletzt beim überragenden 7:3 in Mannheim. Das lag auch daran, dass die Wolfsburger anscheinend an einigen Stellschrauben gedreht haben.

Fünf Punkte in zwei Spielen - ihre lange Trainingswoche vor dem vergangenen Wochenende haben die Grizzlys Wolfsburg offenbar gut genutzt, schließlich gab es die eine oder andere Stellschraube, an der Coach Mike Stewart und sein Team noch mal drehen wollten. Die Grizzlys waren in den ersten vier Auftritten nach der Deutschland-Cup-Pause weit davon entfernt, schlecht zu sein, doch ein wenig schien der Schwung im Spiel zu fehlen. Den fand das Team aber wieder - nicht zuletzt beim überragenden 7:3 in Mannheim am Sonntag.

Anzeige

Dabei waren die beiden Spiele (zudem gab es am Freitag ein 3:2 nach Verlängerung gegen Iserlohn) schon sehr unterschiedlich. Stichwort Start ins Spiel: "Gegen Iserlohn war der grottenschlecht", moniert Stewart. "Wir hatten zuvor acht Tage Pause, die wirkten eher wie acht Monate." Dennoch haben dem Coach die weiteren zwei Drittel seines Teams, das sich 18 Sekunden vor Schluss in die Verlängerung rettete, im Grunde gut gefallen. "Und nicht mal zwei Tage später starten wir grandios mit zwei Toren in den ersten 70 Sekunden", lobt der Coach den irren Start gegen Mannheim. "Wir hatten direkt das Momentum, und das Wichtigste: Wir haben dann anständig weitergearbeitet."

Mehr zu den Grizzlys Wolfsburg

Die Grizzlys haben in Mannheim eindrucksvoll ihren Rhythmus wiedergefunden. Und vor allem ihre Effizienz. Die fehlte gegen Iserlohn nämlich erneut. Satte 55 Mal feuerten die Wolfsburger auf den Kasten der Roosters, die Ausbeute: drei Tore. In Mannheim, wo einfach alles gelang, brauchten sie für ebenfalls drei Tore genau 50 Schüsse auf den Kasten weniger. Stewart: "Wir reden da natürlich auch über die Qualität der Chancen. Da ist auch die Tagesform entscheidend."

Effizient waren auch wieder die Stürmer. Chris DeSousa, der für das 1:0 in Mannheim doch noch nachträglich einen Scorer-Punkt als Vorlagengeber gutgeschrieben bekam, trug sich nach drei Spiele andauernder Durststrecke in beiden Duellen des Wochenendes auf dem Scoreboard ein, bleibt somit mit 32 Zählern Punkt-bester Spieler der DEL. Trevor Mingoia, vier Spiele ohne Punkt, lieferte in Mannheim auch wieder zwei Vorlagen. Und: Toto Rech, der neun Partien ohne Tor geblieben war, schlug in beiden Spielen je einmal zu - darunter der Rettungs-Treffer in die Overtime gegen Iserlohn. "Toto hat schon mehrfach gezeigt, dass er ein Torjäger ist, aber manchmal läuft es bei Torjägern einfach nicht. Auf Englisch sagt man: 'They go cold'", erklärt Stewart. Der Franzose war zwischendurch "kalt geworden", so die wörtliche Übersetzung. "Das A und O ist, dass das nicht mit allen Stürmern gleichzeitig passiert."

Rech, Mingoia, DeSousa und Jordan Murray (auf dem geteilten dritten Platz der punktbesten Verteidiger) scorten wieder fleißig. Und zudem punkteten die Wolfsburger mal wieder dreifach auf fremden Eis. "Auswärts tun wir uns schwer, das ist die Problematik", sagte Manager Charly Fliegauf noch vor einer Woche. 3:4 nach Penaltys in Nürnberg, 0:1 in Schwenningen, 1:3 in Köln - mit dem Spiel seiner Mannschaft war Stewart aber jeweils nicht unzufrieden, "aber die Ergebnisse waren nicht gut". Da kam das Duell bei Top-Team Mannheim gerade recht, wie auch in München (3:2, 4:2) und in Berlin (3:2 nach Verlängerung) sind die Grizzlys bei den Spitzenteams stark. "Das ist eher Zufall", glaubt Stewart. "Natürlich sind die Jungs gegen diese Teams top motiviert, aber es ist nicht so, dass wir gegen andere Gegner groß nachlassen."

Machacek erst mal draußen

Ebenfalls wahnsinnig effizient in beiden Spielen war Spencer Machacek. Er brauchte nur vier Schüsse für drei Tore - musste aber in Mannheim im ersten Drittel nach einem Check gegen den Kopf vorsichtshalber draußen bleiben. Stewart am Montag: "Er hat einen steifen Nacken, ich werde ihn am Dienstag im Training wohl noch mal schonen. Er ist Day-to-Day." Es wird also von Tag zu Tag geschaut, ob es für Machacek wieder geht.


Gut sieht es dagegen bei Dominik Bittner aus, der gegen Iserlohn noch gefehlt hatte. "Er fühlt sich gut", sagte Stewart. Tyler Gaudet (Aufbautraining) "macht Fortschritte", ist aber noch keine Option für die kommenden Spiele. Das allerdings könnte Luis Schinko sein, der Youngster hatte am Wochenende bei Kooperationspartner Hannover Scorpions Spielpraxis gesammelt. Stewart: "Ich habe aus Hannover einen Bericht bekommen, Luis hat ordentlich gespielt, das Timing passte aber noch nicht so ganz. Aber das ist nach der langen Pause normal." Schinko wird diese Woche wieder in Wolfsburg mittrainieren und ist eine Option für das Spiel am Freitag (19.30 Uhr) bei den Straubing Tigers.