20. Mai 2021 / 17:20 Uhr

Start frei zur Finalrunde: Empor Rostock will Schwung mitnehmen

Start frei zur Finalrunde: Empor Rostock will Schwung mitnehmen

Stefan Ehlers
Ostsee-Zeitung
Denker und Lenker des Empor-Spiels: Per Oke Kohnagel (M.), der sich hier durchgesetzt hat.
Denker und Lenker des Empor-Spiels: Per Oke Kohnagel (M.), der sich hier durchgesetzt hat. © Sebastian Heger
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Das nächste Endspiel für den HC Empor: Die Rostocker Handballer empfangen am Sonnabend im Viertelfinal-Hinspiel der Aufstiegsrunde den VfL Pfullingen. Trainer Till Wiechers meint: „Das wird extrem schwer, der Gegner ist brutal stark und hat keine Schwächen.“

Puh. Die Gruppenphase war aus Sicht des HC Empor Rostock spannender als erhofft. Nach einem verkorksten Start mit 2:4 Punkten standen die Rostocker Handballer mit dem Rücken zur Wand. „Das war keine geile Situation, wenn man weiß, dass man in Vinnhorst, gegen Hagen und in Hildesheim gewinnen muss, um weiterzukommen“, meint Spielmacher Per Oke Kohnagel.

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Empor zog den Kopf aus der Schlinge und stürmte mit drei Siegen ins Viertelfinale der Aufstiegsrunde. „Die Ergebnisse haben der Mannschaft gutgetan“, sagt Kohnagel vor dem Hinspiel am Sonnabend gegen den VfL Pfullingen (16.30 Uhr, Stadthalle).

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„Wir wollen den positiven Rückenwind aus den zurückliegenden Spielen mitnehmen“, versichert Linksaußen Nick Witte. Die Abwehr agierte zuletzt sattelfest. In der Offensive wurde selbst bei drohendem Zeitspiel immer noch eine Lösung gefunden. Wittes Devise: „Alles reinhauen und dann schauen, was am Ende dabei herauskommt.“

Trainer Till Wiechers lobt den Tabellenzweiten der Gruppe B, der wie Empor mit 8:4 Punkten in die Runde der letzten acht eingezogen ist, in höchsten Tönen. „Das wird extrem schwer, der Gegner ist brutal stark und hat keine Schwächen“, meint der Coach und fordert: „Wir müssen sechzig Minuten superkonzentriert spielen.“

Fakt ist: Kommt die Pfullinger Tormaschine erst einmal ins Laufen, ist sie schwer zu stoppen. „Das ist eine eingespielte, gefährliche Mannschaft“, urteilt Per Oke Kohnagel. „Die Pfullinger spielen ein bisschen unorthodox mit einem Rechtshänder im rechten Rückraum. Aber das machen sie richtig gut.“

Die Gäste, die am Freitag um 6 Uhr die 900 Kilometer lange Reise an die Ostsee antreten, halten den Ball flach. „Da brauchen wir nicht lange um den heißen Brei herumzureden. Aus meiner Sicht sind die Nord-Teams in der Zwischenrunde in allen Spielen die Favoriten. Wir werden sehen, wie sie die Rolle annehmen werden“, wird VfL-Coach Daniel Brack auf der Homepage des Vereins zitiert.


Co-Trainer Tobias Stoll ist weniger zurückhaltend. Zwar seien die Rostocker aufgrund der professionelleren Strukturen und dem deutlich höheren Etat „prinzipiell in der Favoritenrolle. Dennoch muss man uns an einem guten Tag erst einmal schlagen“, meint er. „Wenn wir alles in die Waagschale werfen und an die Leistungen der drei Heimspiele anknüpfen können, dann kann das eine ganz enge Kiste werden.“

Die Doppel-Veranstaltung – um 13.30 Uhr startet die Rostocker A-Jugend gegen den SC Magdeburg in den Ligapokal – findet erneut ohne Zuschauer statt.

Mit Blick auf den FC Hansa Rostock, der ab 14 Uhr vor 7500 Zuschauern den Aufstieg in die 2. Fußball-Bundesliga perfekt machen kann, habe der Verein auf eine Austragung vor kleiner Kulisse verzichtet, sagte Empor-Geschäftsführer Stefan Güter. In Zeiten, in denen noch nicht einmal der Breitensport erlaubt ist, sei es schwer vermittelbar, zwei Großveranstaltungen von Profiklubs an einem Tag durchzuführen, argumentiert Güter. Sportlich erwartet er „ein spannendes Ding“.

Nick Witte fiebert den bevorstehenden Endspielen entgegen. Die Duelle gegen Pfullingen seien „superwichtig“, betont der 25-Jährige, der Pfullingens Torjäger Lukas Fischer und Torhüter Simon Tölke aus gemeinsamen Zweitliga-Zeiten kennt. Das Trio spielte einst zusammen beim TV Neuhausen. „Ich freue mich tierisch, die beiden wiederzusehen“, sagt Witte, der bereits vergangene Woche Kontakt zu seinen ehemaligen Mitspielern hatte. „Irgendwie hatten wir es schon geahnt, dass wir aufeinandertreffen werden“, meint Linksaußen Witte. Am Sonnabend werden die Freundschaften für 60 Minuten ruhen.