06. Dezember 2020 / 21:43 Uhr

Start-Rekord lässt VfL-Manager Schmadtke kalt: "Mich interessieren nur End-Resultate"

Start-Rekord lässt VfL-Manager Schmadtke kalt: "Mich interessieren nur End-Resultate"

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
DFL prüft Ausnahmeregelung bei der 50+1-Regel: VfL-Manager Jörg Schmadtke bleibt entspannt.
Der Start-Rekord ist ihm nicht so wichtig: Jörg Schmadtke, der Manager des VfL Wolfsburg. © sport1 / Getty Images
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Der VfL Wolfsburg hat am Samstag in Köln einen Vereinsrekord aufgestellt, aber die Freude darüber hielt sich in Grenzen...

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0:0, 1:1, 0:0, 1:1, 2:1, 1:1, 2:1, 2:0, 5:3, 2:2 – zehn Spiele, zehnmal ungeschlagen! Der VfL hat mit dem 2:2 am Samstag beim 1. FC Köln einen Vereins-Rekord aufgestellt. Aber Jubel, Trubel, Heiterkeit suchte man nach dem Remis beim Wolfsburger Fußball-Bundesligisten vergebens. Jan Thielmann hatte den Geißbock-Klub in Führung geschossen, Maximilian Arnold war per tollem Freistoß-Treffer der Ausgleich gelungen, bevor Ondrej Duda Köln erneut in Front schoss, Top-Torjäger Wout Weghorst (traf per Kopf) glich aus.

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Der VfL bleibt damit weiterhin Tabellenfünfter, aber er hätte auch auf Platz drei springen können. Auf einen Champions-League-Rang. Dafür hätte es einen Sieg gebraucht, der möglich gewesen wäre. Und so schwankte die Stimmung bei Spielern und Verantwortlichen zwischen „Einerseits“ und „Andererseits“. Weiter ungeschlagen, doch so richtig zufrieden war keiner: „Wir wissen noch nicht ganz genau, was wir mit dem Punkt anfangen sollen“, sagte Trainer Oliver Glasner und merkte an, dass „mehr drin gewesen“ wäre. „Auf der anderen Seite sind wir jetzt das zehnte Spiel ungeschlagen, da müssen wir natürlich auch die Kirche im Dorf lassen und zufrieden sein.“

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Ähnlich ging es Torschütze Arnold. „Zweimal hier zurückzukommen, ist nicht so einfach“, erklärte das Eigengewächs einerseits. Und doch fühle sich der Punkt „im Moment ein bisschen komisch an“, sagte er andererseits. „So richtig kann ich das gar nicht einschätzen, ob das jetzt ein guter oder ein schlechter Punkt ist.“



Die VfLer auf der Gefühls-Achterbahn – nach einem Spiel, in dem die Wolfsburger einerseits keineswegs enttäuschten, andererseits aber auch eben nicht vollends überzeugen konnten. Hinten in zwei Szenen nicht ganz so sattelfest wie sonst und vorn nicht mit der Konsequenz wie etwa beim 5:3-Spektakel gegen Werder Bremen. Und dennoch schaffte es der VfL im Vergleich zum vergangenen Jahr noch ein Spiel länger ungeschlagen zu bleiben.

<b>Koen Casteels</b>: Der Wolfsburger Schlussmann und Kapitän agierte bei den wenigen Offensivaktionen der Frankfurter souverän, beim Elfmeter machtlos.
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Koen Casteels: Der Wolfsburger Schlussmann und Kapitän agierte bei den wenigen Offensivaktionen der Frankfurter souverän, beim Elfmeter machtlos. - Note: 3 ©

„Wir hatten zwei schwierige Situationen, die wir nicht gut verteidigt bekommen, weil wir uns zu sehr auf unser Tor konzentrieren und im Rücken erwischt werden. Aber das passiert schon mal. Und in der zweiten Halbzeit haben wir sehr dominant gespielt. Man hat über 90 Minuten gesehen, dass wir die bessere Mannschaft sind“, so die Analyse von Manager Jörg Schmadtke. Klingt so, als wäre er nicht unzufrieden gewesen. Oder doch? „Ich hätte mir schon die drei Punkte gewünscht – und die wären auch möglich gewesen“, betont der 56-Jährige. Er fügte hinzu: „Wenn du eine außerordentliche Saison spielen willst, dann müssen wir irgendwann dahin kommen, aus solchen Spielen mit drei Punkten herauszugehen.“

Der Start-Rekord interessiere ihn nicht, meinte der erfahrene Manager – und begründete: „Mich haben Rekorde noch nie interessiert, mich interessieren immer nur End-Resultate“, sagte er einerseits. „Andererseits weiß ich aber auch, dass das für den einen oder anderen wichtig ist. Für mich ist das nicht so bedeutsam, für mich ist bedeutsam, wo wir am Ende wirklich landen und wie wir dahin gekommen sind. Das ist für mich das Wichtigste.“

Zehn Spiele in Folge hat der VfL nun nicht verloren – eine beeindruckende Serie, die die Wolfsburger weiter ausbauen möchten. Am Freitag gegen Frankfurt soll diese Serie nicht reißen – und danach geht es zu Triple-Sieger Bayern. Der Rekordmeister hat schon viele Bestwerte aufstellen können – in der Spielzeit 2013/2014 etwa war er mal 28 Saisonspiele ohne Niederlage geblieben...