29. August 2019 / 20:45 Uhr

Start wieder verpennt: SC DHfK Leipzig dreht auf und gewinnt noch

Start wieder verpennt: SC DHfK Leipzig dreht auf und gewinnt noch

Matthias Roth
Leipziger Volkszeitung
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Leipzigs Joel Birlehm zog der GWD Minden mit seinen 22 (!) Paraden den Zahn und hatte so entscheidenden Anteil am 25:21-Erfolg des SC DHfK. © Rainer Justen
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Der SC DHfK Leipzig hat wie gegen die Füchse Berlin die ersten zehn Minuten im Spiel weggeschenkt und doch noch bei GWD Minden mit 25:21 gewonnen. Zwei Spieler erwiesen sich dabei als Sieggaranten.

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Minden. Dem SC DHfK Leipzig ist ein Topstart in die neue Saison der Handball-Bundesliga gelungen. Nach dem Auftaktsieg gegen die Füchse Berlin gewann die Mannschaft von Trainer André Haber auch das erste Auswärtsspiel und bezwang GWD Minden mit 25:21 (9:12). Franz Semper war mit zehn Treffern bester Torschütze, Joel Birlehm überragte mit 22 Paraden im Tor.

 „So eine Torhüterleistung habe ich noch nie erlebt. Das ist bombastisch, herausragend“, sagte Semper über seinen Kollegen Birlehm. Der Keeper selbst wollte seine Leistung nicht überbewerten. „Mir ist das scheißegal, wichtig ist, dass wir zwei Punkte mitnehmen“, sagte er.

Was bitte schön war das aber schon wieder für eine Anfangsphase? Schon gegen die Füchse Berlin brauchte der SC DHfK fast elf Minuten für den ersten Treffer. Das Auftakttor fiel zwar dieses Mal schon nach knapp vier Minuten, es nutzte nur nicht viel. Auf der Anzeigetafel leuchtete nach 13 Minuten ein 8:1 für Minden auf. „So ein Ergebnis ist gefährlich gegen Leipzig, da können wir in Berlin nachfragen“, stellte dann auch GWD-Coach Frank Carstens.

Haber erneut zu früher Auszeit gezwungen

Haber nahm trotzdem früh die erste Auszeit und mahnte: „Lasst sie ungeduldig werden.“ Zudem nahm der Coach einen Wechsel in der Abwehr vor und tauschte das Duo Roscheck/Janke gegen Müller/Mamic. In der Defensive brachte dieser Wechsel mehr Stabilität, löste aber ein Hauptproblem nicht: Im Angriff gaben die Gäste viel zu viele Bälle her. Fehlanspiele, Würfe über das Tor, ein vergebener Siebenmeter – der SC DHfK nutzte die gesamte Bandbreite an Negativerlebnissen.

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GWD Minden - SC DHfK Leipzig (21:25) Zur Galerie
GWD Minden - SC DHfK Leipzig (21:25) ©
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Zwei Lichtblicke leuchteten das Leipziger Spiel allerdings aus. Torhüter Joel Birlehm hielt allein in der ersten Hälfte zehn Bälle und Semper erzielte sechs Treffer. Beide Spieler trumpften in der zweiten Halbzeit weiter auf und erwiesen sich als Sieggaranten.

Weil dazu die DHfK-Defensive nun Minden auch zu einem Fehler nach dem anderen zwang, kämpfte sich Leipzig vor dem Pausenpfiff Tor um Tor heran und ging mit einem 9:12-Rückstand in die Pause.

Leipziger stabiler in der Deckung

Die Gäste gingen aufgeweckter in die zweite Hälfte, agierten im Angriff abgezockter und in der Deckung konsequent. GWD-Coach Carstensen hatte zuvor schon gewarnt: „Wir können nicht 60 Minuten Konter laufen.“ Semper glich in der 39. Minute mit seinem inzwischen achten Treffer zum 13:13 aus. Der Weg zur Führung dauerte aber noch ein Stück. Beim Stand von 16:16 leistete sich Luca Witzke einen Wechselfehler, kassierte eine Zeitstrafe und verhalf Minden zum Ballbesitz. Eine Minute später war es dann aber Semper mit dem 17:16 und der ersten Führung für den SC DHfK.

Am Ende macht eine ambitionierte Mannschaft auch das aus: Kampfgeist und Geduld. Die Leipziger bauten ihre Führung aus und gewannen verdient. Bemerkenswert: Der gegen Berlin überragende Keeper Jens Vortmann kam nur zu drei Siebenmetern ins Spiel und hielt alle Bälle.

Die Leipziger können die gute Ausgangsposition nun weiter veredeln. Am kommenden Dienstag erwarten die Grün-Weißen den TVB Stuttgart (Arena, Anwurf 19 Uhr). Schon zwei Tage später geht es zu den Eulen nach Ludwigshafen. Nach dem Stolperauftakt im vergangenen Jahr könnte nun ein Turbostart mit 8:0 Punkten folgen, aber nur, wenn auch einmal die Anfangsphase erfolgreich ist.

Minden: Semisch, Grabenstein – Meister 1, Ritterbach 2, Richtenzahn, Savvas 1, Rambo 4, Korte, Strakeljahn, Knorr, Pusica, Gullerud, Michalczik 4/2, Staar, Reissky 2, Gulliksen 7

SC DHfK: Vortmann, Birlehm – Semper 10, Witzke 2, Krzikalla 1, Binder 4, Janke, Müller, Roscheck 1, Weber 3/1, Mamic 3, Remke, Gebala, Milosevic 1, Esche, Kristjansson

Siebenmeter: GWD Minden 2/5, SC DHfK 1/2

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