16. April 2021 / 18:15 Uhr

Startelf-Chance gegen Bayern: Aber Wolfsburg zieht die Kaufoption für Philipp nicht!

Startelf-Chance gegen Bayern: Aber Wolfsburg zieht die Kaufoption für Philipp nicht!

Andreas Pahlmann und Engelbert Hensel
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Trifft er auch im Rückspiel gegen die Bayern? Maximilian Philipp vom VfL Wolfsburg.
Trifft er auch im Rückspiel gegen die Bayern? Maximilian Philipp vom VfL Wolfsburg. © dpa
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Maximilian Philipp steht am Samstag im Spitzenspiel des VfL Wolfsburg gegen Rekordmeister Bayern München sehr wahrscheinlich in der VfL-Startelf - ob der Offensivmann über die Saison hinaus in Wolfsburg bleibt, ist dagegen noch offen.

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Weil Leroy Sane zu lässig im eigenen Strafraum verteidigte, durfte Kevin Mbabu flanken - butterweich auf den Elfmeterpunkt, wo Maximilian Philipp vom Rest der Bayern-Abwehr vergessen wurde. Volley mit rechts, Tor! Für den Leih-Zugang des VfL Wolfsburg war der Schuss zur 1:0-Führung im Hinspiel der erste Treffer für seinen neuen Klub. Für Philipp war es einer von bisher nur sieben Startelf-Einsätzen für den VfL, im Rückspiel am Samstag (15.30 Uhr) könnte ein weiterer dazukommen: Der 27-Jährige dürfte in die Offensiv-Zentrale rücken, weil Yannick Gerhardt den gesperrten Maximilian Arnold auf einer der beiden Doppel-Sechs-Positionen vertreten muss.

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Für Philipp wäre es eine weitere Gelegenheit, Argumente für einen Verbleib in Wolfsburg zu sammeln. Der Offensivmann ist ausgeliehen, der VfL könnte ihn per Kaufoption für 11 Millionen Euro fest von Dinamo Moskau verpflichten. Das aber werden die Wolfsburger nicht tun, wie Manager Jörg Schmadtke jetzt bestätigte. Vielmehr werde er versuchen, den Kaufpreis zu drücken. "Darüber", so Schmadtke "werden wir reden."

11 Millionen Euro - das entspricht nach dieser Saison nicht dem aktuellen Marktwert des Ex-Dortmunders, der 2019 für 20 Millionen vom BVB in die russische Hauptstadt gewechselt war. Zu den sieben Startelf-Einsätzen kamen 13 Einwechslungen, mit zwei Toren und zwei Vorlagen blieb seine Effizienz unter den Erwartungen. Trainer Oliver Glasner machte sich dennoch bereits für eine Weiterverpflichtung stark - allerdings ist offen, ob der Coach überhaupt beim VfL bleibt.

Mit Philipp gegen die Bayern - für den VfL wäre es ein offensiver Start in die letzte englische Woche in dieser Saison. „Es muss uns allen positive Energie geben, wenn man sieht, was wir erreichen können. Wir stehen auf Rang drei und werden alles daransetzen, dass wir am Ende auf den Champions-League-Plätzen stehen“, sagt Glasner vor dem Dreierpack gegen den FCB, in Stuttgart und gegen Dortmund.

Physische Probleme sieht er bei seinem Team ob der fortgeschrittenen Saison keine. „Das wären für mich billige Ausreden. Die Mannschaft hat so viel investiert in dieser Saison. Jetzt geht es darum, die Ernte einzufahren. Da darf es keine Müdigkeit geben – und die habe ich auch nicht vernommen.“ Diese Spiele jetzt sollten „Begeisterung und Leidenschaft“ auslösen und nicht für „Druck“ stehen. Für einen Fußballer sei es doch das Schönste, wenn es wie jetzt „in die Crunchtime geht“. Crunchtime - so wird im Sport die Phase genannt, in der es Spitz auf Knopf steht, aber nicht mehr viel Zeit ist. Glasner bezeichnet jede der verbleibenden sechs Partien als Finale: "Jedes Spiel ist ein Endspiel."

Zum Start dieses packenden Schlussspurts kommen die Bayern. In den vergangenen Jahren war das immer eine klare Angelegenheit für den Rekordmeister aus München, denn seit dem Sieg im Supercup 2015 mit Kevin De Bruyne (jetzt Manchester City) und Co. verlor der VfL zwölf von 13 Pflichtspielen gegen die Star-Truppe von der Isar. Es gab Klatschen wie die 2016 (0:5) oder 2019, als die Wolfsburger mit 0:6 verloren. Vergangenheit. Der VfL hat in dieser Saison aufgeholt, er ist näher an die Top-Teams herangerückt. Kurzum: So nah wie in dieser Spielzeit sind die Wolfsburger dem FCB sportlich schon lange nicht mehr gekommen.

Der VfL-Trainer kämpferisch: "Wir freuen uns riesig auf das Spiel und wollen zeigen, dass wir den Münchnern Paroli bieten können." Im Hinspiel hatte der VfL zwar 1:2 verloren, aber es war viel mehr drin – wenn die Wolfsburger vor dem Bayern-Tor cooler geblieben wären. Daher betont der Wolfsburger Coach vor dem Rückspiel: „Es wird auf einen Punkt ankommen – und zwar auf die Effizienz.“ Der Trainer weiter: "Wenn du gegen Bayern München gewinnen willst, musst du deine Stärken in die Waagschale werfen." Und das werde sein Team machen - "und zwar mit allem, was wir haben. Das kann ich versprechen."