16. Dezember 2020 / 23:57 Uhr

Startelf-Debüt für Wolfsburgerin Cordes: "Unglaubliches Gefühl"

Startelf-Debüt für Wolfsburgerin Cordes: "Unglaubliches Gefühl"

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Zum ersten Mal Startelf: Lotta Cordes.
Zum ersten Mal Startelf: Lotta Cordes. © Boris Baschin
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Das 2:0 gegen Subotica war mühevoll, das Weiterkommen in der Champions League aber für die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg ungefährdet. Schön: Lotta Cordes aus dem VfL-Nachwuchs stand zum ersten Mal in der Startelf!

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Nach dem klaren Hinspiel-Erfolg tat sich Frauenfußball-Bundesligist VfL Wolfsburg am Mittwochabend im Sechzehntelfinal-Rückspiel der Champions League gegen Spartak Subotica lange schwer, gewann aber dennoch durch Treffer von Fridolina Rolfö und Shanice van de Sanden mit 2:0. VfL-Trainer Stephan Lerch rotierte viel und überraschte auch mit der einen oder anderen Entscheidung, so spielte Innenverteidigerin Dominique Janssen auf der Sechser-Position. Zudem bekamen Shanice van de Sanden, Anna Blässe und Sara Doorsoun wieder mehr Spielpraxis, Nachwuchstalent Lotta Cordes feierte ihr Startelf-Debüt. Bei so vielen Änderungen sei es völlig normal, "dass da nicht jedes Rad ineinander läuft", meinte der Coach.

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Am Ende zählt das Weiterkommen. "Wir freuen uns, dass wir zu Null gespielt haben. Wenn man sich die ersten 20 Minuten anschaut, wäre da durchaus ein Treffer für die Gäste drin gewesen. Da haben wir uns nicht gut angestellt, und es war nicht das, was wir uns vorgestellt haben", analysierte der 36-Jährige ehrlich. Natürlich habe man damit gerechnet, dass nicht alle Laufwege klappen werden, aber: "Die Eingespieltheit stand nicht unbedingt im Fokus, wir haben einige Veränderungen gehabt. Da ist es normal, dass nicht alles klappt. Was jedoch nicht geht, und was wir auch angesprochen haben, war unser Zweikampfverhalten. Das war in der ersten Halbzeit überhaupt nicht vorhanden. Da waren wir viel zu passiv." Im zweiten Durchgang "hat sich das deutlich gebessert. Da waren wir in allen Bereichen druckvoller und haben uns viele Möglichkeiten herausgespielt. Wir haben eine gute Reaktion gezeigt und das nehmen wir mit".

VfL-Frauen gegen Subotica - Die Bilder

Szenen vom UWCL-Spiel (Rückspiel) des VfL Wolfsburg gegen Spartak Subotica. Zur Galerie
Szenen vom UWCL-Spiel (Rückspiel) des VfL Wolfsburg gegen Spartak Subotica. © Boris Baschin

Cordes feiert ihr Startelf-Debüt in der ersten Mannschaft: Nachdem Trainer Lerch im Vorfeld Rotation angekündigt hatte, „hatte ich schon leises Hoffnung“, so die 19-Jährige. „Am Mittag hatte habe ich es dann erfahren. Ein unglaubliches Gefühl.“ Joker-Einsätze hatte Cordes, die 2017 aus Marklohe in den VfL-Nachwuchs gekommen war (und dort deutsche U17-Meisterin wurde), schon einige, ein Startelf-Einsatz sei aber „noch mal was ganz anderes, da kann man sich ja nicht vorher angucken, wie das Spiel so läuft.“ Fast hätte es sogar mit dem ersten Tor geklappt, ihr Kopfball wurde aber gerade noch so vor der Linie geklärt. „Da hatte ich fast schon die Arme hochgerissen“, sagte sie lachend, „aber irgendwann werde ich schon noch mein erstes Tor schießen...“

Vielleicht schon am Sonntag beim letzten Bundesliga-Spiel des Jahres in Essen? Die U19-Nationalspielerin hätte nichts dagegen: „Ich hoffe natürlich immer auf einen Einsatz – egal, wie lang der dann am Ende ist.“ Lerch lobte nach dem Subotica-Spiel: "Sie hat das in den letzten Wochen schon gut gemacht und gut gelöst. Jedes Spiel und jede Spielminute auf dem Niveau bringt sie voran, das hat man heute auch gesehen. Dass am Anfang noch viel Respekt vorhanden ist und es Pässe gibt, die sie eher auf Sicherheit spielt, ist vollkommen in Ordnung." Der 36-Jährige habe ihr vor der Partie gesagt, dass "sie versuchen soll, frei aufzuspielen. Sie hat vollstes Vertrauen von der Mannschaft und dem Trainerteam, da soll sie einfach mutig Fußball spielen. Sie ist eine junge Spielerin, die viel Potenzial mitbringt, aber auch noch Zeit braucht."