24. Mai 2020 / 15:21 Uhr

Statt Quotientenregel: Greifswalder FC wünscht sich Aufstiegs-Relegation

Statt Quotientenregel: Greifswalder FC wünscht sich Aufstiegs-Relegation

Alexander Kruggel
Ostsee-Zeitung
TeBe-Kicker Fatlum Elezi wird von John Berger und Peterson Appiah (v.l.) flankiert – in der Hinrunde trennten sich die Meisterschaftskonkurrenten mit einem 0:0-Unentschieden.
TeBe-Kicker Fatlum Elezi wird von John Berger und Peterson Appiah (v.l.) flankiert – in der Hinrunde trennten sich die Meisterschaftskonkurrenten mit einem 0:0-Unentschieden. © Ronald Krumbholz
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Während Fußball-Deutschland auf die Entscheidungen des DFB-Bundestags wartet, blickt der Greifswalder FC gespannt in Richtung des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV). Wie es mit der vierten und fünften Liga weiter geht, ist noch offen. Für Daniel Gutmann, den Sportlichen Leiter des GFC, gibt es diesbezüglich nur eine ernstzunehmende Option: Saisonabbruch und sportlicher Vergleich in Kombination.

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Eigentlich hätten die Boddenkicker vom Greifswalder FC gerade alle Hände voll zu tun, den Endspurt in der NOFV-Oberliga Nord vorzubereiten. Zwei Kracher-Duelle gegen Tennis Borussia und Hertha Zehlendorf hätten den Saisonabschluss für das Team von Roland Kroos bilden sollen.

Saison-Abbruch so gut wie sicher

Stattdessen erwartet der GFC nach dem DFB-Bundestag nun bald die lang ersehnte Entscheidung des Nordostdeutschen Fußballverbandes über die Wertung bei Abbruch der Saison. Denn an eine Fortsetzung des Spielbetriebs glaubt wohl keiner mehr. Immerhin wären die Umsetzung des DFB-Hygienekonzepts und englische Wochen für die Vereine in der fünften Liga kaum zu stemmen.

Weiterhin hätte sich die Mehrzahl der Klubs in einer Videokonferenz des NOFV schon vor über einer Woche gegen die Fortsetzung ausgesprochen. „Bezüglich der Wertung war man allerdings geteilter Meinung“, berichtet Daniel Gutmann, der Sportliche Leiter des GFC. Das Dilemma: Die Tabellenspitze glich beim Aussetzen des Spielbetriebs einem Kopf-an-Kopf-Rennen.

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Frank Rohde trifft regelmäßig für den FSV Luckenwalde, bisher erzielte er 13 Treffer (in 15 Spielen): Auf welchem Platz liegt er mit dieser Ausbeute in der Torjägerliste der Staffel Süd? ©

Relegation als Alternative

Würde der Hinrundensieger auch zum Meister gekürt, würden die Greifswalder selbst triumphieren. Nach der Quotientenregelung hätte TeBe die Nase vorn. Eine Entscheidung für eine der beiden Optionen käme laut Gutmann der Bevorzugung eines Vereins gleich.

Auch wenn NOFV-Präsident Erwin Bugar Anfang des Monats gegenüber dem MDR im Bezug auf die Regionalliga äußerte, dass sich die Anwendung der Quotienten-Regelung immer mehr herauskristallisiere – und das, obwohl die oberen Ränge ähnlich dicht an dicht liegen – gehe Gutmann nicht davon aus, dass der Verband diese Wertung pauschal auch in der Oberliga anwenden werde.

Stattdessen hoffe man in Greifswald auf eine sportliche Entscheidung in Form einer Aufstiegs-Relegation. Denkbar wäre für Gutmann der sportliche Vergleich von Tabellenführer Tennis Borussia, dem zweitplatzierte GFC und Hertha Zehlendorf auf dem vierten Rang. Hansa II (Platz drei) bliebe der Aufstieg durch die Teilnahme der ersten Mannschaft an der Dritten Liga nach jetzigem Stand verwehrt.

Regionalliga noch nicht abgehakt

Somit ist der Greifswalder FC der einzige der fünf Oberliga-Klubs aus Mecklenburg-Vorpommern, dem der Sprung ins NOFV-Oberhaus doch noch gelingen könnte. Dafür die entsprechenden Voraussetzungen zu schaffen sei noch immer das erklärte Ziel. Zwar stehe man laut Gutmann bei der Kaderplanung und der Suche nach einem geeigneten Cheftrainer mit A-Lizenz bedingt durch Corona derzeit noch auf der Bremse.

NOFV-Oberliga Nord: Saisonabbruch wahrscheinlich

Doch man erwarte, dass zusammen mit der Stadt Greifswald die Auflagen bezüglich der Spielstätte in naher Zukunft erfüllt werden könnten. Die entsprechende Frist bis zum 19. Juni hatte der Verband dem Verein am Donnerstag mitgeteilt.