11. November 2018 / 21:42 Uhr

Steen Burford ist Verdens Derbyheld

Steen Burford ist Verdens Derbyheld

Patrick Hilmes
Weser-Kurier
Markierte beide Tore für den FC Verden 04: Steen Burford.
Markierte beide Tore für den FC Verden 04: Steen Burford. © Björn Hake
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Landesligist feiert 2:1-Erfolg gegen den Rotenburger SV

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"Gib mir ein Derbysieger, gib mir einen Steen Burford – und das geht Humba, Humba, Humba...!" So schallte es lautstark am Sonntag über den Hubertushain. Die Landesliga-Fußballer des FC Verden 04 drehten sich einmal mehr jubelnd im Kreis. Sie hatten ihren vierten Erfolg in Serie zu feiern, der gleichzeitig noch ein Derbysieg war. Und sie wussten auch, wem sie das zu verdanken hatten: Zum Matchwinner avancierte Steen Burford. Der Defensivspezialist sorgte mit einem Doppelpack vor heimischer Kulisse für den 2:1 (0:0)-Triumph über den Rotenburger SV.

Sascha Lindhorst atmete nach dem Schlusspfiff erst mal tief durch – ganz, ganz tief. Denn der Verdener Coach hatte kurz vor dem Ende zwei Situationen miterlebt, die seine Nerven äußerst strapaziert hatten. Zunächst beging Bjarne Geils ein unnötiges Foul gut 18 Meter vor dem eigenen Tor. Der Freistoß verpuffte zwar, doch damit nicht genug: In der Schlusssekunde lag das 2:2 auf den Füßen von Arthur Bossert. Ausgerechnet der Spieler, den Lindhorst auch gerne im Verdener Trikot gesehen hätte. Keeper Bastian Rosilius wehrte den Ball ab, wenn auch etwas glücklich.

Per Standards zum Erfolg

Das ist auch das Stichwort für Verdens Spiel an diesem Tag. "Wir hatten heute das nötige Glück auf unserer Seite", befand Matchwinner Burford nach Abpfiff. Am Ende verließ der Abwehrrecke mit einem breiten Grinsen das Feld. Das wurde ihm allerdings nicht durch das Niveau der Partie ins Gesicht gezaubert. "Rotenburg hat sehr destruktiv gespielt, die Partie war generell nicht schön anzusehen. Irgendwie war es dann klar, dass es durch Standards entschieden wird. Bei denen waren wir dann einfacher wacher", resümierte Burford.

Und das galt vor allem für ihn selbst. In Minute 61 versuchte Rotenburgs Stefan Denker, Burfords Kopfball zu klären, jagte den Ball dabei unter die Latte, von wo aus er auf den Boden prallte. Alle Blicke wanderten zum Schiedsrichter, dessen Blick wanderte zum Linienrichter. Und dieser lief Richtung Mittellinie – Tor. Das war das umjubelte 1:1. Burford war der Protagonist in beiden Tor-Szenen. Nebendarsteller waren Philipp Breves – trat beide Freistöße –, Rotenburgs hünenhafter Keeper Henner Lohmann – sah bei beiden Gegentoren nicht gut aus – und beim 2:1 in Minute 83 Nick Zander. Der Verdener Stürmer köpfte den Ball aus kurzer Distanz, Lohmann parierte und Burford staubte ab.

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Damit hatten die Verdener das passive Rotenburger Spiel bestraft. Deren Motto war nämlich über die gesamten 90 Minuten: reagieren statt agieren. "Es war sofort zu sehen, was sie vorhatten: lauern und bei Ballverlusten schnell umschalten", beschrieb Lindhorst die Strategie der Roten. Verden spielte zwar zumeist einen sauberen Ball, wurden jedoch Fehler begangen, dann wurde es gefährlich. In puncto Spielstand änderte sich bis zur Pause allerdings nichts. Aus Verdener Sicht lag das auch an Nick Zander. In Minute 21 fiel er durch eine Slapstick-Einlage auf, als er aussichtsreich über den Ball trat. In den Minuten 36 und 43 bewies der Stürmer aber seine Klasse, indem er sich beide Male stark durchsetzte und zum Abschluss kam. Das eine Mal hielt Lohmann, das andere Mal strich der Ball knapp am Pfosten vorbei. 

Eine knappe Halbzeitführung wäre für die Gastgeber nicht unverdient gewesen. Doch direkt nach Wiederanpfiff stand es plötzlich 1:0 für Rotenburg. Ibrahim Djassa Koua hatte seinen Gegenspieler aus den Augen verloren. Dieser wurde mustergültig bedient und Keeper Bastian Rosilius stoppte ihn per Foul – Elfmeter. Den versenkte der Ex-Uphuser Stefan Denker souverän (49.). "Hart, sich direkt nach der Halbzeit so ein Ding zu fangen. Defensiv sind sie nämlich stark, das war dann 'ne echte Aufgabe", betonte Lindhorst. Die Roten wurden gar noch defensiver, nachdem sie Yannick Chwolka verloren hatten. Dieser hatte Koua – beide beharkten sich reichlich – im Laufduell einfach umgetreten. Rot war die Konsequenz.

Der FCV tat sich jedoch auch in Überzahl schwer. Immer wieder verpufften die Angriffsversuche, während der RSV auf Konter lauerte. Diese wurden aber allesamt souverän vereitelt. Immer wieder war dafür Bjarne Geils zuständig. "Der macht das so gut, so zweikampfstark, gutes Auge im Spiel nach vorne, einfach bärenstark, grandioses Spiel", lobte ihn Lindhorst. Neben Doppelpacker Burford war Geils damit Man of the Match.

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