13. Februar 2021 / 16:00 Uhr

Stefan Köpke beendet eine wechselvolle Karriere

Stefan Köpke beendet eine wechselvolle Karriere

Michael Felke
Kieler Nachrichten
Comet-Akteur Stefan Köpke (li.) beim Versuch einer Flanke, doch der Flensburger Michael Mekkelsen blockt den Schuß mit vollem Körpereinsatz ab.
Comet-Akteur Stefan Köpke (li.) beim Versuch einer Flanke, doch der Flensburger Michael Mekkelsen blockt den Schuß mit vollem Körpereinsatz ab. © Günter Schellhase
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Ein halbes Jahrhundert für den Fußball. Von klein auf bis heute war das runde Leder fester Bestandteil seines Lebens; erst als Spieler, dann als Trainer. Im Sommer soll nun Schluss sein. Stefan Köpke beendet eine wechselvolle Karriere und blickt auf seine Laufbahn zurück. Der KN Sportbuzzer erinnert an einzelne Stationen und beginnt mit seiner Zeit als Spieler.

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Die ersten 20 Jahre gehörten allein der TSG Concordia Schönkirchen. „Schönkirchen hatte schon eine tolle Jugendarbeit. Die waren mit führend im Kreis Kiel. Ich denke da unter anderem an Jugendnationalspieler Dirk Herrmann, der aus deren Jugend kam“, meint der heute 54-Jährige, dem der Sprung in die Liga-Mannschaft auf Anhieb gelang. Dort waren die Trainer Peter Bartl, Otto Riedel oder Hans Werner Canal seine Förderer und prägten ihn. Etwas überraschend kam mit 24 Jahren der Wechsel zum Lokalrivalen SC Comet Kiel. „Das war nicht für alle nachvollziehbar. Comet war für mich perspektivisch besser aufgestellt, hatte eine sehr junge Mannschaft aufzubieten. Ich kam ja aus der Landesliga, und ich ging zu einem Verein, der eine Klasse tiefer spielte. Aber ich wollte mal eine Veränderung“, erklärt der 1.81-Meter große Mittelfeldspieler seine Beweggründe.

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Mit seinen Mitspielern Felix Harms, Sven Wehmeyer und Marcus Voss ging Köpke erfolgreich auf Punktejagd und erreichte in der Saison 1994/1995 einen Relegationsplatz. Das Ostuferteam setzte sich gegen die SG Großsolt-Freienwill durch, stieg auf und griff ein Jahr später erneut nach den Sternen. „Wir hatten als Aufsteiger einen Bombenstart und neun Spiele in Folge gewonnen. Als wir dann auch noch den Top-Favoriten Eckernförde mit 3:2 geschlagen hatten, hielten uns die Leute für beinahe unschlagbar. Wir wohl selbst auch“, erinnert sich der heutige Familienvater auch daran, wie hochkarätig der ESV besetzt war. Töns und Mattis Dohrn, Uwe Wintjen oder Stefan Mackeprang drückten den Eckernfördern den Stempel auf. „Wir führten mit elf Punkten Vorsprung die Tabelle an und ließen die Zügel schleifen. Und es kam, wie es kommen musste: Wir büßten unseren großen Vorsprung ein. Am Ende wurden wir hinter Eckernförde Zweiter und mussten wieder in die Relegation. Dieses Mal bekamen wir es mit Henstedt/Ulzburg zu tun. Mit Klaus Schade als Trainer schafften wir aber auch diese Hürde“, war Köpke nun in der höchsten Spielklasse des Landes, der SH-Liga, angekommen.

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Nach einem einjährigen Abstecher zum VfR Laboe kehrte er zum SC Comet zurück und stieg im Jahr 2000 aus der höchsten Liga des Landes ab. „Für mich war es dann Zeit aufzuhören. Ich hatte als Spieler viel erlebt. Die beste Zeit hatte ich wohl bei Comet. Wir hatten eine gewachsene Mannschaft mit einem herausragenden Kapitän Sven Wehmeyer“, erklärt Köpke, der in jungen Jahren auch schon mal ein wenig über die Stränge schlug. „Manche sagen, ich hatte eine unflätige Art, unangenehm, zum Teil habe ich mich auch einfach nur zur Wehr gesetzt. Ich war kein ganz so braver Junge“, erinnert sich Stefan Köpke noch an eine Schlagzeile in den Kieler Nachrichten, die auf ihn gemünzt war.

„Jagdszenen auf dem Comet-Platz hieß es da. Am eigenen Sechszehner wurde ich beim Stand von 1:0 gegen uns von meinem Gegenspieler ins Gesicht gespuckt. Das ging zu weit. Ich habe den Typen bis zum anderen Strafraum buchstäblich über den Platz gejagt. Der Schiedsrichter hat das Spiel nicht unterbrochen. Meine Mitspieler haben den Gegenspieler geschützt und der Gegner hat versucht, mich von ihm fern zu halten. Das Spiel lief also weiter, doch für die meisten Zuschauer und Spieler war es viel interessanter, meine Verfolgungsjagd zu beobachten und das obwohl Hans-Ulrich Kunze in dieser Verwirrung den Ausgleich gemacht hat. Mein Verhalten war sicher nicht okay und ist mit Leidenschaft nicht zu rechtfertigen“, so Köpke, der Einsicht in eigenes Fehlverhalten zeigt, ohne Entschuldigungen vorzuschieben. Eine gute Charaktereigenschaft, von der er im zweiten Teil seiner Fußball-Laufbahn als Trainer profitieren sollte.