14. Februar 2020 / 18:22 Uhr

Stefan Kretzschmar zum Duell Füchse Berlin gegen SC Magdeburg: "Bennet war empört über den Kristopans-Transfer"

Stefan Kretzschmar zum Duell Füchse Berlin gegen SC Magdeburg: "Bennet war empört über den Kristopans-Transfer"

Marius Böttcher
Märkische Allgemeine Zeitung
Stefan Kretzschmar, ehemaliger deutscher Handballspieler, wird neuer Sportdirektor bei den Füchsen Berlin.
Stefan Kretzschmar lebt in Wandlitz im Landkreis Barnim und trifft mit den Füchsen Berlin am Sonntag in der Max-Schmeling-Halle auf seinen Ex-Verein SC Magdeburg. © Andreas Gora/dpa
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Handball-Bundesliga: Füchse-Sportvorstand Stefan Kretzschmar, der inzwischen im brandenburgischen Wandlitz (Barnim) wohnt, spricht über die Partie gegen seinen Ex-Verein SC Magdeburg, seinen Topfavoriten im Kampf um die Deutsche Meisterschaft und die Zukunft der Füchse Berlin.

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Wenn Handball-Bundesligist Füchse Berlin am Sonntag (14.05 Uhr, Max-Schmeling-Halle) den SC Magdeburg empfängt, geht es dabei nicht nur ums Prestige. Auch tabellarisch – der Vierte (32:12) empfängt den Fünften (31:13) – birgt dieses Duell viel Brisanz, wie Stefan Kretzschmar, seit Jahresbeginn Vorstand Sport beim Hauptstadtclub, bestätigt: „Für die Fans und den Verein ist diese Partie schon wichtig, für mich wird es ohnehin immer das besonderste Spiel bleiben.“

Keine Big-City-Club-Allüren

Der 46-Jährige, der in Wandlitz im Landkreis Barnim lebt, fühlt sich im Fuchsbau pudelwohl und erlebt gegenwärtig eine spannende Zeit. „Ich habe mich sehr gut eingelebt, das Projekt steht mehr im Fokus als die damalige Tätigkeit beim SC DHfK Leipzig, was aber normal ist, schließlich sind wir hier in der Hauptstadt“, betont „Kretzsche“. Mit den Füchsen hat er in den kommenden Jahren Großes vor, konstant die Nummer eins oder zwei in Deutschland sein, lautet die Devise.

Laut Kretzschmar sind dies keine Big-City-Club-Allüren, vielmehr sollte man ambitioniert in die Zukunft blicken: „Sonst hätte man mich hier auch nicht installieren müssen. Die Füchse Berlin sind seit Jahren ein Spitzenteam, auch wenn es zuletzt keine Top-Drei-Platzierung gab.“ Der 218-malige Nationalspieler ist laut eigener Aussage keiner, der immer den einfachen Weg des Lebens beschreitet: „Wir wollen Schritt für Schritt vorankommen, den Etat erhöhen und das Team optimieren.“ Die Zusammenarbeit mit Manager Bob Hanning läuft auf einer vertrauten Basis – „ob telefonisch, im Trainingszentrum Füchse Town oder bei den Heimspielen, wir stehen im regen Austausch.“

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Ein Ausrufezeichen, der als Fingerzeig an die Konkurrenz gewertet werden kann, ist die kurzfristige Verpflichtung des 2,15-Meter-Hünen Dainis Krištopans, welcher von Vardar Skopje kommt und bis Saisonende die Abwehr und den Rückraum der Berliner verstärken wird. „Man darf nicht vergessen, dass diesem Transfer ein trauriges Ereignis vorausgeht, die Schulterverletzung von Fabian Wiede und die daraus resultierende Zwangspause stellt einen großen Verlust für uns dar.“ Dennoch ist Kretzschmar froh, den lettischen Nationalspieler, welcher bei der jüngsten Europameisterschaft gegen die deutsche Auswahl sieben Treffer markierte, nach Berlin gelockt zu haben: „Wir wollten nicht nur jemanden holen, der das Team auffüllt, sondern sofort eine Verstärkung ist. Das haben wir geschafft und somit auch deutlich gemacht, dass wir Richtung Champions League schielen. Die Verpflichtung von Dainis Krištopans ist einer der spektakulärsten Transfers, die den Füchsen gelungen ist.“

Stefan Kretzschmar tippt auf THW Kiel als Deutschen Meister

Wer am Saisonende in der deutschen Eliteliga, in der Kretzschmar in 421 Spielen sage und schreibe 1694 Treffer erzielte, die Nase vorn haben wird, darauf hat sich der Vorstand Sport bereits festgelegt. „Es sind noch 24 Punkte zu vergeben, der THW Kiel wird sich das nicht mehr nehmen lassen. Sie wirken am stabilsten und die direkten Konkurrenten haben immer wieder mit Verletzungssorgen zu kämpfen. Auf lange Sicht wollen wir die Kieler aber angreifen, das sollte auch der Anspruch eines Hauptstadtclubs sein.“

Am Sonntag trifft der Neu-Fuchs auf alte Weggefährten, unter anderem SCM-Coach Bennet Wiegert, mit dem er sehr gut befreundet ist. „Die Tage wurde ab und an mal gefrotzelt, er war empört über den Krištopans-Transfer, der seine Vorbereitungen über den Haufen geworfen hat“, lacht Kretzschmar, der nur gute Erinnerungen an seine erfolgreiche Zeit in Magdeburg hat: „Ich habe so viel mit diesem geilen Club erlebt, das bleibt natürlich hängen.“ Die zwei Punkte sollen aber im Fuchsbau bleiben – dann kann „Kretzsche“ seinen 47. Geburtstag am Montag womöglich sogar noch mehr genießen.

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