03. Mai 2021 / 21:17 Uhr

Baumgart, Breitenreiter und Co.: Die möglichen Trainer-Kandidaten beim HSV

Baumgart, Breitenreiter und Co.: Die möglichen Trainer-Kandidaten beim HSV

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Der Hamburger SV muss zur kommenden Saison einen neuen Trainer finden.
Der Hamburger SV muss zur kommenden Saison einen neuen Trainer finden. © IMAGO/Philipp Szyza/agefotostock/DeFodi/Sven Simon (Montage)
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Horst Hrubesch übernimmt den Trainer-Posten beim HSV im Endspurt der Zweitliga-Saison. Nach Ablauf der Spielzeit ist für den 70-Jährigen aber wieder Schluss. Die Hamburger müssen sich nach einem Nachfolger umsehen. Der SPORTBUZZER nennt mögliche Cheftrainer-Kandidaten.

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Horst Hrubesch soll retten, was beim Hamburger SV noch zu retten ist. Drei Spieltage vor Schluss klammert sich der Verein an die geradezu magische Wirkung der 70 Jahre alten Vereinsikone. Hrubesch soll der verunsicherten Mannschaft des Zweitligisten Zuversicht geben und sie in die Spur zurückführen – und am liebsten sogar noch in die Bundesliga. Sportvorstand Jonas Boldt hofft mit Hrubesch als Coach auf "Klarheit und Lockerheit". Er lobte dessen positive Art und Grundeinstellung, die besagt: "Nicht zu viel nachdenken, sondern machen." Zeit hat Hrubesch für die Umkehr nicht. Minimal sind es drei Spiele, einschließlich der möglichen Relegation maximal fünf.

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Danach steht der HSV vor einer ungewissen Zukunft – zumindest, was die Trainerposition betrifft. Die Verantwortlichen müssen sich schon jetzt die Frage stellen: Wer wird nach Hrubesch neuer HSV-Trainer? "Dadurch, dass wir die Entscheidung erst gestern getroffen haben, haben wir selbstverständlich noch keine Gespräche geführt. Das würde ja bedeuten, dass wir uns doch schon im Vorfeld anders positioniert hätten", erklärte Sportvorstand Jonas Boldt am Montag. "Da werden wir jetzt die Tage in uns gehen und überlegen, was eben genau das Profil ist und was das Profil zusätzlich noch mitbringen muss."

Und in ebenjenes Profil könnte Steffen Baumgart passen. Der 49-Jährige legt im Sommer sein Amt als Chefcoach des SC Paderborn nieder. Seit dies bekannt wurde, wird Baumgart bei mehreren Klubs gehandelt, bei Hannover 96 wäre er sogar die Wunschlösung. Der Umstand, dass er jedoch nie einen Hehl aus seiner Zuneigung zum HSV machte, ruft auch die Hamburger auf den Plan. Boldt stellt sich einen Trainer vor, der "die Entwicklung mitträgt, aber auch eine gewisse Resistenz hat". Auch das passt zu Baumgart, der bereits unter Beweis stellte, dass er den Umgang mit jungen Spielern beherrscht und gleichzeitig schonungslos ehrlich seine Meinung sagen kann. Und auch, wie man in die Bundesliga aufsteigt, weiß der Noch-Paderborner. 2019 schaffte er mit den Ostwestfalen den Sprung ins Oberhaus.

Breitenreiter mit Aufstiegs-Erfahrung

Eine ebenso denkbare Lösung könnte André Breitenreiter sein. Auch dem 47-Jährigen gelang bereits zwei Mal der Aufstieg in Deutschlands Eliteklasse (2014 mit Paderborn, 2017 mit Hannover). Ein Qualitätsmerkmal, das den Hamburgern gut zu Gesicht stehen könnte, sollte man nun bereits zum dritten Mal in Serie die Bundesliga-Rückkehr verpassen. Breitenreiter ist beim HSV zudem kein unbeschriebenes Blatt: Zwischen 1995 und 1998 war er selbst als Spieler für die Hanseaten aktiv.

Ein weiterer Mann mit Spieler-Erfahrung beim HSV: Markus Babbel. Der Europameister von 1996 kam zwischen 1992 und 1994 auf 60 Bundesliga-Partien für die Hamburger. Als Trainer stand er in Deutschland bereits in den Diensten des VfB Stuttgart, von Hertha BSC und der TSG Hoffenheim. Aktuell ist der gebürtige Münchener seit dem Ende seines Engagements bei den Western Sydney Wanderers vereinslos. Einen neuen Job innerhalb der Landesgrenzen schloss er zu Beginn des Jahres nicht aus. "Wir haben uns als Familie wieder in Deutschland eingelebt, meine fünfjährige Tochter ist nah bei Oma und Opa. Es wäre falsch, sie da wieder herauszureißen", erklärte Babbel.

Bedient sich der HSV an einem vertragslosen Kandidaten?

Vereinslos ist zum Ende der laufenden Spielzeit auch Hannover-Trainer Kenan Kocak. Klub und Coach einigten sich zuletzt auf das Ende der Zusammenarbeit nach Saison-Ablauf. Der 40-Jährige wäre ebenso wie Uwe Neuhaus (Zweitliga-Erfahrung bei Arminia Bielefeld und Union Berlin, aktuell vereinslos) und Jens Keller (letzte Station 1. FC Nürnberg) ablösefrei zu haben. Auf der Suche nach einem Nachfolger ploppen aufgrund ihrer Verfügbarkeit zudem die Namen der vertragslosen Manuel Baum (zuletzt Schalke 04), Achim Beierlorzer (zuletzt Mainz 05) und Tim Walter (zuletzt VfB Stuttgart) auf. Wer letztlich in die Fußstapfen von Hrubesch treten wird, bleibt jedoch abzuwarten.

Konkrete Einblicke in die Planungen des einstigen Bundesliga-Dinos vermied Boldt nach der Entlassung von Thioune zunächst. "Es tauchen immer mal wieder Gerüchte auf – manche sind berechtigt, manche unberechtigt, manche zerschlagen sich. Ich werde mich heute dazu nicht äußern.“ Die Spekulationen dürften in den kommenden Wochen jedoch nicht weniger werden.