05. Februar 2020 / 16:06 Uhr

Steffen Sieber: Früher Göttinger Bundesligatänzer, heute in Hamburg Manager

Steffen Sieber: Früher Göttinger Bundesligatänzer, heute in Hamburg Manager

Ferdinand Jacksch
Göttinger Tageblatt
Ehemaliger Formationstänzer des Tanzsportteams Göttingen: Steffen Sieber, hier als Mitglied der Buchholzer Lateinformation.
Ehemaliger Formationstänzer des Tanzsportteams Göttingen: Steffen Sieber, hier als Mitglied der Buchholzer Lateinformation. © Angelina Thranow
Anzeige

Was ist aus den ehemaligen Göttinger Bundesligatänzern geworden? Steffen Sieber war 2016 bei der WM im ungarischen Pecs Kapitän des Tanzsportteams Göttingen, heute ist er in Hamburg als Manager tätig – und tanzt in der Lateinformation von Blau-Weiß Buchholz.

Anzeige

Eine wechselvolle, spannende und von Erfolg gekrönte Zeit hat das Tanzsportteam Göttingen hinter sich. Mit dem Gewinn der Bundesliga, der Bronzemedaille bei der WM in Moskau und dem Deutschen Meistertitel haben die Göttinger Formationstänzer das erfolgreichste Jahr der Vereinsgeschichte des TSC Schwarz-Gold hinter sich. Anfang Januar sind die Tänzer der A-Formation in die zwölfte Bundesligasaison gestartet und haben schon wieder zwei Turniere gewonnen. Wir stellen in einer Serie im Umfeld der fünf Erstligaturniere ehemalige Formationstänzer vor. Heute: Steffen Sieber.

Anzeige

Noch in der Saison 2016/17 hat der heute mittlerweile in Hamburg als Customer Relationship Manager tätige Sieber in der Standardformation des Tanzsportteams Göttingen getanzt, zuletzt mit der erfolgreichen Choreografie Postmodern Jukebox. Der Griff in die Kiste der Göttinger Erinnerungen bringt eine Reihe von wertvollen Schätzen ans Tageslicht.

Sieber war bei der WM 2016 Kapitän der Mannschaft

So zum Beispiel im Dezember 2016: Damals steuerte der TSC Schwarz-Gold mit seiner A-Formation erstmals in seiner Vereinsgeschichte der Weltmeisterschaft im ungarischen Pecs entgegen, und das unter der Regie des damaligen Mannschaftskapitäns Steffen Sieber. Wenige Wochen vor dem fünften WM-Rang war die Göttinger Formation hinter dem Titelträger Braunschweiger TSC in der Bamberger Brose-Arena überraschend Deutscher Vizemeister geworden. „Der Aufbau des Tanzsportteams ist einmalig. Der Zusammenhalt zwischen den Mannschaften ist einzigartig im deutschen Standardformationstanz. Das erlebt man so nirgendwo anders“, erkannte der erfolgreiche Tänzer schon damals.



Heimturnier in der Sparkassen-Arena am 8. und 9. Februar

Deutsche Spitzenklasse pur: Am 8. und 9. Februar treffen sich die besten deutschen Standardformationen in der Sparkassen-Arena. Mit 2200 Zuschauern ist der Erstliga-Auftritt am Sonnabend bereits ausverkauft. Cheftrainer Markus Zimmermann will auch das dritte von fünf Ligaturnieren für sich entscheiden. Gewinnt Göttingen, dann ist die Titelverteidigung und damit die Teilnahme an der Weltmeisterschaft im Dezember 2020 in Braunschweig schon so gut wie perfekt.
Zimmermann: „Unser A-Team ist momentan in einer Entwicklungsphase. Die Choreografie Happy together ist ja relativ neu, und momentan arbeiten wir intensiv an der Synchronisation der Bewegungsabläufe. Damit werden wir in Göttingen wieder eine Leistungssteigerung auf die Fläche bringen und hoffentlich erneut Publikum und Wertungsrichter überzeugen können.“ Nicht nur für Teamsprecherin Sarah Günther ist „das Heimturnier neben der DM das Highlight der Saison. Als Tänzer vor so einem tollen Publikum zu tanzen, welches eine so einmalige Atmosphäre schafft, ist einzigartig.“ Das Ziel: „Wir wollen eine tänzerisch und mannschaftlich verbesserte Leistung im Vergleich zum letzten Turnier zeigen“, sagt Robert Bischoff.

Die B-Formation um Trainer Christopher Linne hat vor knapp zwei Wochen ihr erstes Turnier in Nienburg mit der Choreografie Postmodern Jukebox überraschend gewonnen. Am Sonntag ab 14.30 Uhr startet in Göttingen das zweite Turnier, für das es noch Restkarten an der Tageskasse gibt. „Wir wollen zwei konzentrierte und energiereiche Durchgänge tanzen, um so den Erfolg des ersten Turniers wiederholen zu können“, wünscht sich Teamsprecher Lasse Schmidt. „Der Trainingsfokus liegt auf den Synchronitäten und dem gemeinsamen Bewegen, da in beiden Bereichen noch Verbesserungspotenzial vorhanden ist“, betont Trainer Christopher Linne.
 Die C-Formation um Trainerin Johanna Söllner ist hochmotiviert. „Wir wollen bei den Wertungsrichtern positiv auffallen und im kleinen Finale einmal nicht nur Zweien, sondern auch einmal eine Eins bekommen“, spekuliert Teamsprecher Olaf Reinhardt auf ein weiteres Erfolgserlebnis.

Sieber, der seit 2009 in der A-Formation getanzt hat, hat in Göttingen einen bleibenden Eindruck hinterlassen. „Steffen ist ein toller und lieber Mensch“, schwärmt die heutige Teamsprecherin Sarah Günther. „Er ist im Training immer topmotiviert gewesen und hat damit alle angesteckt.“ Ein Kompliment, dass der heute 26-jährige Sieber postwendend zurückgibt: „Das Team hat mir den besten Sport der Welt gezeigt, dem ich bis heute noch als Tänzer und Trainer treu bin.“

Sieber tanzt mittlerweile allerdings vor den Toren Hamburgs in der Lateinformation von Blau-Weiß Buchholz, die bei der jüngsten Heim-DM im November mit ihrer leidenschaftlichen Choreografie A Million Voices die Bronzemedaille hinter dem Serienchampion Grün-Gold-Club Bremen und Bundesligameister 1. TSZ Velbert geholt hat.

2016 absolvierte Sieber in Manhatten ein Praktikum

Die Vorliebe von Steffen Sieber für den Tanzsport hatte sich 2016 auch an der Hofstra University auf Long Island, eine halbe Stunde von New York City entfernt, herumgesprochen. „An meiner Uni gab es einen Ballroom Dance Club, in dem ich Erfahrungen als Trainer sammeln konnte“, kann er sich noch gut erinnern. Der heutige Manager hatte nicht nur zwei Semester in den USA studiert, sondern auch ein viermonatiges Praktikum in einer Social Media Agentur in Manhattan absolviert. Dadurch fehlte er damals der Göttinger Bundesligaformation an allen Ecken und Enden.

Mehr aktuelle Themen in Göttingen

Und deshalb feierte das Tanzsportteam damals auch gebührend die Rückkehr seines „verlorenen Sohnes“, der heute noch Kontakt zu damaligen Mitstreitern wie Tabea Nolte, Michael Lieberum, Mieke Zimmermann, Bastian Kalusche oder Dennis-Tim Krüger hat. Der Formationstanzsport ist für Sieber „einfach etwas Einzigartiges. Nur wenige Sportarten schaffen es, hohe sportliche Anforderungen mit Emotionen und einem großen Teamgeist zu verbinden.“

Davon kann sich das Göttinger Publikum am kommenden Sonnabend in der ausverkauften Sparkassen-Arena einmal mehr überzeugen. „Das Heimturnier war für mich immer etwas Besonderes“, unterstreicht der 26-jährige Sieber.

Tipp: Die komplette SPORTBUZZER-Berichterstattung zur EM 2021 findest Du auch in der superschnellen EM-App von Toralarm. Und folge gerne @sportbuzzer auf Instagram!