20. Oktober 2021 / 21:32 Uhr

Steffens leise Brandrede nach der CL-Pleite: "Amateurhaft"

Steffens leise Brandrede nach der CL-Pleite: "Amateurhaft"

Andreas Pahlmann und Jürgen Braun
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Legte Finger in die Wunden: VfL-Mittelfeldspieler Renato Steffen haderte mit Ergebnis und Auftritt der Wolfsburger in der Champions League in Salzburg.
Legte Finger in die Wunden: VfL-Mittelfeldspieler Renato Steffen haderte mit Ergebnis und Auftritt der Wolfsburger in der Champions League in Salzburg. © Roland Hermstein
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Vor der Pause noch okay, nach der Pause ganz schwach. Defensiv-Patzer und nach vorne nichts, Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg ist in der Krise, das ist spätestens seit Mittwoch und dem 1:3 in der Champions League bei RB Salzburg klar. "Wenn du so verteidigst, kannst du kein Spiel gewinnen", sagte Mittelfeldspieler Renato Steffen in einer Brandrede in ruhigen Worten. 

Brutale Defensiv-Patzer und nach vorne nichts, Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg ist in der Krise, das ist spätestens seit Mittwoch und dem 1:3 in der Champions League bei RB Salzburg klar. "Wenn du so verteidigst, kannst du kein Spiel gewinnen", sagte Wolfsburgs Mittelfeldspieler Renato Steffen - in ruhigen Worten. Leise. Und doch war es deutlich.

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Die Partie hatte kaum begonnen, da hatte der VfL schon das erste Problem. "Wir schlafen nach zwei Minuten, das kann man nicht anders sagen", meinte Steffen. Mit drei Pässen war Salzburg aus dem eigenen Strafraum gekommen, Kevin Mbabu ließ Adeyemi peinlich gewähren, da stand es 0:1. "Wir sagen, wir wollen von Anfang an da sein - aber dann kann man nicht so anfangen", meinte Steffen.

Der VfL Wolfsburg in Salzburg - Die Bilder

Vor dem Spiel RB Salzburg - VfL Wolfsburg, 20.10.2021 Zur Galerie
Vor dem Spiel RB Salzburg - VfL Wolfsburg, 20.10.2021 ©

Doch der VfL biss sich erst einmal rein, hatte Momente, eine Idee, wie man Salzburg überspielen kann und glich aus. Nur: Das war's. Nach der Pause kam nichts mehr. Aber die Fehler passierten weiter. Unklare Aktionen bei dem einen Gegentor, überhaupt niemand zuständig für den Torschützen am Fünfmeterraum beim anderen. "Das war amateurhaft", haderte Steffen. Maximilian Arnold schimpfte: "Zwei so billige Tore, so kann man nicht bestehen." Ridle Baku analysierte: "Zwei Gegentore aus zwei Standardsituationen, die so nicht passieren dürfen." Er meinte aber auch: "Vorne kreieren wir auch wenig Chancen."


Steffen: "Es war nicht das erste Mal, dass wir so Gegentore kriegen. Wir müssen zusammen verteidigen, aber jeder denkt, der andere hat den Ball - und dann ist er plötzlich im Tor und keiner weiß, wieso." So war es in Salzburg gelaufen, doch der Mittelfeldspieler, dem jüngst sein erstes Tor in der Nationalmannschaft der Schweiz gelungen war, blickte tiefer, meinte: "Am Ende wieder zu lasch verteidigt, so bringen wir uns um Punkte. Wir wissen eigentlich genau, was der Gegner macht, verlieren aber irgendwann die Ordnung und die Spielphilosophie."

Und irgendwie hat sich das offenbar eingeschlichen. Steffen: "Was uns ausgezeichnet hat, die Zusammenarbeit, dass auch mal Mitspieler Wege für den anderen machen, auch wenn es wehtut - das ist ein bisschen weg. Wir müssen arbeiten, alles andere kommt dann von alleine - wenn man einander hilft und den Gegner nicht laufen lässt. Jeder muss in den Spiegel gucken und fragen: Was kann ich leisten, damit es besser läuft?"

Die Lage in der Champions League sei noch nicht aussichtslos, wenn man sich besinne: "Wir haben zwei Punkte, es sind noch drei Spiele zu absolvieren. Wir haben viel falsch gemacht, aber nicht alles. Wir müssen an den Tugenden arbeiten, gemeinsam verteidigen, gemeinsam angreifen - da sind ein paar Sachen verloren gegangen."