30. Oktober 2021 / 19:36 Uhr

Stein verliert das Derby gegen Heikendorf

Stein verliert das Derby gegen Heikendorf

Michael Felke
Kieler Nachrichten
Patrick Johannsen (2.v.re./HSV) setzt Philip Bruhn (re.) und Lukas Nickel zu .
Patrick Johannsen (2.v.re./HSV) setzt Philip Bruhn (re.) und Lukas Nickel zu . © Uwe Paesler
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In einem packenden Derby mit leidenschaftlichem Kampf unterlag der TSV Stein vor eigenem Publikum dem Heikendorfer SV in der Fußball-Landesliga Mitte trotz einer Fülle bester Chancen unglücklich mit 0:1.

Ein Drehbuchautor hätte den Spannungsbogen nicht besser ersinnen können. Der TSV Stein lag auf eigenem Platz vor 174 Zuschauern gegen den Heikendorfer SV mit 0:1 zurück und bot eine mitreißende Schlussoffensive. Allein in den letzten fünf Minuten hatten die Fans gleich mehrfach den Torschrei auf den Lippen. Doch der Ball wollte einfach nicht über die Linie. Am Ende retteten die Gäste die hauchdünne Führung über die Zeit und feierten einen glücklichen Sieg.

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Die zweite Halbzeit gehörte fast ausschließlich dem TSV Stein, der sich Torchance auf Torchance erarbeitete. Initiator der meisten Angriffe war Philip Bruhn, der sich als Wandspieler auszeichnete und Ausgangspunkt fast aller Torchancen war. Dabei sollte Bruhn, der erst tags zuvor von einem Urlaub zurückgekehrt war, gar nicht von Beginn an spielen, musste dann aber doch ran. Und obwohl sichtlich entkräftet, zeichnete sich der Offensivakteur als kluger Passgeber aus. Aber selbst allerbeste Möglichkeiten konnten Timo Federwisch (52., 66.), der agile Felix Flemming (76.) sowie Dennis Lühr (88.) nicht nutzen. Auch Philip Bruhn blieb im Torabschluss ohne Glück (87., 89.). Und zudem rettete bei einem Schuss von Timo Federwisch aus kurzer Distanz noch der Pfosten (90.+1).

„Ein Unentscheiden wäre sicher in Ordnung gewesen. Aber was ist im Fußball schon gerecht? Wenn man die Chancen nicht nutzt, und der Gegner dann den einen reinmacht, dann ist es am Ende so“, meinte HSV-Trainer Nedeljko Veselinovic spürbar erleichtert, der genauso wie der TSV Stein angeschlagene Spieler von Beginn an aufbieten musste. Und diese Spieler sollten zu den tragenden Säulen werden. Auf Heikendorfer Seite hatten sich Jan Sell auf der Sechs und Mittelfeldspieler Oliver Schmeling trotz Blessuren zur Verfügung gestellt und gingen mit leidenschaftlichem Einsatz voran.

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„Beide haben versucht, gerade in den Zweikämpfen unsere Jungs wachzurütteln. Die haben das im Zentrum sehr gut gemacht“, so Veselinovic, dessen Mannschaft im zweiten Abschnitt fast ausschließlich mit Defensivarbeit beschäftigt war. Da führte sein Team aber bereits mit 1:0. Nach einem weiten Freistoß von Florian Sossou in den Fünf-Meter-Raum der Hausherren reagierte Johannes Göser gegen unentschlossene Steiner am schnellsten und spitzelte den Ball ins Tor (6.). „Wir verteidigen diese langen Bälle einfach zu schlecht“, haderte Steins Trainer Karsten Tolle.

Die defensiven Heikendorfer, die lange griffiger waren und durch ein schnelles Umschaltspiel gefielen, hätten bereits im ersten Abschnitt alles klar machen können. Göser hatte ebenso Pech mit einem Alutreffer (25.) wie Patrick Johannsen, dessen Kopfball von der Unterkante der Latte wieder ins Feld zurück sprang (38.). Stein hatte zwar mehr Ballbesitz und war bemüht um einen kontruktiven Spielaufbau, aber gegen die lange Zeit sehr umsichtige Heikendorfer Deckung war kein Durchkommen. Nenneswerte Torchancen konnten sich die Hausherren im ersten Abschnitt nicht erspielen.

Nach dem Wechsel verlor Heikendorf unter dem Druck des TSV Stein die Linie und musste sich stürmischen Angriffen der Gastgeber erwehren. „Heikendorf hat gut verteidigt. Aber wir müssen uns vorwerfen, dass wir von den vielen Chancen nicht einmal eine reingemacht haben. Ein Unentschieden wäre das gerechtere Ergebnis gewesen, aber wir dürfen uns auch nicht beschweren. Wir haben das Tor nicht getroffen. Auch wenn wir am Ende aufgrund unserer Leistung einen Punkt verdient gehabt hätten“, resümierte Steins Trainer Karsten Tolle.

Stein: Wensorra – Harder (46. Feilbach), Klindt (57. Wirbel), Nickel, Flemming – Gnauck, Lühr, Strelau (79. Schlubat), Schneider, Bruhn – Federwisch.

Heikendorf: Bohrmann – Feldkamp, Kuß, Johannsen, Sossou (81. Detlaff) – Sell, Martens, Schmeling, Göser (65. Wilke), Meenken – Kracht (53. Zantopp).

Schiedsrichter: Augustat (TSV Sarau) - Tor: Göser (6.) - Zuschauer: 174.