30. Juni 2020 / 16:03 Uhr

Stephan Klemke: „Lostrommel kann man nicht trainieren“

Stephan Klemke: „Lostrommel kann man nicht trainieren“

Lukas Everling
Peiner Allgemeine Zeitung
In der Kreisliga war der SV Herta Equord (in Blau) abstiegsbedroht. Nach dem Saisonabbruch ist das kein Thema mehr, außerdem zog der Verein durch den Losentscheid in den Bezirkspokal ein.
In der Kreisliga war der SV Herta Equord (in Blau) abstiegsbedroht. Nach dem Saisonabbruch ist das kein Thema mehr, außerdem zog der Verein durch den Losentscheid in den Bezirkspokal ein. © Isabell Massel
Anzeige

Das Los hat entschieden: Herta Equord darf den Kreis Peine in der kommenden Saison im Fußball-Bezirkspokal vertreten. Nach dem Saisonabbruch steht auch fest, dass sich das Team in der Kreisliga gerettet hat – all das, obwohl der erst im Winter engagierte Trainer Stephan Klemke noch gar kein Spiel begleitet hat.

Anzeige
Anzeige

Stephan Klemke ist erst seit fünfeinhalb Monaten Trainer der Equorder Fußballer und hat wegen der Corona-Pandemie bei noch keinem Pflichtspiel seiner Mannschaft an der Seitenlinie gestanden. Und dennoch: Seither steht der Klassenerhalt der in der Kreisliga abstiegsgefährdeten Herta sowie der Einzug in den Bezirkspokal fest. Nachdem Equord am Montag per Los in diesen Wettbewerb eingezogen ist, überlegt der Coach schmunzelnd: „Vielleicht sollte ich bald in Verhandlungen gehen, ob es für mich auch ein paar Erfolgsboni gibt.“

Spaß beiseite, meint Klemke: „Ich persönlich habe damit ja am wenigsten zu tun.“ Die Mannschaft, die es im Kreispokal durch Siege über die VT Union Groß Ilsede (1:0), den TSV Viktoria Ölsburg (5:0), die TB Bortfeld (2:0) und die Adler Handorf (3:2) bis in das Halbfinale geschafft hatte, freue sich derweil sehr auf den Bezirkspokal. „Alle sehen das sehr positiv“, sagt der Trainer, der allerdings auch zu bedenken gibt: „Das ist ein Spiel mehr, das in den wahrscheinlich ohnehin schon sehr engen Zeitplan passen muss.“

Mehr aus dem Peiner Fußball

Für die kleine Herta ist es der erste Auftritt auf Bezirksebene. „Schon der Aufstieg in die Kreisliga war bei uns vor zehn Jahren ein Riesen-Ding. Im Bezirk waren wir ziemlich sicher noch nie“, mutmaßt Stephan Klemke, der sich eher ein Schwergewicht für das Pokalspiel wünschen würde. In Runde eins kämen nur Teams aus Peine, Braunschweig, Wolfenbüttel, Salzgitter und Goslar in Frage, demnach auch einige Landesligisten.

Lostrommel könne man übrigens nicht trainieren, sagt Klemke lachend. Trotzdem attestieren die Oberger, Gegner der Herta im Halbfinale, dem Kreisliga-Konkurrenten auf ihrer Facebook-Seite einen verdienten Sieg – wenn auch mit viel Ironie im Subtext. Darin übt sich auch der Equorder Coach: „Ein Sieg gegen einen zweiten Favoriten wäre dann womöglich zu viel des Guten gewesen.“ Das Los-Finale verlor Equord gegen die Arminia aus Vöhrum, die als Kreismeister ohnehin schon für den Bezirk qualifiziert war.

Von Lukas Everling