24. November 2020 / 14:15 Uhr

Stephan Schrul: Eine Fußballer-Laufbahn zwischen Schwicheldt und Rosenthal

Stephan Schrul: Eine Fußballer-Laufbahn zwischen Schwicheldt und Rosenthal

Lukas Everling
Peiner Allgemeine Zeitung
Einige Jahre lief Stephan Schrul (in der Spielszene rechts) im Schwicheldter Trikot auf, andere im lilafarbenen der Rosenthaler. Hier ist er mit Jörg Zilling (links) im Zweikampf, später kickte er gemeinsam mit ihm und den Falken in der Bezirksklasse. Heute ist Stephan Schrul 51 Jahre alt (rechts) und trainiert das Kreisliga-Team des TSV Hohenhameln.
Einige Jahre lief Stephan Schrul (in der Spielszene rechts) im Schwicheldter Trikot auf, andere im lilafarbenen der Rosenthaler. Hier ist er mit Jörg Zilling (links) im Zweikampf, später kickte er gemeinsam mit ihm und den Falken in der Bezirksklasse. Heute ist Stephan Schrul 51 Jahre alt (rechts) und trainiert das Kreisliga-Team des TSV Hohenhameln. © Kim Neumann / Verein
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In Schwicheldt hat er seine Anfänge, in Rosenthal entwickelte er sich weiter und fasste erst dann in seiner Heimat Fuß. Trotz der großen Rivalität zwischen den Rot-Weißen und den Falken wechselte Stephan Schrul, heute Trainer des TSV Hohenhameln, in seiner aktiven Zeit mehrfach zwischen den Vereinen hin und her.

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Zwei Spiele hintereinander seien für ihn vor 30 Jahren kein Problem gewesen, berichtet Stephan Schrul, der sein Fußballer-Ich von damals als Laufwunder betiteln würde. Der heutige Trainer des Kreisligisten TSV Hohenhameln lernte das Kicken in der JSG Rosenthal/Schwicheldt und stand in seiner aktiven Herrenzeit irgendwie zwischen diesen beiden Vereinen: Mal war er ein Falke, mal ein Rot-Weißer.

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Obwohl die Rivalität zwischen den beiden benachbarten Dörfern in diesen Zeiten noch ziemlich groß war, wechselte Schrul nach seinem ersten Herrenjahr bei den Schwicheldtern nach Rosenthal – allerdings hatte er bei den Rot-Weißen nur in der vierten Mannschaft begonnen. Die Jugendjahre hatte er auch nur auf Kreisebene verbracht. „Ich war sicher nicht der talentierteste Spieler“, sagt der heute 51-Jährige, weiß aber: „Mir kam entgegen, dass ich trotzdem richtig Bock hatte.“

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So arbeitete er sich über die zweite Mannschaft der Falken in das Kreisliga-Team vor. „Da gehörte ich aber auch nicht zu 100 Prozent zum Stammpersonal“, erklärt Schrul, der von seinen Mitspielern liebevoll „Kistenkopp“ genannt wurde. „Irgendwie waren wir Schwicheldter das einfach für die Rosenthaler. Dann war ich halt der Eckige, das habe ich mit Humor genommen“, sagt der Hohenhamelner Coach lachend.

Nach der Saison 1991/92 stieg RW Schwicheldt aus der Kreisliga ab und Schrul kehrte zu seinem Heimatverein zurück. „Da gelang mir dann erstmals der Durchbruch als Stammspieler“, zeigt sich Schrul stolz. Das Team wurde prompt Zweiter, doch für den Aufstieg reichte es nicht. Der erfolgte erst zwei Jahre später – mit Stephan Schrul als Libero. „Der Trainer meinte, ich sei groß und kopfballstark. Deshalb habe ich dort gespielt“, sagt Schrul, der eigentlich „ein klassischer Linksaußen“ gewesen sei.

Und nach seiner eigenen Einschätzung hätte er die linke Flanke auch 180 Minuten lang beackern können. „Es gibt ja viele Spieler, die denken, nach vorne geht der Platz bergab und nach hinten dann bergauf. Das war bei mir nie so“, erklärt der 51-Jährige. Er habe viel Wert auf das Rückzugverhalten gelegt und dafür neben dem Fußball viel an seiner Kondition gearbeitet. Zwei- oder dreimal pro Woche habe er seine angestammte 12-Kilometer-Runde gelaufen – allerdings nicht alleine.

„Ich hatte mein Leben lang Hunde“, sagt Schrul, dessen Golden-Retriever-Hündin damals stets an seiner Seite war. „Meine Kumpel hatten nicht immer Lust, der Hund hingegen schon. Die wurde schon immer unruhig, wenn ich die Laufschuhe angezogen habe“, erklärt er lachend. Sein heutiger Begleiter sei dafür schon etwas zu alt, bei einem langen Spaziergang lässt aber auch der sich nicht lange bitten. Schrul selbst müsse sich mit seinen 51 Jahren mittlerweile „ordentlich selber treten“, um mal wieder eine Laufrunde zu drehen. Hin und wieder schaffe er es aber.

So ausdauernd Stephan Schrul auch war, fußballerisch war für ihn die Bezirksklasse das Ende der Fahnenstange. Wiederum der Nachbar aus Rosenthal hatte im Sommer 2000 den Sprung in diese Liga geschafft und der damals 31-jährige Schrul folgte noch einmal dem Ruf der Falken. „Zumindest ein Jahr lang wollte ich das nochmal probieren. Ich wusste, dass es das Maximum ist, das ich mit meinem Talent erreichen könnte“, erklärt Schrul schmunzelnd.

Das Team konnte allerdings die vielen Abgänge nicht kompensieren und stieg nach nur einer Saison wieder ab. Auch in der Kreisliga hatten es die Falken danach schwer, hielten gerade so die Klasse und Schrul verabschiedete sich danach erneut in Richtung Schwicheldt, wo er seine Karriere ausklingen ließ, später noch in der Ü32 und Ü40 spielte. Den Stephan Schrul von damals würde der heutige Trainer aufstellen. „In Hohenhameln könnten wir einen gebrauchen, der die Bälle gut auflegt. Das konnte ich“, sagt der 51-Jährige.

Heute steht er immer noch in gewisser Weise zwischen den beiden Dörfern: Er ist zwar in Schwicheldt aufgewachsen, „mittlerweile habe ich aber ein Haus in Rosenthal gebaut.“