11. September 2020 / 18:35 Uhr

Stephan Schrul setzt in Hohenhameln auf Disziplin und Spaß

Stephan Schrul setzt in Hohenhameln auf Disziplin und Spaß

Jürgen Hansen
Peiner Allgemeine Zeitung
Hohenhamelns neuer Trainer Stephan Schrul.
Hohenhamelns neuer Trainer Stephan Schrul.
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„Dann kommt der Erfolg fast von allein“, sagt Stephan Schrul. In seinem neuen Amt als Coach des TSV Hohenhameln will der 51-Jährige auf Spaß und Disziplin setzen. Beim morgigen Saisonauftakt treffen die Hohenhamelner auf Dungelbeck, und Schrul ist optimistisch: „Wir haben Heimvorteil.“

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Mitte Juli, als bei den meisten Fußball-Mannschaften des Kreises Peine in Sachen Personal längst alles in trockenen Tüchern lag, war beim Kreisligisten TSV Hohenhameln die wichtigste Personalie unbesetzt, da Trainer René Görke plötzlich und unerwartet seinen Rücktritt erklärte. Zum Retter in der Not wurde Stephan Schrul, der kurzfristig einsprang und seitdem beim TSV das Sagen hat. Beim morgigen Saisonauftakt treffen die Hohenhamelner auf Dungelbeck.

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„Wir haben Heimvorteil, deswegen rechne ich mir etwas aus“, geht Schrul, der allein auf Ansgar Schmidt verzichten muss, zuversichtlich in die Begegnung. Die wird aller Voraussicht nach auf dem Hohenhamelner B-Platz stattfinden. „Denn unser A-Platz ist immer noch in keinem guten Zustand. Die Wühlmaus-Plage ist zwar geringer geworden, aber immer noch nicht ganz behoben.“

Ebenfalls nicht optimal war Schruls Einstand auf dem Trainingsplatz. Denn der fand erst am 18. August statt, da er seinen lange zuvor gebuchten Urlaub nicht verstreichen lassen wollte. Untätig blieben die Seinen allerdings keinesfalls. „Die Jungs haben ab Juni wochenlang in Eigenregie trainiert, haben nichts schleifen lassen – Hut ab“, lobt der bei VW in Salzgitter arbeitende Betriebsschlosser. Schichtbedingt muss er auch zukünftig von Zeit zu Zeit passen. Doch mit Mittelfeld-Spieler Bjarne Becker steht ihm ein Co-Trainer zur Seite, der in seiner Abwesenheit das Training leiten wird. „Und das passt, da mache ich mir keine Sorgen. Bjarne hat Fußball-Sachverstand.“

Schwierigkeiten könnten sich allerdings bei den Punktspielen ergeben, da Hohenhamelns Aufgebot nur 18 Köpfe zählt. „Wir haben viel probiert, Neuzugänge zu bekommen. Aber es ist schwer, Leute zu überreden. Wenn jetzt bei uns zwei, drei Leistungsträger ausfallen, wird es knapp. Zum Glück gibt es in unserer Zweiten einige Leute, die gut genug sind, um auszuhelfen“, erklärt der 51-Jährige.

Selbst in die Bresche springen will er angesichts seines fortgeschrittenen Alters nicht. „Doch ohne kicken geht es nicht. Ich habe meinen Spielerpass in Hohenhameln abgegeben, will in der Ü32 mitmischen. Und wenn die Zeit es zulässt, spiele ich auch für die Ü40 Groß Lafferde/Handorf.“

Seine schönsten Jahre als Fußballer erlebte der Rosenthaler bei Rot-Weiß Schwicheldt. „Da habe ich unter Siegfried Pommernell und den ehemaligen Hannover-96-Profis Horst Berking und Günter Wesche trainiert – alle tolle Menschen. Es war eine supergeile Zeit.“ Für Falke Rosenthal schnürte der Borussia-Mönchengladbach-Anhänger ebenfalls die Stiefel. „Das war die Saison, als die Rosenthaler in die Bezirksklasse aufgestiegen waren. Wir sind dann gleich wieder abgestiegen. Aber egal, wenigstens mal ein Jahr Bezirksklasse gespielt.“

Mit dem dörflichen Leben und besonders der Fußball-Szene der zwei Kilometer auseinander liegenden Orte Schwicheldt und Rosenthal fühlt sich der gebürtige Schwicheldter fest verwachsen. So war er für die dort beheimatete Jugend-Spielgemeinschaft über zehn Jahre in verschiedenen Funktion aktiv, ehe er 2005 die erste Herren von Falke Rosenthal übernahm. Später folgte ein Trainer-Gastspiel bei Adler Handorf, zuletzt betreute er die Reserve des VfB Peine in der 2. Kreisklasse.

Bei all seinen Trainer-Stationen legte und legt Hohenhamelns Coach immer viel Wert auf Disziplin und darauf, dass die Spieler Spaß an der Sache haben. „Wenn beides passt, kommt der Erfolg fast von allein“, betont Stephan Schrul, der für die PAZ den ersten Spieltag tippt:

TSV Eixe – TSV Sonnenberg 0:3. „Sonnenberg zähle ich zu den drei Kreisliga-Mannschaften, die um den Aufstieg spielen werden.“

SSV Stederdorf – Pfeil Broistedt 1:3. „Broistedt ist einfach besser.“

TB Bortfeld – SV Lengede II 0:1. „Beide liegen auf Augenhöhe, Lengede ist einen Tick stärker.“

Rot-Weiß Schwicheldt – VfL Woltorf 4:0. „Als alter Schwicheldter kann ich Rot-Weiß nur den Sieg und den Aufstieg wünschen.“

Fortuna Oberg – TSV Wendezelle II 2:0. „Die Oberger sind sehr spielstark, sie haben sich vorige Saison gut verkauft.“

TSV Münstedt – Bosporus Peine 1:3. „Die Bosporus-Mannschaft wird den Trainerwechsel wegstecken.“

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Eintracht Edemissen – Arminia Vechelde II 2:2. „Beide sind gleich gut.“

TSV Hohenhameln – TSV Dungelbeck 1:0. „Wir wollen den Heimvorteil nutzen.“