14. August 2019 / 08:30 Uhr

Erste Schiedsrichterin im UEFA-Supercup-Finale: Das ist Stéphanie Frappart

Erste Schiedsrichterin im UEFA-Supercup-Finale: Das ist Stéphanie Frappart

Roman Gerth
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Stéphanie Frappart steht im UEFA-Supercup zwischen dem FC Liverpool und dem FC Chelsea als Schiedsrichterin auf dem Platz.
Stéphanie Frappart steht im UEFA-Supercup zwischen dem FC Liverpool und dem FC Chelsea als Schiedsrichterin auf dem Platz. © imago images / VI Images
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Beim Supercup am Mittwoch zwischen dem FC Liverpool und dem FC Chelsea wird erstmals eine weibliche Schiedsrichterin ein Top-Spiel eines UEFA-Männerwettbewerbs leiten. Stéphanie Frappart war zuletzt auch beim Finale der Frauen-WM im Einsatz. Der SPORTBUZZER stellt die Französin vor.

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Schiedsrichterin Stéphanie Frappart fühlt sich „bereit“ für ihre wegweisende Premiere auf der großen Fußball-Bühne. „Natürlich“, sagte die Französin, die am Mittwoch (21 Uhr/Sky und DAZN) als erste Frau in einem bedeutenden UEFA-Wettbewerbsspiel im Männerfußball den Supercup zwischen dem FC Liverpool und FC Chelsea pfeifen wird. „Wir trainieren die ganze Zeit. Wir haben keine Angst, wir sind immer bereit.“

Der Weg von Stéphanie Frappart zum UEFA-Supercup war letztlich steil. Die Französin hatte vor wenigen Wochen das Endspiel der Frauen-WM zwischen den USA und den Niederlanden (2:0) in ihrer Heimat geleitet. Bereits im April war sie erstmals in der französischen Ligue 1 zum Einsatz gekommen. Sie leitete die Partien bei den Punktspielen zwischen SC Amiens und Racing Strasbourg beziehungsweise OGC Nizza gegen den FC Nantes. Wie Bibiana Steinhaus in der Bundesliga gehört sie nun zum festen Schiedsrichter-Pool in der höchsten französischen Spielklasse.

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Stéphanie Frappart: Vom Ball an die Pfeife

Die Französin kommt aus dem Département Val-d'Oise nördlich der Hauptstadt Paris. Mit zehn Jahren startete sie als aktive Fußballerin bei Herblay-sur-Seine und dem SC Pierrelaye - doch schon wenig später startete sie eine Ausbildung zur Schiedsrichterin. Sie wollte die Regeln besser kennenlernen, erklärte sie einmal ihre Entscheidung. Als Frappart volljährig war, setzte sie voll auf die Karriere als Referee. Schon mit 19 Jahren pfiff sie erstmals auch Spieler im Männerbereich.

„Für mich ist es dasselbe. Der Fußball ist derselbe, die Regeln sind dieselben“, sagte Frappart. Ihr Privatleben habe sich seit der Nominierung allerdings schon verändert. „Ich bin jetzt bekannter“, sagte die 35-Jährige. Durch ihren Aufstieg in Frankreichs höchste Spielklasse sei sie aber auf „die Emotionen vorbereitet“ gewesen. Frappart fällt vor allem durch ihre klare Gesten sowie ihre strenge Mimik auf. Außerdem vermeidet sie stets jegliche Unklarheiten bei der Kundgebung ihrer Entscheidungen.

Lob von UEFA-Schiedsrichter-Boss

Hauptberuflich ist sie für den französischen Arbeitersportverband (Fedération Sportive et Gymnique du Travail) tätig. Der neue UEFA-Schiedsrichter-Boss Roberto Rosetti lobt die "Pionierin", wie das französische Blatt Le Parisien die Vorzeige-Schiedsrichterin bezeichnete, in den höchsten Tönen. Sie verfüge "über das Rüstzeug, auf der großen Bühne zu bestehen". Die Unparteiische habe "über Jahre hinweg gezeigt, dass sie eine der besten Schiedsrichterinnen ist, und zwar weltweit".

Liverpool-Coach Klopp hat sich ebenfalls äußerst positiv geäußert. "Es ist an der Zeit", sagte der deutsche Trainer am Dienstag bei der Pressekonferenz in Istanbul. „Ich bin sehr glücklich, dass wir Teil dieses historischen Moments sein können. Es ist überfällig", erklärte Klopp.

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Unterstützt wird Frappart in Istanbul von ihren Assistenten Manuela Nicolosi und Michelle O'Neal. Vierter Offizieller beim Supercup ist der Türke Cuneyt Cakir. Der deutsche Referee Mark Borsch gehört zum Team der Videoassistenten um den Franzosen Clement Turpin. Als erste Frau überhaupt im UEFA-Männerfußball hatte die Schweizerin Nicole Petignat zwischen 2004 und 2009 drei Qualifikationspartien zum UEFA-Cup gepfiffen.

Bei Frappart-Premiere: UEFA setzt Zeichen gegen Sexismus

Anlässlich der Premiere von Frappart hat die UEFA auch zwei italienische Schiedsrichterinnen zum Supercup eingeladen, die zuletzt Opfer sexistischen Verhaltens geworden waren. Annalisa Moccia und Giulia Nicastro waren als Assistentin beziehungsweise Referee in Italien im Einsatz, „als ein Fernsehkommentator und ein Spieler sexistische Verhaltensweisen und Bemerkungen an den Tag legten“, beschrieb der Verband den Vorfall.

„Wir verurteilen jegliche Art von Sexismus, Diskriminierung, herabwürdigendem oder missbräuchlichem Verhalten gegenüber weiblichen Unparteiischen auf Schärfste“, sagte UEFA-Präsident Aleksander Ceferin. „Den Schiedsrichterinnen gebührt der höchste Respekt für ihren wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung des Frauenfußballs sowie zum Wachstum des Fußballs in Europa im Allgemeinen.“

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