31. Oktober 2016 / 14:28 Uhr

Stille Revolution am Adlerhorst: "Es macht einfach richtig Spaß zurzeit"

Stille Revolution am Adlerhorst: "Es macht einfach richtig Spaß zurzeit"

Sönke Gorgos
RedaktionsNetzwerk Deutschland
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Der 1. FC Phönix gehört in der Verbandsliga zu den Teams der Stunde. Die Trainer Robert Balazs und Armin Prang haben in aller Ruhe Beachtliches geleistet.

Die Freude in Robert Balazs's Stimme ist kaum zu überhören. Der Trainer des 1. FC Phönix hat aber auch allen Grund zur Freude: Zwölf Punkte konnte der Verbandsligist allein in den letzten fünf Spielen holen. Die Lübecker, die sich noch im letzten Jahr nur ganz knapp vor dem Abstieg in die Kreisliga retten konnten, haben bereits 28 Punkte auf dem Konto, das 4:0 in Pölitz zuletzt war zwar nicht in allen Teilen mitreißend, aber doch hochverdient.

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Zum Vergleich ein paar Zahlen aus der Vorsaison: Zu einem ähnlichen Zeitpunkt im Jahr 2015 hatten die Lübecker nur 17 Punkte auf dem Konto (jetzt sind es 28), konnten nur fünfmal gewinnen (jetzt sind es schon neun Siege) und hatten bereits 64 Gegentreffer gefangen (jetzt sind es 35, also knapp die Hälfte) - der Aufschwung, den Balazs und Trainerkollege Armin Prang in diesem einen Jahr hingezaubert haben, er ist beachtlich.

Phönix, einst Schießbude der Liga, hat sich auch in der Abwehr extrem stabilisiert und gleichzeitig nichts von der offensiven Gefährlichkeit eingebüßt - eine explosive Mischung. "Ich freue mich ganz besonders für unsere Defensive, die ja in den vergangenen Jahren oft im Kreuzfeuer der Kritik stand", erklärte Balazs, der vor genau einem Jahr begann, Prang zu unterstützen, dem LN-Sportbuzzer. "Wir sind zwar in Pölitz zwischendurch ins lässige Fahrwasser gedriftet, haben aber eigentlich nichts zugelassen." Auswärts macht den "Adlerträgern" sowieso niemand etwas vor: Starke Sechs Siege gab es in neun Spielen.

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Nach der Hälfte der Saison stehen die Lübecker auf dem sechsten Platz - dicht gefolgt vom Lokalrivalen TSV Travemünde und Preußen Reinfeld. Abstiegsgefahr besteht wohl nicht mehr. Aber Balazs, Prang & Co. haben ohehin andere Ziele. "Wir wollen gern am Ende mindestens Siebter sein und uns so für die Landesliga qualifizieren. Da sind wir glücklicherweise voll im Soll." Auch der Trainingseifer ist groß, Balazs holte in Winter und Sommer auch diverse Spieler, die er schon aus Moislinger Zeiten kennt - das Vertrauen ist groß: "Es macht zurzeit einfach richtig viel Spaß mit den Jungs. Wir haben immer mindestens 17 Spieler im Training, auch für den Beginn der Woche können wir mit 20 Mann planen. Da kann man schon richtig 'was anstellen." 

Als nächstes stehen zwei Heimspiele gegen Elmenhorst und Pansdorf auf dem Plan - da muss die Bilanz am alten Flugplatz (drei Siege, vier Niederlagen) aufgebessert werden. Für Balazs gibt es keinen Zweifel: Das kann eine richtig gute Saison werden - in den verbliebenen 18 Spielen müssen die Lübecker übrigens nur noch elf Punkte holen, um die Vorjahresbilanz einzustellen. Zittern bis zum letzten Spieltag muss Phönix nicht mehr. Die Erleichterung über die tolle Form ist auch in der Mannschaft greifbar: Marcel Goldschmidt wurde seinen "Topknot" so am Samstag endlich los - der Defensivspieler sollte sein Haar eigentlich schon nach dem Klassenerhalt in der Vorsaison verlieren, da entzog er sich aber noch geschickt. In Pölitz gab es aber kein Entrinnen mehr: Co-Trainer Dirk Brestel machte bei der Nummer 13 den Friseur. Nicht nur hier wurden beim Traditionsklub alte Zöpfe abgeschnitten - und nebenbei Platz für Neues geschaffen.