15. Dezember 2020 / 22:34 Uhr

Stimmen zur bitteren 2:4-Pleite des VfB Lübeck beim SV Wehen Wiesbaden

Stimmen zur bitteren 2:4-Pleite des VfB Lübeck beim SV Wehen Wiesbaden

Volker A. Giering
Lübecker Nachrichten
Auch Martin Röser kam nach der Niederlage des VfB Lübeck beim SV Wehen Wiesbaden zu Wort
Auch Martin Röser kam nach der Niederlage des VfB Lübeck beim SV Wehen Wiesbaden zu Wort © imago images/Marcel Lorenz
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Die beiden Trainer Rolf Landerl und Rüdiger Rehm, als auch die VfB-Spieler Sven Mende und Martin Röser, sowie Wiesbadens Neuzugang Dominik Prokop mit ihren Statements zum Spiel

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Am 16. Spieltag der 3. Liga musste der VfB Lübeck nach 2:0-Führung eine bittere 2:4-Niederlage beim SV Wehen Wiesbaden einstecken. Gerade der Wiesbadener Doppelschlag zum 2:2 und 2:3 brach der Mannschaft von Trainer Rolf Landerl das Genick. Den gesamten Spielbericht könnt ihr hier nachlesen. Die beiden Coaches und die Lübeck-Spieler Martin Röser und Sven Mende meldeten sich nach der Partie zu Wort:

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Rolf Landerl, VfB-Trainer: „Ich glaube, dass wir in der ersten Halbzeit eine sehr gute und couragierte Leistung geboten haben. Wir haben versucht, spielerische Lösungen zu finden und Wehen Wiesbaden vor Aufgaben zu stellen und konnten uns sehr gute Chancen erspielen. Ich glaube, dass wir noch die eine oder andere Chance hätten reinmachen können. Das Gegentor zum 1:2 kassieren wir dann zu einem denkbar unglücklichen Zeitpunkt. In der Halbzeitpause haben wir versucht, das Positive herauszuziehen. Nach der Pause kommen wir in eine Druckphase von Wiesbaden, wo wir zu passiv waren. Wir haben nicht mehr so gut und aggressiv nach vorne verteidigen können. Nach dem 3:2 hatten wir eine super Chance, um vielleicht heranzukommen. Zum Schluss werfen wir alles nach vorne. Unterm Strich nehmen wir das Positive mit aus dem Spiel. Vor allem in der ersten Halbzeit war das wie gesagt eine absolut couragierte Leistung. Wir müssen jetzt die Köpfe schnell frei und frisch bekommen. Debütant Lucas Wolf hat eine sehr gute Leistung geboten. Nach einer Eingewöhnungsphase zu Beginn des Spiels hat er richtig gut ins Spiel gefunden. Er ist ein junger Spieler, ist 19 Jahre alt. Er war immer wieder anspielbar. Dafür, dass er heute das erste Mal von Beginn an gespielt hat, kann ich nur den Hut ziehen und hoffe, dass er auf diese Art und Weise weitermacht. Ich habe mich für ihn entschieden habe, weil er unglaublich gute Trainingsleistungen über Wochen bringt. Er hat sich die Chance verdient und gezeigt, dass wir mit ihm eine Option mehr auf der zentralen Mittelfeldposition haben.“

Rüdiger Rehm, Trainer vom SV Wehen Wiesbaden: "Meine Mannschaft hat eine unglaubliche Moral nach dem 0:2 gezeigt!"

Rüdiger Rehm, Trainer vom SV Wehen Wiesbaden: „Wir hatten am Anfang sehr viele Probleme gehabt gegen einen starken Gegner, was ich auch schon vor dem Spiel gesehen habe. Die Lübecker hatten eine gute Passqualität. Mit dem 0:2 waren wir ganz gut bedient. Im Großen und Ganzen war der Vorsprung verdient. Dank des Standardtreffers kurz vor der Pause sind wir zurück ins Spiel gekommen. Zweite Halbzeit haben wir mit diesem Momentum extrem Druck entwickelt und Gas geben. Wir haben wirklich versucht, den Gegner hinten einzuschnüren, und hatten unglaublich viele Hereingaben. Lübeck hatte die Chance zum 1:3 durch einen Konter. Es war klar, dass auch was durchrutschen kann. Meine Mannschaft hat eine unglaubliche Moral nach dem 0:2 gezeigt. Wir haben alles reingefeuert. Aufgrund der zweiten Halbzeit haben wir uns den Sieg verdient. Es war ein ausgeglichenes Spiel. Beide Seiten haben alles reingehauen und alles gegeben. Wir sind der verdiente und glückliche Sieger, weil wir am Ende die Tore gemacht haben.“

SV Wehen Wiesbaden - VfB Lübeck - das Spiel in Bildern (15.12.2020)

 Die Spieler vom VfB Lübeck beim Aufwärmen. vor der Partie beim SV Wehen Wiesbaden. Zur Galerie
Die Spieler vom VfB Lübeck beim Aufwärmen. vor der Partie beim SV Wehen Wiesbaden. ©

VfB Lübeck-Spieler Martin Röser mit gedämpftem Statement nach der 2:4-Niederlage

Martin Röser, VfB-Stürmer: „Es fühlt sich extrem hart und bitter an. Ich glaube, dass wir ein sehr gutes Auswärtsspiel gemacht haben. Gerade in der ersten Halbzeit. Wir haben den Gegner vor viele Probleme gestellt und völlig verdient auch in der Höhe 2:0 geführt. Mit etwas mehr Glück und Überzeugung hätten wir auch auf das 3:0 oder 4:0 gehen können. Dann fangen wir das 1:2 kurz vor der Pause, was immer passieren kann. In der zweiten Halbzeit haben wir ein anderes Spiel gesehen. Wiesbaden kommt besser raus. Wobei wir trotzdem noch unsere Chancen haben. Wiesbaden war eiskalt, muss man sagen. Das 2:4 fällt aber viel zu hoch aus. Dementsprechend enttäuscht fahren wir nach Hause. Wir müssen selbstkritisch sein und dürfen uns nach dem 2:0 nicht mehr die Butter vom Brot nehmen lassen.“


Sven Mende: "Das ist einfach nur traurig!"

Sven Mende, VfB-Mittelfeldspieler und Ex-Wiesbadener: „Das fühlt sich sehr bitter an. Das Spiel darfst du auf jeden Fall nicht verlieren. Das späte 1:2 vor der Pause hat irgendetwas bei uns im Kopf ausgemacht. Wiesbaden ist dann richtig mit Schwung aus der Kabine gekommen. Es war klar, dass wir uns tiefer reinstellen. Die Flanken sind reingeflogen. Wir haben die Bällen nach vorne gehauen und hatten wenig Entlastung. Dennoch hatten wir danach noch Chancen auf ein 3:3. Das ist einfach nur traurig. Wir müssen das Positive mitnehmen. Das war ein gutes Auswärtsspiel. Das einzig Negative ist, dass wir die Chancen vorne besser nutzen müssen.“

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Wiesbadens eingewechselter Blitztransfer (wurde am vergangenen Freitag als Neuzugang vorgestellt) und Torschütze Dominik Prokop: „Ich bin überglücklich, dass ich der Mannschaft bei meinem Debüt gleich mit einem Tor helfen konnte. Noch viel glücklicher und wichtiger war, dass wir das Spiel gedreht und die drei Punkte geholt haben. Das war ein Sieg der Moral. Mir war klar, dass wir das Spiel noch drehen können. Wir sind sehr glücklich, dass wir das so umgesetzt haben.“