30. April 2020 / 20:18 Uhr

Stimmungsbild der Verbandsliga-Trainer zum Saisonabbruch in Schleswig Holstein

Stimmungsbild der Verbandsliga-Trainer zum Saisonabbruch in Schleswig Holstein

Paul Schubert
Lübecker Nachrichten
Rapid-Trainer Christian Arp

 hofft auf Verständnis aller Beteiligten.
Rapid-Trainer Christian Arp hofft auf Verständnis aller Beteiligten. © Agentur 54°
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Mehrere Verbandsliga-Trainer äußern sich zu der Entscheidung und erzählen, was für sie die fairste Lösung wäre

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Der Schleswig-Holsteinische Fußballverband (SHFV) hat die Saison 2019/20 als erster deutscher Landesverband beendet. Das hat das Präsidium des SHFV am Montagabend in einer Videokonferenz beschlossen. Über die Wertung der Saison sowie Auf- und Abstiege will das Präsidium in der nächsten Sitzung am 9. Mai entscheiden. Einige Verbandsliga-Trainer äußerten sich exklusiv gegenüber dem LN-Sportbuzzer, was sie von der Entscheidung halten und für sie die beste Lösung wäre.

Arp ist von der Entscheidung nicht überrascht

Christian Arp (Trainer Rapid Lübeck): "Das mit dem Saisonabbruch ist natürlich bitter, hat mich nach dem Verlauf der letzten Wochen allerdings nicht wirklich überrascht. Aus Angst vor der Klagewelle wird sicherlich das Modell mit Aufsteigern und ohne Absteiger gewählt werden inklusive Quotienten, um die Anzahl der Kläger zu minimieren. Einige ambitionierte Mannschaften werden dadurch ins Gras beißen und total gerecht ist auch diese Regelung nicht. Aber letztendlich ist das höhere Gewalt, es möchte sicherlich keiner in der Haut der Entscheider stecken und ich hoffe auf Verständnis aller Beteiligten. Am Ende bin ich ehrlich gesagt aber auch froh, von der Entscheidung am 9.Mai nicht wirklich betroffen zu sein und freue mich wie alle anderen Fußballer auch, wenn wir irgendwann mal wieder unter Berücksichtigung aller Umstände loslegen können."

Für die SG Sarau/Bosau wäre der Sprung nach oben schwer gewesen

Robertino Borja (Trainer SG Sarau/Bosau): "Auch wenn das kein schönes Ende ist, ist das in meinen Augen die richtige Entscheidung. Die Zeit ist einfach weggelaufen und die Spiele alle nachzuholen, wäre einfach unmöglich. Es ist besser im Spätsommer ganz normal die neue Saison zu beginnen. Tabellarisch waren wir schon in einer guten Situation, um vielleicht noch oben anzugreifen, aber man muss auch realistisch sehen, dass die ersten drei Platzierten nicht mehr viele Spiele verloren hätten. Also ist die Entscheidung für uns nicht so entscheidend. Meiner Meinung nach sollte man die Erstplatzierten aufsteigen lassen und kein absteigen lassen."

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Lütjens präferiert Tabelle nach der Hinrunde

Sascha Lütjens (Trainer Leezener SC): Auch wenn wir uns alle nach unserem geliebten Fußball sehnen, ist die Entscheidung wohl die einzig Vernünftige. Die Hängepartie zwischen warten und hoffen ist vorbei und wir können uns jetzt voll und ganz auf die neue Saison freuen und vorbereiten, wann auch immer diese starten wird. Für die Entscheidung wie gewertet wird, bedarf es auch Fingerspitzengefühl, ich bin gespannt. Die gesündeste Variante wäre aus meiner Sicht die Tabelle nach der Hinserie, aber auch eine Wertung nach Quotient ist durchaus denkbar. Es wird in keiner Version jedem Recht gemacht werden können. Ich würde es begrüßen, wenn die ausstehenden Pokalwettbewerbe mit in die nächste Saison genommen werden.

Tremsbüttel sicher aufgestellt mit neuer SG

Marc Mandel (Trainer VfL Tremsbüttel): Ich halte es für die richtige Entscheidung. Es ist albern im September oder August noch Spiele zu spielen, das ist auch besser für die Wechselfristen. Wir sind als SG sowieso schon neu aufgestellt und hoffen, uns bald gemeinsam auf dem Platz kennenzulernen. Es tut mir Leid für alle die, welche am Saisonende aufhören wollten. Auch bei uns haben ein paar Spieler schon signalisiert noch eine Saison dranhängen zu wollen, weil keiner sich so verabschieden möchte. Super wäre es, wenn wir bald schon etwas in kleine Gruppen machen können. Wir stehen hinter der Entscheidung des Verbandes und werden nicht klagen. Wir wollen einfach nur irgendwann Fußball spielen! Ich vermute, dass die ersten zwei aufsteigen werden. Sollte keiner absteigen, werden die Staffeln natürlich größer und es wird zu mehr englischen Wochen kommen. Das ist durchaus hart.

Rönnau würde auf dem Relegationsplatz stehen

Thorsten Krämer (Liga-Obmann SC Rönnau 74): Den Saisonabbruch empfinde ich als absolut richtig. Es ist gut, dass mit dem 30.6 auch ein Datum steht. Somit kann man besser planen. Meiner Meinung sind genügend Spiele absolviert, um einen Meister zu küren. Wenn man Meister kürt, muss es aber auch Absteiger geben. Ich sehe nicht, dass wir mit 18 oder noch mehr Mannschaft spielen, weil wir schon mit 16 Teams Schwierigkeiten haben, alle Spiele zu absolvieren. Die Quotienregel wäre das fairste, wir würden dann auf einen Relegationsplatz rutschen. Ein Relegations-Abstiegsspiel hat nach meiner Kenntnis noch nie stattgefunden und würde diesmal auch nicht stattfinden. Wir hätten somit drei Absteiger. Wir können mit der Regelung gut leben und halten es für die fairste.