16. Dezember 2017 / 06:51 Uhr

Stöger mit BVB gegen Nagelsmann: Gegenwart trifft Zukunft?

Stöger mit BVB gegen Nagelsmann: Gegenwart trifft Zukunft?

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Vorgänger und Nachfolger beim BVB? Peter Stöger, Vertrag bis Saisonende, trifft in seinem ersten BVB-Heimspiel auf Trainer Julian Nagelsmann mit der TSG 1899 Hoffenheim.
Vorgänger und Nachfolger beim BVB? Peter Stöger, Vertrag bis Saisonende, trifft in seinem ersten BVB-Heimspiel auf Trainer Julian Nagelsmann mit der TSG 1899 Hoffenheim. © Getty/imago/Montage
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In seinem ersten Heimspiel trifft Peter Stöger, der neue Trainer von Borussia Dortmund, ausgerechnet auf seinen vermeintlichen Nachfolger Julian Nagelsmann mit der TSG 1899 Hoffenheim. Die Trainer im SPORTBUZZER-Check.

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Ein Blick auf die aktuelle Bundesliga-Tabelle allein reicht nicht, um die Brisanz der Partie von Borussia Dortmund gegen die TSG Hoffenheim (Samstag, 18.30 Uhr - hier im Liveticker) zu erkennen. Der BVB erwartet als Siebter den Sechsten – so weit, so unspektakulär. Wäre da nicht die Situation auf den Trainerbänken beider Klubs. Da sitzt auf der einen Seite Peter Stöger, 51 Jahre, Österreicher. Ausgestattet mit einem Vertrag bis Saisonende. Er soll den kriselnden BVB wieder in die Spur bringen. Auf der anderen Seite Julian Nagelsmann, 30 Jahre, das derzeit wohl größte deutsche Trainertalent. Sein Kontrakt läuft zwar bis 2021, doch für 2019 besitzt er eine Ausstiegsklausel über 5 Millionen Euro. Er ist der Mann, der Stöger in Dortmund beerben soll – womöglich sogar schon zur neuen Saison.

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Angeblich soll sich Nagelsmann bereits mit den Schwarz-Gelben einig sein, auch wenn sowohl der BVB als auch TSG-Mäzen Dietmar Hopp dies dementieren. „Er ist ein junger und sehr guter Trainer. Aber es gibt noch keine Entscheidung für die neue Saison“, betont Hans-Joachim Watzke. Dass der BVB-Boss aber Nagelsmann auserkoren hat, um eine neue Ära zu prägen wie Jürgen Klopp, ist kein Geheimnis. Am Samstag trifft also die Dortmunder Gegenwart auf die Zukunft – doch worin unterscheiden sich die beiden Übungsleiter eigentlich?

Die beiden Trainer im SPORTBUZZER-Check!

Taktik: Eigentlich bevorzugt Stöger ein klassisches 4-4-2-System mit einer Doppelsechs. In seinem ersten Spiel als BVB-Trainer, beim 2:0-Sieg in Mainz, ließ er sein Team aber in der Grundordnung seines Vorgängers Peter Bosz auflaufen (4-3-3). Allerdings stand Dortmund deutlich tiefer, presste nicht so früh und verschob deutlich weniger aggressiv nach vorn.

Nagelsmann setzt normalerweise auf ein 3-1-4-2-System, allerdings wechselt die Formation auch während des Spiels ständig – ähnlich wie bei Pep Guardiola oder Thomas Tuchel. Auch Teile seines Aufbauspiel mit einer Dreierkette erinnern an Guardiola, die Pressing-Schule eher an Jürgen Klopp. Auch bei ihm müssen die Stürmer die ersten Verteidiger sein.

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Charakter: Stöger und Nagelsmann sind zwar altersmäßig weit auseinander, ähneln sich aber dennoch sehr. Beide sind eher locker im Umgang mit Spielern und Medien, beide sind nie um einen Spruch verlegen. Nagelsmann ist an der Seitenlinie sicher um einiges emotionaler, Stöger hat dagegen deutlich mehr Erfahrung, arbeitete in Österreich auch schon als Sportdirektor. Zuletzt gerieten beide öffentlich in die Kritik. Stöger, weil er nicht mal eine Woche nach seinem emotionalen Abschied in Köln beim BVB anheuerte. Nagelsmann, weil er sich bei der Partie der Dortmunder in Mainz auf die Tribüne hockte – trotz der anhaltenden Gerüchte um seine Person.

Erfolge: Stöger wurde mit Austria Wien je zweimal österreichischer Meister und Pokalsieger, führte den 1. FC Köln innerhalb von vier Jahren aus der 2. Liga bis in die Europa League. Dann legte er den schlechtesten Saisonstart in der Bundesliga-Historie hin, holte aus 14 Partien gerade mal drei Pünktchen.

Nagelsmann kann ebenfalls Historisches nachweisen: Er übernahm die TSG im Februar 2016 als jüngster Bundesliga-Trainer aller Zeiten. Zuvor hatte er sehr erfolgreich im Hoffenheimer Nachwuchs gearbeitet, wurde 2014 Deutscher A-Jugendmeister. Die Profis führte der Überflieger in der letzten Saison auf Platz vier bis in die Champions-League-Qualifikation, scheiterte dort aber ausgerechnet an Klopps FC Liverpool.

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Stöger lächelt Nachfolger-Gerüchte weg

Dass er gleich in seinem ersten Heimspiel auf seinen möglichen Nachfolger trifft, lächelte Stöger in seiner gewohnt charmanten Art locker weg: „Von mir ist das alles nicht gekommen“, sagte er. „Wer beim BVB irgendwann mal nach mir kommen könnte, dazu habe ich nichts zu sagen. Julian Nagelsmann ist ein super Trainer und ein super Typ. Aber die Thematik Nagelsmann ist für mich gar keine.“

Dass am Abend vor allem die beiden Trainer im Mittelpunkt stehen werden, wird Stöger allerdings nicht verhindern können. Schließlich trifft am Ende doch „nur“ der Siebte auf den Sechsten.