16. Februar 2021 / 23:11 Uhr

Stolpern die Bayern-Frauen noch? Wolfsburg lauert auf Patzer im vollgepackten März

Stolpern die Bayern-Frauen noch? Wolfsburg lauert auf Patzer im vollgepackten März

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Im Hinspiel jubelte Bayern, jetzt wartet der VfL (r. Trainer Stephan Lerch) auf Patzer des Tabellenführers.
Im Hinspiel jubelte Bayern, jetzt wartet der VfL (r. Trainer Stephan Lerch) auf Patzer des Tabellenführers. © imago images/Jan Huebner
Anzeige

Zwei Spieltage sind gespielt, gepatzt hat keiner: Der FC Bayern und der VfL Wolfsburg liefern sich bis zum direkten Aufeinandertreffen ein Fernduell um die Spitze der Frauen-Bundesliga. Jetzt ist Länderspiel-Pause - danach lauert der VfL auf Ausrutscher des Tabellenführers.

Anzeige

Es war ein harter Auftakt ins neue Spieljahr - aber die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg haben die vollen sechs Punkte eingefahren. Der Schneeschlacht mit dem 3:2 gegen Turbine Potsdam folgte ein 1:0 in einem intensiven Spiel gegen 1899 Hoffenheim. Platz zwei in der Bundesliga ist damit gefestigt - und Spitzenreiter FC Bayern, der noch ohne Punktverlust ist, bleibt in Reichweite. Fünf Punkte trennen die bisher souveränen Münchnerinnen und den VfL.

Anzeige

"Ich bin unfassbar stolz auf die Mannschaft, dass sie dieses schwere Auftaktprogramm mit sechs Punkten bestehen konnte", so VfL-Trainer Stephan Lerch. "Gegen Potsdam haben wir uns in einem Spiel mit erschwerten Bedingungen auf einem verschneiten Platz durchgesetzt. Vor dem Hoffenheim-Spiel gab es keine optimale Vorbereitung aufgrund der Platzbedingungen. Und dann gegen eine Mannschaft, die einen Lauf hat, das Heimspiel zu Null zu gewinnen, davor muss ich einfach meinen Hut ziehen."

Klar ist aber auch: Der Titelverteidiger darf sich eigentliche bis Saisonende gar keine weiteren Punktverluste erlauben - und muss auf einen Patzer der Bayern lauern. "Uns war in der Winterpause klar", so Ralf Kellermann, Sportlicher Leiter der VfL-Frauen, "dass wir ein extrem schweres Startprogramm haben - mit einer unüblichen Vorbereitung ohne Trainingslager. Sportlich ist das mit den sechs Punkten nicht ins Gewicht gefallen, aber es fehlt uns schon, allein aufgrund der Teambuilding-Aspekte." Trotzdem "haben wir es geschafft, zwei Siege einzufahren. Wir sind weiterhin dran und können weiter Druck aufbauen." Vor allem der Sieg gegen Verfolger Hoffenheim sei wichtig gewesen: "Hätten wir nur Unentschieden gespielt, wäre das Ding wahrscheinlich gelaufen."

Jetzt ist erst einmal Länderspielpause, danach stehen die Hinspiele in der Champions League an - für den VfL gegen Lilleström, für die Bayern im fünf Flugstunden entfernten Kasachstan. Damit beginnt dann auch die entscheidende Phase der Saison mit vielen englische Wochen. Kellermann: "Die Bayern sind super stabil, aber ich weiß, was in diesen Wochen passieren kann."


Mehr zu den VfL-Frauen

Auf beide Mannschaften wartet ein vollgepackter März. Los geht es in der Champions League am 3./4. März, anschließend warten nur wenige Tage später die nächsten Aufgaben in der Bundesliga auf die Teams. Die Wolfsburgerinnen gastieren am 7. März beim Aufsteiger SV Meppen, der FCB parallel beim SC Freiburg. Am 10./11. März folgen dann die Rückspiele der Königsklasse.

Viel Zeit zum Ausruhen bleibt danach nicht: In der Liga geht es für den VfL am 14. März gegen Leverkusen und für Bayern gegen die SGS Essen weiter. Zur Abwechslung folgen dann die Viertelfinal-Spiele im DFB-Pokal. Die Bayern haben dabei mit 1899 Hoffenheim den schwierigen Gegner, der Gegner des VfL wird am 20./21, März ausgespielt (Bremen oder Meppen). Den Monatsabschluss bestreitet der VfL dann in der Liga am 28. März beim SC Sand, die Mannschaft von Jens Scheuer tritt beim MSV Duisburg an - und dann geht es auch schon mit den Viertelfinals in der Champions League weiter. Kellermann: "Es reicht ein einziges Unentschieden der Bayern in der Liga, Stolpersteine sind auf jeden Fall noch da - darauf spekulieren wir. Stolpern sie, werden wir im direkten Duell alles geben." Der "Classico" des deutschen Frauenfußballs steigt in der Liga dabei erst am 9. Mai (drittletzter Spieltag), davor wird's im April ähnlich eng - unter anderem mit den CL-Halbfinals.

Bis dahin muss sich der VfL weiter schadlos halten. Trainer Lerch. "Ich glaube, dass doch viele im Prinzip darauf warten, dass wir noch einmal ein paar Punkte liegen lassen und eine Vorentscheidung zu Gunsten des FC Bayern entsteht", so Lerch, und weiter: "Und auch viele Mannschaften sagen zurecht: 'Wir fahren zum VfL und wollen etwas mitnehmen.'" Aber der 36-Jährige richtet eine direkte Kampfansage an die Konkurrenz: "Aber da muss ich ganz klar sagen: Wir sind der VfL Wolfsburg, wir geben alles, bis zum Schluss. Bis die Würfel gefallen sind werden wir alles daran setzen, Druck auf die Bayern auszuüben."

Vor allem die zweite Halbzeit gegen die Sinsheimerinnen am Sonntag habe gezeigt, was den VfL letztlich ausmacht. Lerch: "Das war von der Einstellung genau so, dass man sagen kann: Ja, das sind wir. Und so gehen wir es an! Und selbst wenn nicht alles im spielerischen Glanz erstrahlt, sieht man, dass die Mannschaft will und hungrig ist. Das nehmen wir für die nächsten Aufgaben mit."