10. April 2016 / 21:32 Uhr

Strafstoß-Festival

Strafstoß-Festival

Uwe Kläfker
SPORTBUZZER-Nutzer
Der Hagenburger Angreifer Tugrancan Singin (blaues Trikot) ist oft nur durch Foulspiele zu stoppen und holt drei Strafstöße heraus. uk USER-BEITRAG
Der Hagenburger Angreifer Tugrancan Singin (blaues Trikot) ist oft nur durch Foulspiele zu stoppen und holt drei Strafstöße heraus. uk © uk
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TSV Hagenburg dominiert Derby gegen SC Rinteln

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Eigentlich ist der Rintelner Alexander Rogowski einer der besten Angreifer im Fußballbezirk und nicht dafür bekannt, Gegenspieler umzutreten. Aber die Attacke auf den Hagenburger Mittelfeldstrategen Christoph Lempert an der Seitenlinie in Höhe des eigenen Strafraums hatte es in sich, war reiner Frust (45.). Und bezeichnend: Für Rogowski und seinen SC Rinteln lief gestern nichts zusammen. Der TSV Hagenburg hat sein Heimspiel verdient mit 3:0 gewonnen, benötigte dazu aber drei Foulelfmeter.

Die Gastgeber setzten den SCR früh unter Druck, hofften dabei auf dem holprigen Platz auf Fehler der Rintelner Hintermannschaft. Das funktionierte gut, die Weserstädter bekamen keinen Raum, wurden zu Fehlpässen gezwungen. „Zum Teil hat meine Mannschaft eher angegriffen, als ich das wollte“, sagte TSV-Trainer Patrick Glawe: „Aber das war in Ordnung, wir haben es gut gelöst.“

Bereits nach 16 Spielminuten erzielte Steffen Dreier mit dem ersten Strafstoß die Führung. Sebastian Wittek holte den Hagenburger Tugrancan Singin von den Beinen, Schiedsrichter Nils Brandes zeigte auf den Elfmeterpunkt. Die Gäste spielten schwach, lediglich bei Standards blitzte so etwas wie Torgefahr auf. „Sie haben uns den Schneid abgekauft“, sagte SCR-Trainer Christian Vaas. Die einzige zwingende Chance zum Ausgleich vergab Kastriot Hasani, als sich TSV-Keeper Jannik Lange verschätzte und ohne Not außerhalb des Strafraums auftauchte. Hasanis Heber verfehlte das Ziel nur knapp (22.).

Im direkten Gegenzug langte Tino Bedey gegen Singin hin – Strafstoß. Dreier verwandelte erneut sicher zum 2:0. In der 36. Spielminute zeigte der Unparteiische wieder auf den Punkt. SCR-Keeper Markus Peter-Barbknecht warf sich Singin vehement entgegen, was Brandes als Foulspiel auslegte. Dreier war auf dem Weg zum Elfmeter-Hattrick, scheiterte aber mit einem aufreizend lässigen Versuch am Rintelner Keeper. „Der erste und zweite Strafstoß waren klar, der dritte fragwürdig“, sagte Glawe. Sein Pendant Vaas hatte eine andere Meinung. Der erste sei fragwürdig, der zweite Strafstoß kein Foul und der dritte wiederum klar gewesen. Gut, dass es Schiedsrichter gibt. Aber es ging für den TSV auch aus dem Spiel heraus. Kurz vor der Halbzeit sprang ein Schuss von Marvin Fieberg an den Innenpfosten und von dort ins Spielfeld zurück.

Nach dem Seitenwechsel tat sich nicht mehr viel. Die Gastgeber zogen sich zurück, nutzten aber ihre Kontermöglichkeiten nicht. „Wir berauben uns unserer Chancen“, monierte Glawe, der aber einen verdienten Sieg und einen versöhnlichen Abschluss gesehen hatte, denn mit dem Schlusspfiff erzielte Hannes Schauss das dritte Tor.

„Das war heute Kopfsache. Der Sieg war verdient“, gab Vaas zu. Die Rintelner müssen die Niederlage bis zum Dienstag verdauen, dann kommt der Tabellenletzte SV 06 Holzminden auf den Steinanger. Die Hagenburger genießen am Nachholspieltag Heimrecht gegen zuletzt wenig erfolgreichen FC Stadtoldendorf.

TSV:Lange, Schauss, Fieberg (79. Huntemann), Bräunig, Singin (70. Özdemir), Bruns (67. Pape), Lempert, Nolte, Eckwert, Dreier, Oltersdorf

SCR:Peter-Barbknecht, Meier, Hasani, Yannik Walter, Gök, Fichtner, ivo-Niklas Walter, Bedey, Rogowski, Wittek, Felix Kaufmann (46. Kuhlmann)