13. März 2022 / 13:04 Uhr

Stralsunder HV: Nächster Matchball weg!

Stralsunder HV: Nächster Matchball weg!

Niklas Kunkel
Ostsee-Zeitung
Die Spieler des Stralsunder HV konnten nach Abpfiff nicht fassen, dass sie gegen die HSG Eider Harde verloren haben.
Die Spieler des Stralsunder HV konnten nach Abpfiff nicht fassen, dass sie gegen die HSG Eider Harde verloren haben. © Niklas Kunkel
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Die Handballer verlieren das nächste wichtige Spiel in der 3. Liga und verschieben den erhofften Klassenverbleib damit erneut nach hinten. Im Schleswig-Holsteinischen Hohn kämpfte sich der SHV zwischenzeitlich zurück, stand sich dann aber selbst im Weg. 

Die letzte Szene des Spiels zwischen dem Stralsunder HV und der HSG Eider Harde war sinnbildlich für die gesamte Partie zuvor: Die Stralsunder hatten beim Stand von 25:26 noch 15 Sekunden Zeit, um den Ausgleich zu erzielen. Stattdessen ging der Ball verloren und Marcel Esters warf auf der anderen Seite ins leere Tor zum 27:25 (11:10) aus Sicht der Gastgeber. „17 Fehlwürfe und elf Fehlpässe sprechen für sich. Wir waren völlig unnötig hektisch – uns hat der Ruhepol gefehlt“, analysierte SHV-Trainer Steffen Fischer die Niederlage in der 3. Liga.

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Von Beginn an wirkten die Stralsunder nervös – durch die Verletzung von Linus Skroblien und einer Coronaerkrankung von Leon Witte fehlte der lenkende Mittelmann im Team. Eigentlich gut herausgespielte Offensivaktionen und Ballgewinne durch die stabil stehende Abwehr wurden nicht genutzt. Weil aber auch die HSG Eider Harde zunächst keinen guten Tag erwischte, ging es bis zur Halbzeit auf Augenhöhe weiter. Nach dem Seitenwechsel fanden die Gastgeber deutlich besser in die Partie und zogen im Eiltempo davon. Bei Stralsund lief hingegen offensiv nichts mehr zusammen. Scheiterten sie im ersten Abschnitt noch an Jasper Basenau, warfen sie jetzt seinen Ersatz Mehmet Ali Ataman warm. „Es waren überwiegend Fehlwürfe aus guten Situationen. Ich frage mich, woher diese Nervosität kommt – wir hatten doch die letzten Spiele so viele Chancen, den Klassenerhalt klar zu machen und keinen Druck“, rätselte Fischer über die Fahrigkeit seiner Akteure.

Beim 13:19 schien der ersehnte Auswärtssieg bereits in weite Ferne gerückt, doch plötzlich war wieder Leben in der Mannschaft. Torhüter Jan Kominek entschärfte die Würfe des Gegners, mit schnellem Zug zum Tor klingelte es vorne im Minutentakt. Beim 21:20 für die Stralsunder schien die Partie gedreht und die Sundhandballer auf der Siegerstraße. Ähnlich wie im Hinspiel konnte die HSG das eigene Niveau und Tempo nicht über die volle Spielzeit halten. Durch einige Wechsel und viele Eigenfehler holten sie den SHV zurück in die Partie. Statt mit dem Rückenwind der Aufholjagd davon zu ziehen, fiel die Fischer-Sieben aber in die Muster aus der ersten Halbzeit zurück. „Wir hatten individuell die klar besseren Spieler. Das Entscheidungsverhalten – gerade in der Abwehr – war bei einigen heute aber inakzeptabel“, ärgerte sich Fischer mit Blick darauf, dass etwa die beiden Außen Johannes Trupp und Benjamin Schulz mehr Zeitstrafen sammelten, als der komplette Mittelblock des SHV.

So blieb die HSG Eider Harde im Spiel und konnte nach Fehlwürfen der Stralsunder mit einfachen Toren das Spiel offen halten. Mit der lautstarken Unterstützung von 200 Fans in der kleinen Halle in Hohn im Rücken erkämpften sich die Gastgeber den knappen Heimsieg. Dieser wurde frenetisch bejubelt, obwohl er ihnen potenziell noch selber schaden könnte. Wenn die Stralsunder in die Abstiegsrunde müssen, nehmen die Schleswig-Holsteiner einen Punkt weniger mit in die Finalphase, als wenn die HSG Ostsee mit in die Relegation muss. Die HSG Ostsee erspielte sich unterdessen mit einem 27:25 (12:16)-Auswärtssieg beim TSV Altenholz die Chance, direkt in der Klasse zu bleiben. Somit ist das Nachholspiel zwischen dem SHV und der HSG Ostsee am Mittwoch (19 Uhr) das nächste Entscheidungsspiel. „Ostsee hat mit dem Auswärtssieg gezeigt, dass die Mannschaft lebt – es wird eine Herausforderung für uns. Trotzdem haben wir noch alles in der eigenen Hand“, sagt Fischer und nimmt sich auch selber in die Pflicht: „Das Trainerteam muss den Spielern jetzt zeigen, dass sie es können – das haben sie auch heute gezeigt. Nur haben sie aus guten Chancen das Tor nicht gemacht.“

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HSG: Almati, Basenau – Möller 4, Schulz 2, Esters 6, Oettershagen, Hamann 3, Schatz 1, Heinemann, Glindemann 7/3, Oettershagen 4, Bornhöft, Petersen, Weigmann.

SHV: Kominek, Brüggmann – Schmidt 3, Haasmann 1, Brandt 8, Pachmann, Berger 3, Schulz 7/3, Prüter, Trupp 3, Tsuyama.

Siebenmeter: HSG 4/4, SHV 3 /4

Strafminuten: HSG 4, SHV 12.

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