05. September 2021 / 15:58 Uhr

Stralsunder HV verliert umkämpftes Spiel beim DHK Flensborg

Stralsunder HV verliert umkämpftes Spiel beim DHK Flensborg

Niklas Kunkel
Ostsee-Zeitung
Benjamin Schulz war mit 15 Toren der erfolgreichste Werfer der Partie. Der Stralsunder HV unterlag dem DHK Flensborg mit 33:36
Benjamin Schulz war mit 15 Toren der erfolgreichste Werfer der Partie. Der Stralsunder HV unterlag dem DHK Flensborg mit 33:36 © Niklas Kunkel
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Handballer unterliegen dem Aufsteiger zum Saisonauftakt mit 33:36. Zeitstrafen und zu viele individuelle Fehler verhageln dem SHV den Saisonauftakt. Leon Witte musste in seinem ersten Spiel früh Verantwortung übernehmen.

Die Handballer des Stralsunder HV haben das erste Spiel der Saison in der 3. Liga mit 33:36 verloren. Der Aufsteiger DHK Flensborg machte in der umkämpften Partie in der entscheidenden Phase die Tore, während es bei den Stralsundern gerade defensiv in den Schlussminuten einfach nicht mehr klappen wollte. „36 Gegentore...Das ist wohl einfach das Fazit von diesem Spiel“, fasste der sichtlich enttäuschte SHV-Trainer Steffen Fischer die Partie zusammen. Benjamin Schulz (ehemals Hinz), mit 15 Treffern herausragender Torjäger der Partie, sah es genauso: „Wir haben nicht gut verteidigt. So kann man auswärts kein Spiel gewinnen.“

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Dabei schien es lange Zeit so, als könnten die Stralsunder beim Aufsteiger von der dänischen Grenze die ersten Punkte einfahren. Zur Halbzeit führten die Sundstädter in einer, auch durch die Schiedsrichterentscheidungen, unruhigen Partie mit 15:14. Nach einem verpassten Start und 0:3-Rückstand fanden die Stralsunder erst nach gut fünf Minuten ins Spiel. Dann drehten sie aber auf und übernahmen mit fünf Treffern in Serie die Führung. „Wir kommen irgendwie mäßig rein und hatten nicht den Start, den wir uns erhofft haben. Aber dann drehen wir das Momentum auf unsere Seite – schaffen es dann aber nicht, das auch zu halten“, erklärt Fischer. Zeitstrafen und technische Fehler sorgten dafür, dass sich bei beiden Mannschaften starke und schwache Phasen abwechselten. Ein in der ersten Halbzeit stark aufgelegter Jan Kominek im Tor des SHV, der unter anderem drei Siebenmeter in Serie hielt, hielt seine Mannschaft im Spiel – so ging es mit dem knappen Vorsprung in die Kabine.

Im zweiten Durchgang entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe, bei dem die DHK-Spieler konsequenter im Abschluss waren und so nicht nur Schritt halten konnten, sondern ab der 50. Minute nichts mehr anbrennen ließen. Sowohl ein Wechsel im Deckungssystem, als auch der eingewechselte Jona Brüggmann im Tor konnten die Würfe des DHK effektiv unterbinden. Auf Seiten des SHV häuften sich hingegen die Fehlwürfe und technische Fehler. „Am Ende ist man dann einfach in einem Versuchsmodus, um noch irgendetwas zu ändern“, beschreibt Schulz die Schlussphase, in der sein Team alles auf eine Karte setzte, gegen euphorisierten Flensburger aber kein Mittel mehr fand.

Einen starken Pflichtspiel-Einstand im SHV-Trikot hatte trotz der Niederlage Leon Witte. Der Spielmacher kam nach knapp 20 Minuten ins Spiel und machte nach zwei Assists nur fünf Minuten später sein erstes Tor. Für den Neuzugang, der vom HC Empor Rostock zu den Stralsundern kam, war das Spiel in Flensburg etwas Besonderes: Es war nicht nur sein erstes Pflichtspiel nach über einem Jahr Verletzungspause, er ist auch noch in Sichtweite der Idraetshalle in Flensburg aufgewachsen und wurde von vielen Freunden auf der Rängen besonders angefeuert. „Als ich noch sehr klein war, bin ich hier bei den Spielen über die Tribünen gelaufen“, erinnert sich Witte zurück. Der bei der SG Flensburg-Handewitt ausgebildete Mittelmann hatte nach der Niederlage gemischte Gefühle: „Momentan ärgere ich mich ein bisschen mehr über die Niederlage, als mich darüber zu freuen, dass ich wieder spielen konnte. Wir haben eigentlich ein gutes Spiel gemacht, aber es durch viele Kleinigkeiten aus der Hand gegeben.“

Der Neuzugang scheint in der Mannschaft gut angekommen zu sein und übernahm direkt Verantwortung. Zunächst im rechten Rückraum, später auf seiner angestammten Position als Spielmacher. Auch wenn das Spiel verloren ging, merkte man dem 25-Jährigen an, dass er auf dem Feld wieder in seinem Element war: „Ich bin noch nicht wieder bei 100 Prozent – das geht nach der langen Zeit auch gar nicht. Es hat aber einfach riesig Spaß gemacht wieder zu spielen. Natürlich mir persönlich, aber auch allen anderen in der Mannschaft.“

SHV: Kominek, Brüggmann – Schmidt 2, Haasmann, Witte 1, Boese, Brandt 3, Pomorin, Pachmann, Skroblien 4, Berger, Schulz 15/6, Prüter 4, Trupp 4, Tsuyama.


Siebenmeter: SHV 6/7, DHK 3/6.

Strafminuten: SHV: 14, DHK: 18.

Rote Karte: Haasmann (49.)