14. Januar 2021 / 16:04 Uhr

Nur ein Training seit November: Stralsunder Wildcats müssen wieder ans Netz

Nur ein Training seit November: Stralsunder Wildcats müssen wieder ans Netz

Horst Schreiber
Ostsee-Zeitung
Eine knifflige Aufgabe für André Thiel: Der Trainer muss die Wildcats um Laura Kurtze ohne Vorbereitung auf Wettkampfniveau bringen.
Eine knifflige Aufgabe für André Thiel: Der Trainer muss die Wildcats um Laura Kurtze ohne Vorbereitung auf Wettkampfniveau bringen. © Farbspielfotografie/André Gschweng
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Am Sonnabend begeben sich die Volleyballerinnen unvorbereitet in den Liganeustart 2021. Sechs Wochen lang hatten die Wildcats keinen Ball mehr in den Händen - weil sie es so wollten. Um Kontakte zu vermeiden, quälten sich die Bundesligaspielerinnen ausschließlich zuhause durchs Kraftprogramm. Gegner VC Allbau Essen dagegen steht voll im Mannschaftstraining.

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Theoretisch verspricht der Neustart der Zweitliga-Volleyballerinnen aus Stralsund Spannung pur. Nach sechswöchiger Spielpause empfangen die Stralsunder Wildcats (6.) am Sonnabend Tabellennachbar VC Allbau Essen (5.). Der Sieger könnte erster Verfolger des Spitzenduos aus Leverkusen und Köln werden. Praktisch dürfte sich der sportliche Reiz aber in Grenzen halten. Die Spielerinnen sind alles andere als eingespielt und fern vom sonst üblichen Leistungsniveau. Die Tabelle ist aufgrund des durch Corona verhunzten Spielplans kaum aussagekräftig.

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Ein einziges gemeinsames Teamtraining seit Ende November – mit dieser „Vorbereitung“ erwarten die Stralsunder Volleyballerinnen Gegner Essen in der heimischen Diesterweghalle. Zwar haben sich die Wildcats regelmäßig zum Online-Workout getroffen, den Ball werden sie aber erst wieder Freitagabend in die Hand nehmen. Das Volleyballverbot ist selbst auferlegt, denn der Verein will größtmögliche Kontaktbeschränkung. „Wir können uns nicht abschirmen wie Profis. Wir sind keine. Jeder von uns hat einen normalen Job. Und diese Arbeitskontakte wollen wir nicht noch während des Trainings vermischen“, betont Trainer André Thiel immer wieder.

Jetzt müssen sie aber. Die Volleyball-Bundesliga hatte kurz vor Weihnachten den Spielbetrieb bis einschließlich 10. Januar ausgesetzt. Der Neustarttermin, der sich trotz politischer Lockdown-Verlängerungen nicht verschob, war also lange bekannt. Eine zweitligawürdige Vorbereitung auf den Spielbeginn 2021 war dennoch nicht möglich beziehungsweise nicht zu verantworten.

Für die Wildcats heißt das: Ein, für Akteure mit vielen Kontakten zwei Corona-Schnelltests, ein paar Stunden Volleyball und dann wieder drei Wochen Pause. Denn die anschließenden Gegner haben entweder bereits die Reißleine gezogen und sich vom Spielbetrieb abgemeldet (Ostbevern) oder dürfen behördlich angeordnet nicht in ihre Spielstätten (Oythe, Borken).

Ganz anders sieht es bei VC Allbau Essen aus. Die „Pottperlen“, die das Hinspiel mit 3:0 gewannen, stehen seit Jahresbeginn voll im Training und haben mit fünf Spielen in den kommenden 14 Tagen ein dickes Programm vor der Brust.

Livestream: Sa., 16.45 Uhr, sporttotal.tv