02. November 2018 / 17:01 Uhr

Strand 08 verzichtet erneut auf Regionalliga-Meldung - Daniel Safadi heuert beim FC Phönix Lübeck an - Frank Salomon macht Schluss

Strand 08 verzichtet erneut auf Regionalliga-Meldung - Daniel Safadi heuert beim FC Phönix Lübeck an - Frank Salomon macht Schluss

Volker A. Giering
Lübecker Nachrichten
Frank Salomon (r.) und Daniel Safadi.
Frank Salomon (r.) und Daniel Safadi. © 54° / Koenig
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Alarm beim Oberligaprimus - Zukunft der "Strandpiraten" steht in den Sternen

Frust pur bei Strand

Frank Salomon und Daniel Safadi ist der Frust im exklusiven Gespräch mit den Lübecker Nachrichten in den neuen Büroräumen der Firma BS Sport in Travemünde anzusehen. Beide haben in den vergangenen Jahren viel Zeit und Energie in das Projekt NTSV Strand 08 investiert. Im Sommer wurden die „Strandpiraten“ Meister der Oberliga-Schleswig-Holstein. Auf eine Meldung für die Regionalliga Nord verzichtete man aber aus Vernunftgründen. Auch in dieser Saison führen die Ostholsteiner die Tabelle souverän an. Im zweiten Anlauf sollte der Aufstieg ins Auge gefasst werden. Doch Pustekuchen. Erneut wird auf eine Regionalliga-Meldung verzichtet.

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Kritik Richtung Gemeinde: "Wir bewegen uns rückwärts"

Teamchef Salomon, der vor zehn Jahren das Kommando bei den Strandern übernommen hat, hat ein dickes Buch mit vielen Notizen und eine Brille vor sich liegen. In einer ruhigen und sachlichen Art legt er die Gründe dar. „Wir hatten gehofft, dass sich mit der Landesmeisterschaft und dem Regionalliga-Verzicht etwas Positives bewegen würde. Ganz im Gegenteil. Wir bewegen uns rückwärts“, sagt der 54-Jährige. Seine Kritik richtet sich an die Gemeinde. So werde der Rasen in der Strand-Arena nach wie vor nicht gepflegt. Ferner geht es um die schlechten Trainingsbedingungen. Während sich das Team um Kapitän Marco Pajonk & Co. im Sommer den Schulsportplatz in Niendorf mit Faustballern und Hockeyspielern teilen muss, fehlt ein „seit Jahren geplanter“ Kunstrasenplatz.

Keine Einladung zum Arbeitskreis "Sportstätten"

Schon im letzten Winter musste die Mannschaft nach Lübeck-Siems ausweichen, was nicht wenig Geld gekostet hat. „Wir haben im Januar über das Thema Kunstrasenplatz in Timmendorfer Strand gesprochen. Doch dann ist dieses in der Schublade der Gemeinde und der Vereinsführung gelandet. Erst jetzt zehn Monate später hat die Gemeinde einen Arbeitskreis „Sportstätten“ mit dem Projekt Regionalliga gegründet“, echauffiert sich Salomon. Die Krönung sei, dass zwar 15 Personen zum Arbeitskreis eingeladen wurden (das Schreiben vom neuen Bürgermeister Robert Wagner vom 12. Oktober liegt den LN vor), aber Salomon und Safadi nicht. Das sei der Gipfel.

Eishockey vor Oberligafußball

In diesem Zusammenhang verweist Salomon auf die Tatsache, dass die Gemeinde den Bau einer neuen Eissporthalle für 15 Millionen plant. „Für einen insolventen Klub, der in einer Hobbyliga spielt“, betont er und räumt ein: „Und wir haben noch nicht mal einen Platzwart.“ Auch Andreas Block, der Timmendorfer Vereinsvorsitzende, bekommt sein Fett ab. „Für den Gesamtverein existieren wir überhaupt nicht. Vor 14 Tagen haben wir nochmal ein ernstes Gespräch geführt, in dem uns mitgeteilt wurde, dass es für den Verein kein Unterschied macht, ob die aktuelle Meistermannschaft oder die „Zweite“ aus der Kreisklasse B die erste Mannschaft stellt“, sagt Salomon. „Das Verhalten der Vereinsführung lässt nur den Schluss zu, dass in Timmendorfer Strand kein Leistungsfußball möglich ist.“

LN-Reporter Volker Giering im Gespräch mit Daniel Safadi (l.) und Frank Salomon.
LN-Reporter Volker Giering im Gespräch mit Daniel Safadi (l.) und Frank Salomon. © LN Sportbuzzer

Daniel Safadi wird Chefcoach beim FC Phönix Lübeck

Und der Teamchef legt nach: „Wir haben jetzt alles Mögliche, ich zehn Jahre und Daniel fünf Jahre, getan, indem wir viel Zeit investiert haben, um Leute für unser Projekt zu begeistern. Doch das Umfeld reicht hierfür einfach nicht.“ Daher müsse man auf die erneute Regionalliga-Meldung verzichten. Zu dem frühen Zeitpunkt der Bekanntgabe, erläutert der Teamchef: „Somit wissen zum einen alle Sportler rechtzeitig Bescheid und zum anderen können konkurrierende Vereine rechtzeitig planen.“ Safadi hat indes seine persönlichen Konsequenzen bereits gezogen und steigt bei den „Piraten“ per sofort aus und übernimmt den vakanten Trainerposten beim Landesliga-Dritten 1. FC Phönix Lübeck.

Salomon: Spätestens am Saisonende ist Schluss

Bereits am Freitagabend um 19 Uhr leitet der 37-jährige B-Lizenz-Inhaber sein erstes Training an der Travemünder Allee. „Mit der Aussage der Vereinsführung, dass es egal sei, welche Mannschaft die erste Mannschaft stellt, ist für mich hier Schluss“, erklärt er. Für Salomon ist spätestens am Saisonende bei den Timmendorfern Schluss. „Ich möchte die Saison zu Ende bringen und zwar möglichst erfolgreich“, sagt er. „Ein weiterer Meistertitel wäre auch ein schöner Abschluss meiner Trainerkarriere.“


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