04. Februar 2022 / 07:54 Uhr

Von Strukturen bis zur ersten Elf: So stellt sich die BSG Chemie Leipzig für die Zukunft auf

Von Strukturen bis zur ersten Elf: So stellt sich die BSG Chemie Leipzig für die Zukunft auf

Jens Fuge
Leipziger Volkszeitung
Auf das temporäre Flutlicht soll schon bald eine feste Anlage folgen – und auch der Dammsitz des AKS muss saniert werden.
Auf das temporäre Flutlicht soll schon bald eine feste Anlage folgen – und auch der Dammsitz des AKS muss saniert werden. © Christian Modla
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Die Führungsgremien der BSG Chemie Leipzig haben sich in Klausur begeben. Das Ziel: Den Fußball-Regionalligisten für die Zukunft aufzustellen. Denn nicht nur sportlich haben sich die Leutzscher viel vorgenommen. Wir stellen die wichtigsten Erkenntnisse und Ergebnisse vor.

Leipzig. Das Tagesgeschäft als Feind: Bei Chemie Leipzig hat man die Winterpause und das Trainingslager genutzt, um in Ruhe den Blick nach vorn zu richten, fernab von der Hektik des Tagesgeschäftes. Im thüringischen Grenzort Teistungen saßen Vorstand, Aufsichtsrat und sportliche Leitung gemeinsam mit Geschäftsstelle und Marketing zusammen und besprachen zukünftige Entwicklungen.

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„Für uns ein ganz wichtiges Treffen. Die Geschwindigkeit, mit der sich der Verein entwickelt, darf nicht dazu führen, dass wir nicht alles auf den Prüfstand stellen“, betont Vorstandsvorsitzender Frank Kühne. „Es geht um Strukturen, Nachwuchskonzept, Stadionausbau, Marketing – alle Bereiche sind inbegriffen“.

Strukturen: BSG sucht nach einem Geschäftsführer

„Die wichtigste Erkenntnis ist: Wir müssen die Schlagkraft der Geschäftsstelle dringend erhöhen“, so Kühne. Deshalb wird ein Geschäftsführer installiert, der die ehrenamtlichen Gremien entscheidend entlasten soll. „Hier brauchen wir professionelle Strukturen, hier stoßen wir permanent an Grenzen“, sagt Kühne. In den kommenden zwei, drei Monaten soll Vollzug gemeldet werden.

Bautätigkeit: Die festen Flutlichtmasten kommen

In den kommenden Tagen wird sichtbar, was bereits so lange in Planung befindlich ist: Die Gründung der festen Flutlichtmasten wird begonnen. „Damit startet eine langanhaltende Bauphase im Alfred-Kunze-Sportpark, die erhebliche Einschränkungen mit sich bringen wird“, kündigt Kühne an. Soll das Flutlicht spätestens zur neuen Saison fertiggestellt sein, wird in der zweiten Jahreshälfte auch mit dem Abbruch des in den 70er Jahren errichteten Sozialgebäudes begonnen. „Das soll ja 2024 fertig sein, also geht das jetzt los“, sagt Kühne.

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DURCHKLICKEN: Anlieferung und Aufbau der temporären Flutlichtanlage

Lieferung von der Anfield Road: Ein großer Kran errichtet nach langer Verzögerung die ausgeliehenen Masten vom FC Liverpool auf dem Trainingsgelände der BSG. Zur Galerie
Lieferung von der Anfield Road: Ein großer Kran errichtet nach langer Verzögerung die ausgeliehenen Masten vom FC Liverpool auf dem Trainingsgelände der BSG. ©

Zunächst aber muss eine Ausweichlösung in Form von Containern geschaffen werden, in der sich die erste Mannschaft und ihre Gegner umziehen können. Diese werden von der Stadt Leipzig als Eigentümer des Geländes bereitgestellt. Als nächster Entwicklungsschritt im Stadion wurde in Teistungen die Sanierung des Dammsitzes diskutiert. Absolut notwendig, wenn das Fassungsvermögen langfristig im AKS gesteigert werden soll. Der derzeitige Zustand ist alles andere als präsentierbar, viele der Sitzschalen sind spröde und völlig verschlissen.

Sportliche Entwicklung: Immer vom schlimmsten Fall ausgehen

„Entscheidend ist hier natürlich, welcher Etat zur Verfügung steht“, meint Kühne. Man erwarte auch mit dem gleichen Etat eine gesunde Weiterentwicklung, es gelte aber natürlich der eherne Grundsatz, nicht mehr auszugeben, als man einnimmt. Gerade unter den Coronabedingungen rechne man immer ein Worst-Case-Szenario, damit es kein böses Erwachen gebe. „Dennoch streben wir künftig einen gesicherten Mittelfeldplatz an, was für die Entwicklung enorm wichtig ist. So sehen junge Spieler ihre persönliche Chance und ein tolles Umfeld, sich weiterzuentwickeln“, schaut Kühne in die Zukunft.

Es sei aber klar, dass Spieler den Verein auch verlassen werden, um den nächsten Schritt nach oben zu machen, wie zuletzt Faßbender und Halili. Was man schon ahnen kann: Der Kader wird in der kommenden Saison sein Gesicht verändern. Spieler kommen, Spieler gehen, heißt es in einem Lied der Fans.

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Die entscheidenden Stützen für die kommenden Jahre sollen gehalten, neue Qualität hinzugeholt und die älteren Semester adäquat ersetzt werden. Eine Herausforderung, wie den Verantwortlichen klar ist. „Hier müssen wir behutsam vorgehen, das ist nicht immer ganz einfach. Aber wir sind uns dessen bewusst, dass Weiterentwicklung immer auch Veränderungen bedeuten“, schaut Kühne nach vorn.

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