27. Oktober 2020 / 08:33 Uhr

Sturm von Dynamo Dresden schon wieder nur ein laues Lüftchen

Sturm von Dynamo Dresden schon wieder nur ein laues Lüftchen

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Dynamos Stürmer Philipp Hosiner (l.) und Christoph Daferner konnten noch nicht durchweg überzeugen.
Dynamos Stürmer Philipp Hosiner (l.) und Christoph Daferner konnten noch nicht durchweg überzeugen. © imago images/Hentschel
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Nur fünf Tore in sieben Punktspielen – die Männer von Trainer Markus Kauczinski zeigen sich vorm gegnerischen Kasten knauserig. Hoffnungsträger Philipp Hosiner traf bisher nur zweimal und auch der für den Burgenländer gegen Ingolstadt eingewechselte Christoph Daferner machte keine bessere Figur.

Dresden. In der vermaledeiten Abstiegssaison hatten die treuen Fans von Dynamo Dresden schon einiges am Offensivverhalten ihrer damals noch in der 2. Bundesliga kickenden Mannschaft auszusetzen – zu Recht, denn der schwarz-gelbe Sturm wehte über die gesamte Saison hinweg nur als laues Lüftchen. 32 Treffer in 34 Spielen waren ein Armutszeugnis. Kein Team schoss weniger Tore in der Liga, selbst der zweitschlechteste Angriff ließ es wenigstens 41 Mal im gegnerischen Kasten „klingeln“. Groß waren daher die Hoffnungen im Sommer, dass die Torflaute in der 3. Liga ein Ende haben würde, doch schon wieder sind Dynamo-Treffer ein rares Gut geworden und in der Tabelle steht der Aufstiegsfavorit Nummer eins nur im Mittelfeld.

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Ganze fünf Tore haben die Spieler von Trainer Markus Kauczinski in den ersten sieben Spielen geschossen. Das ist, vorsichtig formuliert, stark ausbaufähig. Nur der Tabellen-17., der MSV Duisburg, war mit vier eigenen Treffern noch schlechter. Wie man es vorn krachen lässt, das machen den Schwarz-Gelben derzeit neben Tabellenführer 1860 München (14:7 Tore) und Verfolger Hansa Rostock (14:8) unter anderem auch die Aufsteiger aus Saarbrücken (12:5), Verl (13:8) und von Türkgücü München (13:11) vor.

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Keine Chance an der Grünwalder Straße: Dynamo Dresden kommt beim Drittligameister FC Bayern München II mit 0:3 unter die Räder. ©

Wie ist das möglich? Hatte Dynamo nicht noch im ersten Pflichtspiel mit vier „Buden“ den aktuellen Zweitliga-Spitzenreiter Hamburger SV aus dem DFB-Pokal geschmissen? Offenbar war jenes 4:1 im Harbig-Stadion aber die Ausnahme, der Sahnetag, den man – an Magerkost gewöhnt – nur ganz selten mal genießen darf. Unverkennbar ist also, dass die SGD ihre Angriffsschwäche noch nicht ablegen konnte.

Mehr über die Flügel gegen Meppen

Schon in der Sommervorbereitung war die Trefferausbeute eher mau, abgesehen vom 5:1-Sieg gegen HB Köge. In drei von sechs Testspielen traf Dynamo gar nicht, wenngleich die drei Gegner durchweg höherklassig spielen. Mit dem Kantersieg gegen die Dänen aus Köge und dem Jubeltag gegen die Rothosen aus Hamburg schienen die Probleme dann gelöst, doch an der Effektivität vorm gegnerischen Tor müssen Kauczinskis Kicker unbedingt arbeiten. Erst drei Stürmertore sind zu wenige für das ambitionierte Team, das sich nur dank dreier knapper 1:0-Siege gegen die Kellerkinder aus Kaiserslautern, Magdeburg und Lübeck sowie eines 1:1 gegen Mannheim zu zehn Punkten mühte.

Zwar traf der als großer Hoffnungsträger aus Chemnitz geholte und in der Vorbereitung enttäuschende Philipp Hosiner inzwischen zweimal, aber bei der jüngsten 0:1-Pleite in Ingolstadt war der Österreicher kaum zu sehen. Der zur Halbzeit für den Burgenländer eingewechselte Christoph Daferner machte in der für Stürmer besonders ungünstigen Unterzahlsituation – Max Kulke war früh mit Rot vom Platz geflogen und wurde am Montag für ein Spiel gesperrt – auch keine bessere Figur. Dass mit Pascal Sohm ein weiterer im Sommer neu geholter Angreifer seit Wochen angeschlagen ist, darf keine Ausrede sein. Gerade von den Flügeln darf, ja muss am Sonnabend gegen den SV Meppen auch mehr kommen.