17. April 2021 / 07:44 Uhr

Stuttgart-Sportdirektor Mislintat trotzt Kritik: Deshalb sind Ausstiegsklauseln für Trainer "legitim"

Stuttgart-Sportdirektor Mislintat trotzt Kritik: Deshalb sind Ausstiegsklauseln für Trainer "legitim"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Stuttgart-Sportdirektor Sven Mislintat (l.) hat Verständnis für Ausstiegsklauseln in Trainer-Verträgen. Zuletzt waren in der Bundesliga Marco Rose und Adi Hütter dank solcher Klauseln gewechselt.
Stuttgart-Sportdirektor Sven Mislintat (l.) hat Verständnis für Ausstiegsklauseln in Trainer-Verträgen. Zuletzt waren in der Bundesliga Marco Rose und Adi Hütter dank solcher Klauseln gewechselt. © Getty
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Ausstiegsklauseln in Trainer-Verträgen sind in der Bundesliga ein heißes Diskussionsthema. Sind sie eine vernünftige Maßnahme oder doch ein Zeichen für Söldnertum, das inzwischen sogar vor der Gilde der Coaches nicht mehr Halt macht? Stuttgart-Sportchef Sven Mislintat hat eine klare Meinung.

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Erst Marco Rose, jetzt Adi Hütter - und bald auch noch andere? Sportdirektor Sven Mislintat vom VfB Stuttgart hält Ausstiegsklauseln in Verträgen von Trainern der Bundesliga für eine vernünftige praktische Regelung. "In den meisten Trainerverträgen gibt es Abfindungsregelungen für den Fall des Misserfolgs. Daher finde ich es legitim, wenn ein Trainer nach einer Ausstiegsklausel für den Fall der erfolgreichen Zusammenarbeit fragt", sagte der 48-Jährige der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarter Nachrichten.

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Auch im Vertrag von VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo soll verankert sein, dass er gegen Zahlung einer Ablöse vorzeitig den Verein wechseln darf. Einen Abschied in diesem Sommer schließt Mislintat aber aus. "Ich bin mir sehr, sehr sicher, dass Rino auch nächste Saison bei uns sein wird", betonte der 48-Jährige, der den Kontrakt mit dem erfolgreichen US-Amerikaner, der im Dezember 2019 das Ruder bei den Schwaben übernahm, erst vor kurzer Zeit langfristig bis 2024 verlängert hatte.

Zuletzt hatte es angesichts von Trainerwechseln kontroverse Diskussionen um Ausstiegsklauseln gegeben. So hat Adi Hütter bei seinem künftigen Verein Borussia Mönchengladbach keine Ausstiegsklausel in seinem Dreijahresvertrag verankert. Das hatte kürzlich Gladbachs Sportchef Max Eberl bestätigt, der seinen bisherigen Trainer Marco Rose wegen einer Ausstiegsklausel an Borussia Dortmund verliert und dafür Hütter dank einer Ausstiegsklausel für rund 7,5 Millionen Euro vom kommenden Gegner Eintracht Frankfurt (15.30 Uhr/Sky) loseiste.



Babbel übt scharfe Kritik an Hütter & Co: "Kann man nicht mehr ernst nehmen"

Wegen ihrer Wechsel mussten sich sowohl Rose als auch Hütter heftige Vorwürfe gefallen lassen. Markus Babbel hatte Hütter in einem Atemzug mit Bayern-Coach Hansi Flick (der sich zuletzt mit Blick auf seine eigene Zukunft nicht zu eindeutigen Aussagen zu bewegen war) und dem neuen Köln-Trainer Friedhelm Funkel (der seine Laufbahn eigentlich beendet hatte) beispielsweise scharf kritisiert, nachdem der Österreicher sich zunächst zu Frankfurt bekannt hatte. "Das kann man doch nicht mehr ernst nehmen. Da kommt eine bescheuerte Aussage nacheinander. Da frage ich mich: Auf was für ein Wort kann ich mich noch verlassen? Die haben alle Verträge oder erzählen 'Ich bin nie wieder Trainer, weil ich so geil in Düsseldorf gearbeitet habe und die beste Mannschaft hatte'", sagte der Ex-Nationalspieler gegenüber Bild mit Blick auf Funkel, der dann: "bumm, in Köln aufschlage." Babbel über Hütter: "Der andere sagt: 'Nein, ich bleibe', jetzt schlägt er in Gladbach auf."

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