17. Januar 2021 / 11:46 Uhr

Stuttgart-Sportdirektor Sven Mislintat verteidigt VAR-Entscheidung und Schiri Brych: "Naiv verteidigt"

Stuttgart-Sportdirektor Sven Mislintat verteidigt VAR-Entscheidung und Schiri Brych: "Naiv verteidigt"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Stuttgart-Sportdirektor Sven Mislintat reagiert auf die umstrittene Entscheidung von Schiedsrichter Felix Brych.
Stuttgart-Sportdirektor Sven Mislintat reagiert auf die umstrittene Entscheidung von Schiedsrichter Felix Brych. © dpa/Montage
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Borussia Mönchengladbach war nach dem Last-Minute-Ausgleich des VfB Stuttgart außer sich über den Videobeweis. Hätte er überhaupt zum Einsatz kommen dürfen? War es ein Elfmeter? Stuttgart-Sportdirektor Sven Mislintat äußert sich zum umstrittenen Strafstoß.

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Borussia Mönchengladbach ist aufgebracht ob der umstrittenen Elfmeter-Entscheidung von Schiedsrichter Felix Brych. Vehement regten sich die Gladbacher über den Videobeweis auf, der für den aufregenden Schlusspunkt beim 2:2 (1:0) in Stuttgart sorgte und den es aus ihrer Sicht gar nicht hätte geben dürfen. Stuttgart-Sportdirektor Sven Mislintat kann den Wirbel um die spielentscheidende Aktion nicht nachvollziehen.

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"Wenn der Videoschiedsrichter eingreift, dann ist es ein klarer Elfmeter. Es war naiv verteidigt, Bensebaini war zu lange dran. Man muss im Sechzehner extrem vorsichtig sein. Man muss die Jungs darauf schulen, dass sie im Strafraum smarter werden. Ein Foul im 16-Meter-Raum ist spielentscheidend. Er hält ihn mit zwei Armen fest. Ich hätte Randale gemacht, wenn er ihn nicht gegeben hätte", sagte Mislintat im Sport1-"Doppelpass". Es sei fraglich, ob VfB-Stürmer Sasa Kalajdzic an der Torauslinie im Gerangel um den Ball durch das Ziehen oder durch den Fuß-Kontakt von Mitspieler Waldemar Anton zu Boden gegangen ist, so Mislintat. Diesen Kontakt habe Schiedsrichter Brych nicht gesehen, er sei "wohl mitentscheidend" gewesen, räumte der Referee ein, als er sich bei Sky stellte. Er sei darauf auch nicht hingewiesen worden.

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"Der Kontakt unten ist uns verborgen geblieben", gab Brych zu: "Wenn man den Elfmeter direkt pfeift, muss er akzeptiert werden. Mit dem VAR-Eingriff bleiben schon ein paar Restzweifel", sagte er: "Mir war es auf dem Platz einen Tick zu wenig." Brych hatte spontan weiterspielen lassen, dann aber einen Hinweis aus Köln bekommen. Als Video-Assistentin war Bibiana Steinhaus angesetzt. Relativ kurz schaute sich Brych die Bilder am Monitor noch einmal an, pfiff Elfmeter, Silas Wamangituka verwandelte zum 2:2 (90.+6). "Eine ultimative Bewertung aufgrund von Fernsehbildern ist schwierig", meinte Mislintat.

Der VfB Stuttgart jubelte über das Remis, der Zorn der Gladbacher war enorm. "Voraussetzung für ein Eingreifen des Video-Assistenten ist jeweils, dass nach seiner Einschätzung eine klare und offensichtliche Fehlentscheidung des Schiedsrichters auf dem Platz vorliegt", schreibt der Deutsche Fußball-Bund. Habe es keine "klar falsche Wahrnehmung" gegeben, dürfe der Video-Assistent nicht eingreifen.