12. Februar 2020 / 16:51 Uhr

Abenteuer Südafrika! Germanias Felix Hufnagel geht große Herausforderung an

Abenteuer Südafrika! Germanias Felix Hufnagel geht große Herausforderung an

Simon Lange
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Felix Hufnagel vertritt die Farben des SC Germania List bis Ende Mai in Südafrika in der SAS Rugby Stellenbosch Academy.
Felix Hufnagel vertritt die Farben des SC Germania List bis Ende Mai in Südafrika in der SAS Rugby Stellenbosch Academy. © Florian Petrow
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Felix Hufnagel steht noch ganz am Anfang seiner Rugby-Karriere. Doch mit dem Stipendium in Südafrika sorgt er er jetzt ein großes Upgrade. Der 19-Jährige trainiert an der SAS Rugby Stellenbosch Academy in der Nähe von Kapstadt. "Ich freue mich riesig auf diese Chance und Herausforderung", sagt der Spieler des SC Germania List.

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Langes, blondes Haar, Brille auf der Nase, die große Germania-Fahne in der Hand, die kleine linke Faust zum Jubel nach oben gereckt – so präsentierte sich Felix Hufnagel im Januar 2011 auf der NP-Sportgala im Theater am Aegi. Die Lister Rugby-U10-Jugend war bei der NP-Sportlerwahl zur Mannschaft des Jahres auf dem zweiten Platz gelandet.

Bereit für das große Abenteuer

Neun Jahre später ist Hufnagel ein junger Mann. 19 Jahre alt, muskelbepackt, Haarschopf kurz, ein blonder Schnurrbart wächst über der Oberlippe. Der Händedruck ist kräftig, sein Lächeln sympathisch. Er ist bereit für das große Abenteuer. Bereit, seiner Rugby-Karriere den entscheidenden Schliff zu verpassen.

Hufnagel hat die Möglichkeit, an der renommierten SAS Rugby Stellenbosch Academy in der Nähe von Kapstadt zu spielen, im Land des Weltmeisters Südafrika. „Ich freue mich riesig auf diese Chance und Herausforderung“, sagt er und ist „stolz“, seinen Heimatverein Germania in der großen, weiten Rugbywelt vertreten zu können – auch wenn der dem Bundesligisten in der wichtigen Rückrunde nicht mehr helfen kann. „Auf lange Sicht aber schon.“

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Das Stipendium geht von Januar bis Ende Mai. Hufnagel wollte und musste jedoch erst seine Ausbildung zum Anlagentechniker abschließen. Vergangenen Freitag wurde er zum Gesellen freigesprochen. Dann flog er Sturmtief „Sabine“ gerade noch rechtzeitig davon. Am Samstag hob Hufnagel ab nach Südafrika. Weg vom europäischen Winter, für ihn ist jetzt Südhalbkugel-Sommer. „Ich bin gut angekommen, hier sind es 33 Grad“, sagt Hufnagel, der das warme Wetter liebt. „So macht das Ganze doch noch viel mehr Spaß.“

Allerdings hat er am ersten Trainingstag leiden müssen. „Das war ganz schön anstrengend, wir haben viel Fitness gemacht. Die nächsten Tage werden aber voraussichtlich etwas entspannter, da wir viel System und Struktur trainieren.“

"Sehr detail- und umfangreiches Training"

Das Programm ist straff. Morgens um 6 Uhr steht das erste Training an. Bis 15 Uhr folgen weitere Einheiten, dazu Video und Extra-Training im Gym. Hufnagel erwartet ein „sehr detail- und umfangreiches Training“ und glaubt, dass er „ordentlich was dazulernen kann. Passqualität, Spielverständnis und Spielübersicht.“

Was er sich noch erhofft? „Dass ich irgendwann das weitergeben kann, was ich dort lerne.“ An Germania, ans Nationalteam, als Spieler oder auch als Jugendtrainer. „Ich will das alles hierherbringen und nicht nur da lassen“, betonte Hufnagel vor seiner Abreise.

Bilder vom Spiel in der Rugby-Bundesliga zwischen Hannover 78 und dem SC Germania List

Bilder aus dem Derby zwischen Hannover 78 und Germania List Zur Galerie
Bilder aus dem Derby zwischen Hannover 78 und Germania List ©
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Seit 2006 spielt er schon Rugby, 2010 gewann er mit Germanias U10 den DM-Titel, Seit 2018 spielt der Stürmer für die 1. Herren in der Bundesliga, 2019 erfolgte sein internationaler Durchbruch. Seit Ende 2019 steht er im Perspektivkader des DRV. Mittlerweile hat sich der Hakler auf die 7er-Variante spezialisiert. Auch in der Akademie liegt der Schwerpunkt auf dem 7er-Rugby.

Südafrika ist ein Traum, der für Hufnagel lange utopisch schien. Vergangenen Sommer fragte das Germania-Talent beim NRV nach Optionen für einen Aufenthalt im englischsprachigen Ausland. Vize-Präsidentin Ulrike Städler bekam den Tipp für die Stellenbosch-Akademie.

Zum ersten Mal länger weg von daheim

Der freie Platz war das Eine, die Finanzierung das Andere. Wie sollte Hufnagel die 8000 Euro für Akademie, Flug, Unterkunft und Verpflegung jemals aufbringen? Er selbst steuerte 3000 Euro als Eigenanteil bei. „Als Kaderathlet bekomme ich Sportförderung, dazu habe ich ja in der Ausbildung verdient“, erklärt Hufnagel. Und der Rest? Ein Fall für die NP-Sportstiftung! Die hat 2000 Euro beigesteuert, damit sich Hufnagels Traum erfüllt. Die fehlenden 3000 Euro gab die Niedersächsische Lotto-Sport-Stiftung dazu.

Hufnagel ist das erste Mal länger weg von daheim, „aber mir ist nicht bange davor. Ich gehe ja meiner Lieblingsbeschäftigung nach“, sagt der Spieler und lacht. Wenn er zurück ist, beginnt in Deutschland der Sommer. „Ein schöner Nebeneffekt.“ Am 30. Mai feiert Hufnagel seinen 20. Geburtstag, einen Tag später geht es nach Hause. Das riecht nach einer Riesenabschiedssause.

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