08. Oktober 2021 / 08:44 Uhr

Süle und Rüdiger gesetzt, weitere Plätze offen: Das Abwehr-Puzzle von DFB-Trainer Hansi Flick

Süle und Rüdiger gesetzt, weitere Plätze offen: Das Abwehr-Puzzle von DFB-Trainer Hansi Flick

Heiko Ostendorp und Tobias Manzke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
In der Abwehr der deutschen Nationalmannschaft sind noch nicht alle Plätze vergeben.
In der Abwehr der deutschen Nationalmannschaft sind noch nicht alle Plätze vergeben. © IMAGO/Sven Simon/ActionPictures/Philipp Szyza/Getty (Montage)
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Mit defensiver Stabilität will Bundestrainer Hansi Flick das DFB-Team zurück in die Weltspitze führen. Zumindest zwei Personalien scheinen dabei klar: Antonio Rüdiger und Niklas Süle erhalten eine Einsatzgarantie. Der SPORTBUZZER blickt auf die weitere Konkurrenz-Situation in der Defensive der Nationalmannschaft.

Die Offensive gewinnt Spiele, die Defensive Meisterschaften – dieser aus dem American Football stammende Spruch ist gerade mit Blick auf die deutsche Fußball-Nationalmannschaft aktueller denn je. Als das DFB-Team 2014 in Brasilien seinen bislang letzten Titel gewann, stand hinten viermal die Null, der Weltmeister kassierte in sieben Spielen gerade mal vier Gegentreffer. Der damalige Bundestrainer Joachim Löw hatte die "Ochsenkette" erfunden, seine Abwehrreihe bestand aus vier gelernten Innenverteidigern und war am Ende der Garant für den vierten Stern.

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In den sieben Jahren danach hat sich die DFB-Defensive zum Problem entwickelt. Bei der EM in diesem Jahr musste Deutschland trotz Welttorhüter Manuel Neuer in jeder Partie Gegentreffer schlucken, schied im Achtelfinale gegen England (0:2) aus. Umso wichtiger war es, dass beim Neustart unter Hansi Flick gleich dreimal zu Null gespielt wurde – allerdings hießen die Gegner auch Liechtenstein (2:0), Armenien (6:0) und Island (4:0). "Nicht oberstes Regal", wie Routinier Thomas Müller es treffend formulierte. Mit zwei weiteren Siegen an diesem Freitag gegen Rumänien und am Montag in Skopje gegen Nordmazedonien (beide 20.45 Uhr, RTL) soll die WM-Quali nun vorzeitig eingetütet werden.

Im Abwehrpuzzle des Bundestrainers bildeten bislang Antonio Rüdiger und Niklas Süle die passenden Teilchen im Zentrum – und beide werden auch gegen Rumänien beginnen. "Toni und Niki haben ihre Sache zuletzt sehr gut gemacht, für eine hohe Stabilität gesorgt. Sie werden auch morgen von Anfang an spielen", lobte Flick am Donnerstag und gab beiden Profis damit eine Startelfgarantie. Allerdings haben auch Mats Hummels und Matthias Ginter Ansprüche auf einen Stammplatz in der Innenverteidigung. Ihr Problem: Ginter fehlte beim Flick-Start wegen einer Corona-Erkrankung, Hummels steht nach seinen Knieproblemen nicht im Kader.

Rüdiger, der beim Champions-League-Sieger FC Chelsea seit Monaten in bestechender Form spielt, scheint auch beim DFB aktuell gesetzt. "Toni hat eine Intensität, die uns gut tut", sagte Flick. Und Rüdiger hat sich seinen Wunschnebenmann bereits ausgeguckt. Er schwärmt von Süle: "Niki ist ein super Partner, ist groß wie ein Baumstamm und trotzdem sehr schnell. Ich mag es sehr, mit ihm zusammenzuspielen." Süle schreibt seine zuletzt starken Leistungen auch dem neuen Bundestrainer Flick zu. "Die EM ist natürlich auch für mich enttäuschend verlaufen. Umso mehr genieße ich es, wie es jetzt läuft, mit meinem ehemaligen Vereinscoach Hansi Flick als Bundestrainer", sagte der 26-Jährige der Süddeutschen Zeitung. Flick habe "viele neue Impulse reingebracht, die uns als Mannschaft definitiv gut tun".

Ginter, der in den vergangenen Jahren unter Löw eigentlich immer spielte, hat sehr wohl wahrgenommen, dass er sich nun erst mal wieder hintanstellen muss. Der Gladbacher führte am Mittwoch ein langes, persönliches Gespräch mit Flick, in dem es natürlich auch um seine Perspektiven ging. Mönchengladbachs Abwehrboss sagt im Gespräch mit dem SPORTBUZZER, dem Sportportal des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND): "Klar wäre ich gerne von Anfang an unter Flick dabei gewesen. Jetzt geht es so schnell wie möglich darum, alles zu verinnerlichen. Man kann auch als Konkurrent mal sagen, dass sie das in den letzten Spielen gut gemacht haben, denn das haben sie. Ich bin lange genug dabei und versuche einfach meine Leistung zu bringen."

In Flicks ersten Spielen haben sich auch auf den Außenbahnen neue Optionen ergeben. Thilo Kehrer machte in Abwesenheit von Robin Gosens (fehlt auch diesmal verletzt) einen starken Eindruck auf der Linksverteidigerposition. Auf der rechten Seite überzeugte ausgerechnet Ginters Gladbacher Teamkollege Jonas Hofmann auf dessen 1-B-Position. Mit Lukas Klostermann, Nils Schlotterbeck und David Raum stehen weitere Alternativen zur Verfügung, sie dürften mit Blick auf die WM im Kampf um die Stammplätze aber keine große Rolle spielen.