11. September 2019 / 06:34 Uhr

SUP-Weltcup ein „voller Erfolg“: Jetzt will Scharbeutz die WM 2020

SUP-Weltcup ein „voller Erfolg“: Jetzt will Scharbeutz die WM 2020

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Frauen-Profis starten in das Langdistanz-Rennen vor einer brechend vollen Seebrücke – das ist der SUP-Weltcup Scharbeutz.
Die Frauen-Profis starten in das Langdistanz-Rennen vor einer brechend vollen Seebrücke – das ist der SUP-Weltcup Scharbeutz. © HOCH ZWEI/Joern Pollex
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Nach dem erfolgreichen SUP-Weltcup mit mehr als 5000 Besuchern und 180 Aktiven aus 19 Nationen will Scharbeutz einen drauflegen, sich für die WM 2020 bewerben. Ausrichter Matthias Neumann: „Eine WM in Ostholstein wäre eine Wahnsinnsgeschichte.“

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Ein Weltmeister aus Australien und zwei US-Stars, die direkt vom letzten Rennen aus New York angerauscht kamen, spektakuläre Rennen, 20 000 Euro Preisgeld, mehr als 180 Aktive aus 19 Nationen, mit dem Eutiner Maui Sach ein „lokaler „Held“, der Platz sechs im Technical Race belegte, eine brechend volle Seebrücke und gut 5000 Zuschauer an drei Tagen – die vierte Auflage des Stand Up Paddling (SUP)-Weltcups in Scharbeutz hatte erneut alle Zutaten einer außergewöhnlichen Veranstaltung. Keine Frage: Die Gemeinde ist das deutsche Hawaii im Stand Up Paddling. Für 2020 wollen die Macher jetzt einen draufsetzen, sich um die Ausrichtung der Weltmeisterschaften bewerben. Der Termin steht bereits fest: 19. bis 21. Juni.

Scharbeutz traut sich eine WM zu

„Der Weltcup war ein voller Erfolg. Das zeigen uns auch die Rückmeldungen von Besuchern, Profis und Einheimischen“, sagt André Rosinski, Vorstand der Tourismus-Agentur Lübecker Bucht. „Aus der Idee heraus, sich weiterzuentwickeln, haben wir uns gefragt, ob wir uns mehr zutrauen. Das wäre eine WM.“ Und die traut sich Scharbeutz offenbar zu. Rosinski & Co. bereiten gemeinsam mit der ausrichtenden Hamburger Agentur Act eine Bewerbung vor. Act – das sind die Wasserprofis, Veranstalter des Windsurf-Weltcups vor Sylt, auch des von Fehmarn nach Sylt umgezogenen Kitesurf-Weltcups.

In Deutschland hat die Agentur zudem SUP etabliert, den Weltcup bereits vor zehn Jahren nach Hamburg in die Hafencity geholt. Seit 2016 sind die weltbesten Stehpaddler an der Ostsee. „Wir haben in Scharbeutz tolle Bedingungen für den Sport, gerade durch die Abdeckung bei Westwind“, erklärt Act-Geschäftsführer Matthias Neumann. Unter dem Hintergrund, dass SUP die am schnellsten wachsende Wassersportart und auf dem Weg zu olympischen Weihen ist, „wäre eine WM in Ostholstein eine Wahnsinnsgeschichte“.

Kanu-Präsident unterstützt Bewerbung

Ein prominenter Unterstützer ist bereits auf dem Board: Thomas Konietzko, Präsident des Deutschen Kanu-Verbandes und Vize der internationalen Föderation ICF. „Er hat uns nach seinem Besuch zu der Bewerbung geraten“, verrät Neumann. Unter dem ICF-Dach werden die Weltmeisterschaften ausgetragen. Scharbeutz könnte so dem chinesischen Qingdao folgen, wo Ende Oktober auf dem olympischen Segelrevier von 2008 die diesjährigen Titelkämpfe steigen.

WM 2020 – Sport und Klimaschutz

Eine WM in Scharbeutz – Neumann nennt die Zahlen dazu: „Das sind gut 250 Profis aus gut 30 Ländern, plus Staff und Zuschauer.“ Es wäre auch ein Event im sechsstelligen Budgetbereich. „Dafür brauchen wir die Bevölkerung, die Politik und Wirtschaft, denn die Refinanzierung erfolgt nur über Sponsoring und örtliche Unterstützung“, sagt Neumann. Nicht ganz unwichtig: Wie beim Windsurf-Weltcup vor Sylt würde er die Agentur-Kompetenz in puncto Klimaschutz mit einbringen. „Auf Sylt organisieren wir parallel eine Konferenz, haben die Vereinten Nationen da mit im Boot“, erklärt Neumann. Sport und Klimaschutz, das Knowhow würde er „gern mit nach Scharbeutz nehmen“.

Tourismuschef: „Wir haben Infrastruktur dafür“

Tourismuschef Rosinski ist von der WM-Idee angetan: „Wir haben die Infrastruktur dafür, von Top-Hotels bis zum Campingplatz.“ Er ist überzeugt: Scharbeutz kann’s. Aber: „Wir brauchen auch das Budget dafür. Darüber müssen wir reden.“ Bis Mitte November muss die Bewerbung beim Weltverband ICF in Lausanne vorliegen.

Stand Up Paddling ist längst nicht mehr nur Freizeitsport. SUP boomt. Ganz vorn: die USA und Australien. Nur: Kanuten und Surfer – beide wollen Stehpaddeln für sich. Der Hintergrund: Es geht um Olympia, um finanzielle Zuwendungen durch das Internationale Olympische Komitee. Ist SUP nun Surfen oder Paddeln? Das entscheidet der Internationale Sportgerichtshof (CAS). Veranstalter Matthias Neumann erwartet im Herbst ein salomonisches Urteil, ein „Pro für beide Verbände“. Die größere olympische Lobby hat dann der internationale Kanuverband ICF. Für die ICF-WM 2020 will sich Scharbeutz bewerben.

Von Jens Kürbis

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