02. Februar 2020 / 11:12 Uhr

Super Bowl: Das ist Quarterback Patrick Mahomes von den Kansas City Chiefs

Super Bowl: Das ist Quarterback Patrick Mahomes von den Kansas City Chiefs

Daniel Killy
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Patrick Mahomes ist der Quartberback der Kansas City Chiefs.
Patrick Mahomes ist der Quartberback der Kansas City Chiefs. © imago images/Icon SMI
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Zwei charismatische und doch denkbar unterschiedliche Spielmacher haben ihre Teams in den Super Bowl 54 geführt: Wenn sich an diesem Sonntag in Miami die San Francisco 49ers und die Kansas City Chiefs gegenüberstehen, ist das vor allem das Verdienst von Jimmy Garoppolo und Patrick Mahomes.

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Das Lob kommt von ganz oben: "Ich muss schon sagen – er ist nicht nur ein unglaublicher Spieler, sondern er ist ein unglaublicher junger Mann. Ich bin froh, ihn bei den Kansas City Chiefs zu wissen. Und ich nehme an, dass es 31 andere Teams gibt, die auch nichts dagegen hätten, ihn zu haben. Es ist eine Tatsache, dass er die Liga besser gemacht hat – die Chiefs hat er auch besser gemacht, was sich dadurch zeigt, dass sie hier im Super Bowl stehen." Diese Ode an Patrick Lavon Mahomes II, den 24-jährigen Topstar des Teams der Kansas City Chiefs, stammt von NFL-Boss Roger Goodell. Auf seiner alljährlichen Pressekonferenz zur Lage der Liga pries Goodell am Mittwoch Mahomes nicht nur aus Pflichtschuldigkeit einem Finalisten gegenüber.

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Mahomes ist der derzeit wohl spektakulärste Spielmacher der NFL - neben Lamar Jackson von den Baltimore Ravens. Der 1,91-Meter-Mann aus der texanischen Stadt Tyler ist für seine Gegner furchtbar schwer auszurechnen. Denn der Hühne mit dem noch kindlichen Gesicht passt mit beinahe chirurgischer Präzision. Wenn sich die gegnerische Abwehr denn überhaupt mal auf Mahomes‘ Wurfwege einzustellen scheint, dann nimmt der die Sache im Wortsinn selbst in die Hand. Zuletzt im Halbfinale der NFL, als er gegen die Tennessee Titans mit 27 Yards den längsten Touchdownlauf eines Quarterbacks in der Playoff-Geschichte hinlegte.

Eine halsbrecherische Slalomfahrt durch die Abwehr der Titans war das. Akrobatisch und leichtfüßig zugleich tanzte sich Mahomes durch bis zur Endzone und sicherte so seinem Team den ersten Super-Bowl-Einzug seit 1970.

Der letzte Super Bowl der Chiefs

Damals, am 11. Januar 1970, im Duell mit den Minnesota Vikings unter Trainerlegende Bud Grant, gewannen die Chiefs ihren ersten und bislang einzigen NFL-Titel. Im gleichen Jahr wurde Patrick Lavon Mahomes geboren – der Vater des Footballers wohlgemerkt.

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Patrick junior spielte bis in seine frühen Universitätsjahre bei Texas Tech neben Football auch noch den Sport seines Vaters, Baseball, auf professionellem Niveau. Er gab den Baseball dann jedoch zugunsten des Quarterback-Daseins auf. 2017 holten ihn die Kansas City Chiefs, zunächst noch als zweiten Mann. Eine Saison später war Mahomes die Nummer eins – und warf 5097 Yards sowie 50 Touchdowns.

Leistungsträger schon als Junior-Quarterback

Das katapultierte ihn auf Anhieb auf das Rekord-Niveau von Peyton Manning und Tom Brady, die auch 50 oder mehr Touchdown-Pässe in einer Saison geworfen hatten. In seiner ersten "richtigen" Saison räumte Mahomes 2018 den Titel als bester Offensivspieler und bester Spieler insgesamt (MVP) ab. Der Junior-Quarterback brachte seine Mannschaft mit seinen überragenden Leistungen bis ins Halbfinale; das AFC Championship Game ging allerdings in einem dramatischen Spiel mit 31:37 in der Verlängerung gegen die New England Patriots verloren.

Mahomes' wohl größte Qualität jenseits seines Jahrhunderttalents ist seine gewinnende Art. Er ist ein Menschenfänger – auf dem Feld und im realen Leben. Der Superstar, der demnächst nach Abschluss seines neuen Vertrages wohl der bestbezahlte Spieler der NFL sein wird, ist komplett geerdet. "Ich war mal dieser kleine Junge. Ich war derjenige, der immer zu den Sportlern aufgeschaut hat, immer dabei war und ein Teil dieses Lebens sein wollte. Und ich werde mich an diese Erfahrung erinnern."

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Was auch immer geschieht in der Nacht von Sonntag auf Montag gegen die 49ers, eines wird nicht passieren: dass Mahomes aufgibt. Genauso wenig wie beim Play-off-Spiel gegen die Houston Texans, als seine Chiefs mit 0:24 eigentlich hoffnungslos zurücklagen. Am Ende hieß es nach einer Mahomes-Gala 51:31. "Selbst, wenn mal etwas schief geht, habe ich das Vertrauen in mich und mein Team, dass wir das wieder hinkriegen", sagt Mahomes. Hinter dem kindlichen Gesicht steckt ein wirklich kluger Kopf.