19. April 2021 / 10:22 Uhr

Superliga-Pläne ohne deutsche Top-Klubs: So stehen der FC Bayern und BVB zur CL-Konkurrenz

Superliga-Pläne ohne deutsche Top-Klubs: So stehen der FC Bayern und BVB zur CL-Konkurrenz

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
FCB-Boss Karl-Heinz Rummenigge (links) und BVB-Boss Hans-Joachim Watzke (rechts) sind keine Fans von der geplanten Superliga.
FCB-Boss Karl-Heinz Rummenigge (links) und BVB-Boss Hans-Joachim Watzke (rechts) sind keine Fans von der geplanten Superliga. © IMAGO/PA Images/Martin Hoffmann (Montage)
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Zwölf europäische Fußball-Spitzenklubs wollen zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine europäische Superliga gründen. Die Bundesliga-Vereine gehören nicht dazu. Lob erhalten der FC Bayern, Borussia Dortmund und Co. dafür von der UEFA.

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Der deutsche Rekordmeister FC Bayern und Borussia Dortmund sind nicht an den Superliga-Plänen der zwölf europäischen Top-Klubs beteiligt - wie auch der französische Champion Paris Saint-Germain. "Wir danken den Klubs in anderen Ländern, insbesondere den französischen und deutschen Klubs, die sich geweigert haben, sich dem anzuschließen", hieß es in einer UEFA-Mitteilung.

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Sechs Klubs aus England und je drei aus Spanien und Italien, darunter der FC Liverpool, Real Madrid und Juventus Turin, hatten in der Nacht so konkret wie nie ihre Pläne für eine eigene Liga veröffentlicht. Diese stünde in direkter Konkurrenz zur Champions League der UEFA, die diese Pläne wie auch der Weltverband FIFA und etliche nationale Ligen und Verbände scharf kritisierte.

Superliga lockt mit Geld

Gelockt wird mit der Ankündigung, dass den Gründungsvereinen zunächst 3,5 Milliarden Euro zur Verfügung stehen sollen - bei einer Einlage von, so geht aus der Mitteilung des börsennotierten Klubs Juventus Turin hervor, zwei Millionen und, falls nötig, bis zu weiteren acht Millionen Euro je Gründungsmitglied. Der größte Teil der Einnahmen soll wohl wie üblich aus der Vermarktung der TV-Rechte kommen. Die Vereine wollen auch Solidaritätszahlungen leisten und so nach eigenem Bekunden dafür sorgen, dass die ganze europäische Fußball-Pyramide von ihrem Plan profitiert.



Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge sprach sich bereits im Dezember gegen den neuen Wettbewerb aus. Der deutsche Rekordmeister habe "kein Interesse, dass eine Super League installiert wird". Im Interview mit The Athletic ergänzte Rummenigge kürzlich: "Das ist etwas, das ich mir niemals vorstellen könnte. Eine Superliga würde die Grundfesten des europäischen Fußballs erschüttern. Ich glaube nicht, dass das richtig ist." Die Reform der Champions League 2024 sei hingegen ein "wichtiger Schritt". Ähnlich deutlich äußerte sich BVB-Boss Hans-Joachim Watzke vor wenigen Wochen.

Watzke kein Fan von Superliga

Gegenüber den Ruhr Nachrichten schloss Watzke eine Teilnahme an einer exklusiven Superliga kategorisch aus. "Ich werde niemals einen Wettbewerb unterstützen, zu dem es keine offenen Zugänge gibt. Eine geschlossene Gesellschaft wie in der amerikanischen NFL, NHL oder NBA, das ist nicht unser Fußball - und das kann es meines Erachtens nach auch nicht sein", sagte der BVB-Boss.

Die Deutsche Fußball Liga unterstützt die Kritik der UEFA an den Superliga-Plänen europäischer Klubs. "Wirtschaftliche Interessen einiger weniger Top-Klubs in England, Italien und Spanien dürfen nicht die Abschaffung gewachsener Strukturen im gesamten europäischen Fußball zur Folge haben", sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert: "Es wäre insbesondere unverantwortlich, die nationalen Ligen als Basis des europäischen Profifußballs auf die Weise irreparabel zu beschädigen." Die DFL lehne jedes Konzept einer Superliga ab.

Sitzung läuft bereits

Die Sitzung des UEFA-Exekutivkomitees begann an diesem Montag wie geplant um 9 Uhr. Auch nach der offiziellen Ankündigung von zwölf europäischen Top-Klubs zur Gründung einer Superliga gab es zunächst keine Änderungen im geplanten Ablauf, wie ein UEFA-Sprecher mitteilte. Unklar war zunächst, welche Auswirkungen die Mitteilung der Vereine in der Nacht zum Montag auf den geplanten Beschluss einer tiefgreifenden Europapokalreform haben wird. Der Plan liegt schon lange auf dem Tisch, eigentlich schien nur noch der formale Beschluss nötig. Ab 2024 soll in der Champions League mit 36 statt 32 Mannschaften sowie in einem neuen Modus mit deutlich mehr Partien gespielt werden.