07. Januar 2021 / 08:08 Uhr

Unerwartet gut unterwegs: SuS Sehnde hat Abgang einiger Stammspieler kompensiert

Unerwartet gut unterwegs: SuS Sehnde hat Abgang einiger Stammspieler kompensiert

Dirk Herrmann
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Torgefährlicher Abwehrspieler: Dennis Tessmann (rechts, gegen Hämelerwalds Lukasz Sztefko) kann nicht nur den eigenen Kasten verteidigen.
Torgefährlicher Abwehrspieler: Dennis Tessmann (rechts, gegen Hämelerwalds Lukasz Sztefko) kann nicht nur den eigenen Kasten verteidigen. © Nico Schwieger
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Im Sommer haben einige Stammspieler SuS Sehnde verlassen, das hat die Mannschaft von Süleyman Karakaya jedoch gut auffangen können. "So werden wir auch über dieses Jahr hinaus als Bezirksligist eine gute Rolle spielen", lobt der Trainer - und hält sein Team mit Wettbewerben bei Laune.

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Wer keine Wettbewerbe hat, der erfindet eben welche. Normalerweise würden Sehndes Fußballer demnächst in die Wintervorbereitung starten, doch der Lockdown hat das Bezirksligateam von Spiel und Sport genauso im Griff wie alle seine Konkurrenten. „Es gibt einen groben Trainingsplan, und einen Kunstrasenplatz für Testspiele haben wir auch schon angemietet“, sagt Süleyman Karakaya.

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Wann genau es wieder losgehen kann, ist jedoch ungewiss. Der Übungsleiter des Tabellendritten der Staffel 5 hat sich deshalb etwas einfallen lassen, wie die Zeit in der Warteschleife ein wenig verkürzt werden kann. Alles unter dem Motto: Es tut gut, etwas Gutes zu tun.

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Kürzlich forderte der SuS-Trainer, dem es dabei nicht zuletzt darum ging, „soziale Kontakte aufrechtzuerhalten“, also seine Mannschaft beim Ballhochhalten heraus. Er selbst brachte es auf beachtliche 120 Kontakte – sollten mindestens zehn Spieler diesen Wert überbieten, festgehalten per Videobeweis, würde Karakaya dem Verein für krebskranke Kinder Hannover eine Spende zukommen lassen. Nun, 15 Sehnder toppten nicht nur diese Vorgabe, „jeder hat sich auch noch an der Spende beteiligt“, berichtet der Inhaber der C-Lizenz. 350,20 Euro seien so für den guten Zweck zusammengekommen.

Karakaya wird bald Köfte servieren

Das Jonglieren mit dem runden Leder war für SuS nicht die erste in eine Wette verpackte Challenge in der momentan fußballfreien Zeit. Zuvor hatte Karakaya, der am vergangenen Dienstag 43 Jahre alt geworden ist, seinen Kickern bereits ein gemeinsames Essen in Aussicht gestellt – von ihm persönlich angerichtet.

Mindestens drei Dauerläufe zwischen sechs und zwölf Kilometern galt es für die Spieler zu absolvieren, 666 Kilometer sollten es in der Summe sein, so Karakaya. „Als Ergebnis kamen 720 Kilometer heraus“, sagt der Trainer, der sich auch schon Gedanken gemacht hat, womit er nun bei Gelegenheit seine Kochkünste demonstrieren wird: „Ich grille Köfte.“

Außer türkischen Frikadellen und internen Wettkämpfen würde der SuS-Coach seinem Personal gern auch bald wieder ein Trainingsprogramm servieren, mit dem er die Grundlagen schaffen kann, an die gute Ausbeute von 14 Punkten in den bisherigen acht Partien anzuknüpfen.

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Hozan Partawie (SG Letter 05): Im Auswärtsspiel beim SV Türkay Spor Garbsen hat der 35-jährige Torhüter drei Elfmeter binnen drei Minuten pariert. Dafür wurde er mit 29,4 Prozent der Stimmen der Held der Woche. Zur Galerie
Hozan Partawie (SG Letter 05): Im Auswärtsspiel beim SV Türkay Spor Garbsen hat der 35-jährige Torhüter drei Elfmeter binnen drei Minuten pariert. Dafür wurde er mit 29,4 Prozent der Stimmen der Held der Woche. ©

Eine Zwischenbilanz, die nicht unbedingt zu erwarten gewesen sei. „Wir mussten Abgänge von guten Stammkräften mit Leuten aus der Zweiten kompensieren“, blickt Karakaya zurück. „Wenn ich sehe, welche Entwicklung die Mannschaft und Spieler wie Pascal Farnhofer oder Kilian Martini genommen haben, dann bin ich glücklich und stolz. So werden wir auch über dieses Jahr hinaus als Bezirksligist eine gute Rolle spielen.“

Einzige Veränderung: Engel kehrt zurück

Sein Kader, der abgesehen von der Rückkehr von Dominik Engel (SpVg Laatzen) zu den Sehndern unverändert geblieben ist, sei indes gefestigt. „Und vielleicht sind wir auch unberechenbarer geworden“, ergänzt der Coach, der in den acht Partien der Punktrunde 25 Spieler einsetzte. „Jeder bekommt seine Chance, zu jedem habe ich Vertrauen, alle sollen sich einander etwas gönnen.“ Bemerkenswert: Die bisher erzielten 17 Saisontore verteilen sich auf neun Akteure, erfolgreichster Schütze mit vier Treffern ist Dennis Tessmann – ein Innenverteidiger.

Jetzt hofft der Kreisligameister und Kreispokalsieger der Saison 2018/2019, nicht mehr allzu lange vom Corona-Virus aufgehalten zu werden. Schließlich will der 1920 gegründete Klub noch die vielen geplanten Aktivitäten nachholen, die im Jahr seines 100-jährigen Bestehens alle abgesagt werden mussten.

Für die eine oder andere Erneuerung auf dem Vereinsgelände hat SuS in den vergangenen Monaten trotzdem schon gesorgt. Inzwischen gibt es etwa für Schiedsrichterinnen eine separate Umkleidekabine mit Duschbereich. Und Uwe Bast muss bei Heimspielen nun nicht mehr die Kundschaft fragen, wie es eigentlich steht. Die Sicht auf das Spielfeld, die dem Sehnder Grillmeister beim Brutzeln der leckeren Bratwürste bislang verwehrt geblieben war, ist für ihn nach den Umbaumaßnahmen am Kiosk nun frei.